China [Sammelthread]

  • https://twitter.com/ZichenWang…tatus/1980678922129068352


    Zitat

    For anyone who needs evidence of how much restraint Beijing exercised amid wave after wave of trade escalations in the Trump 1 and Biden years, this is Exhibit A.


    Even the U.S. government's top China analyst was surprised by the Chinese restraint.


    Literally.


    [Bild]


    Das Bild ist ein screenshot von diesem Text:


    https://www.chinatalk.media/p/xi-pla-purges-and-us-china


    Zitat

    Jon Czin: The way you contextualize it is right. In the first Trump administration, during the first trade war, it was almost palpable that Xi and his lieutenants were groping around for some adequate countermeasure to the initial tranche of tariffs. My operating model for how they were behaving at the time was they wanted countermeasures, and the paradigm was “no escalation, no concessions.” They wanted to do enough to show that they were pushing back, but at the same time, try to make as few meaningful concessions as possible.


    From my view on the inside during the Biden administration, I was really struck by how little pushback we got for a lot of our competitive actions. I was involved in planning for President Biden’s first in-person meeting with Xi Jinping in November 2022. Just a month before that was when we dropped the first big export controls. The reaction was very muted – they kvetched, but not that much. They didn’t really do anything for a long time. Even with the subsequent efforts to tighten those export controls and plug some of the gaps, you didn’t really see much movement from the Chinese side or much in the way of a response, which was really striking. Maybe not until summer of 2023, but even then they were relatively restrained.


    Ich würde jetzt nicht per se so viel auf die Betrachtung drumherum geben, das sind die Themen:


    Zitat
    • How Xi’s mafioso-style “decapitation strategy” has kept the PLA in line and why he’s purged more generals than Mao.
    • Cognitive decline and how end-of-life thinking might be shaping Xi’s succession plans and Taiwan strategy.
    • Tariffs, rare earths, and China’s appetite for pain vs. America’s.
    • Beijing’s parochialism and its limits in the Russo-Ukrainian conflict.
    • What intelligence work on China actually looks like and whether or not Xi’s era is duller than previous generations.


    Aber das oben Zitierte ist eine plausible Innensicht. Demnach könnte sich leicht die Vorstellung verfestigt haben, die beißen nicht, selbst wenn man stichelt.

  • Die Deutscheste aller Reaktionen:


    Chauvinismus, Ignoranz und Dummheit in einer einzigen geballten Ladung.



    Mit dieser "Abhängigkeit" hätte niemand - weder in Europa noch in China - ein Problem gehabt, wenn solche ideologisch vernagelten geistigen Tiefflieger wie Nordatlantik-Norbert hier nicht alles daran gesetzt hätten eins daraus zu machen.

  • Eben, nicht der Handel ist das Problem, die Handelskrieger sind das Problem - denn dann ziehen wir den kürzeren.


    Es sind ja nicht nur technische Klamotten, Pharmazeutisch können wir ohne China nichts machen, viele unserer besten (noch wirkenden) Antibiotika kommen zu 100% aus chinesischen Pharmazentren.


    Die Liste könnte man noch lange weiter führen, wenn China dicht mache ist Europa wieder im "Dark Age" und da ist weltweit niemand der uns gerade genug mag um uns zu helfen, weder USA noch Russland.



  • Wadephul sagt China-Reise ab: Deutschland steuert auf historischen Bruch mit Peking zu

    Die abgesagte China-Reise des deutschen Außenministers markiert den Bruch mit Helmut Schmidts China-Politik und treibt Deutschland tiefer in Washingtons Konfrontationskurs. Ein Gastbeitrag.

    [...] Weder die deutsche noch die europäische Außenpolitik scheinen auf die Anwendung des Prinzips der Gegenseitigkeit in den internationalen Beziehungen vorbereitet zu sein. Das aber ist genau die koloniale Erwartungshaltung des Westens, die sich aktuell in den Beziehungen zu China fortschreibt. Es ist die Erwartung, dass eigene Maßnahmen gegen ein anderes Land nicht beantwortet werden, weil dieses Land es nicht wagen wird, gegen die vom Westen etablierten eigennützigen Regeln zu rebellieren. Das aber ist genau die Haltung, die die rasante Entwicklung Chinas, auf die jemand wie Helmut Schmidt immer hingewiesen hatte, völlig ignoriert.

    Wadephul erscheint in Asien lediglich als Knappe des Ritters Trump, der versucht, die chinesischen Windmühlenflügel zu bekämpfen. Konkret: Man beklagt die Restriktionen Chinas beim Export der Seltenen Erden für westliche Rüstungsbetriebe, ohne zu erkennen, dass entsprechende Exportverbote nach China vonseiten der USA ausgingen. Man beklagt chinesische Zölle auf US-Produkte, ohne zu erwähnen, dass der erste Schuss im Handelskrieg mit Peking eindeutig von den USA abgefeuert wurde. Man lässt durch die Niederlande einen chinesischen Chip-Hersteller unter westliche Kontrolle stellen und beschwert sich dann, dass China keine Chips mehr nach Europa liefert und die Produktionsbänder bei Volkswagen stillstehen. Und nicht zuletzt möchte man Peking in Sachen Menschenrechte Mores lehren, unterstützt aber – wie etwa die deutsche Bundesregierung – den Völkermord Israels an den Palästinensern im Gazastreifen mit Waffen und Handelsvergünstigungen.

    Was die deutsche Außenpolitik angeht, kommt in der Gestalt von Johann Wadephul zu der Doppelmoral auch noch eine historisch gewachsene, besonders unangenehme und in der internationalen Politik fast schon tödliche Eigenschaft hinzu: die Hybris, eine gnadenlose Selbstüberschätzung.[...]

    Klar ist – und das ist vielleicht das größte Missverständnis Johann Wadephuls –, die Bundesregierung von Bundeskanzler Friedrich Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil ist dabei, die Beziehungen zur Großmacht China zu zerstören und sich die Feinderklärungen der USA zu eigen zu machen. So drohen 50 Jahre deutsch-chinesische Beziehungen zu Ende zu gehen und eine beispiellose Selbstzerstörung unseres Landes auf den Weg gebracht zu werden, gegen die die Folgen der Sanktionspolitik gegenüber Russland nur ein leichter Vorgeschmack waren.

    China ist ein Zentrum der multipolaren Weltordnung. Diese Erkenntnis ist dringend nötig. Eine deutsche Außenpolitik, die im Interesse der verzweifelten Aufrechterhaltung der zum Untergang verurteilten unipolaren Weltordnung der USA handelt, ist zum Scheitern verurteilt. Im Interesse der deutschen Bevölkerung liegt es dagegen, mit diesem Zentrum in guten Beziehungen zu stehen.

    Sevim Dagdelen ist leider ein bisschen mit Vorsicht zu genießen, weil sie es mitunter mit den Fakten nicht allzu genau nimmt, aber die Kritik am vom dummdreistem Chauvinismus westlicher Kolonialherren geprägten geopolitischen Auftreten des Regimes Merz/Klingbeil gegenüber einem der wichtigsten Handelspartner Deutschlands und der EU halte ich für absolut gerechtfertigt.

  • Wadephul sagt China-Reise ab: Deutschland steuert auf historischen Bruch mit Peking zu

    Die abgesagte China-Reise des deutschen Außenministers markiert den Bruch mit Helmut Schmidts China-Politik und treibt Deutschland tiefer in Washingtons Konfrontationskurs. Ein Gastbeitrag.

    Sevim Dagdelen ist leider ein bisschen mit Vorsicht zu genießen, weil sie es mitunter mit den Fakten nicht allzu genau nimmt, aber die Kritik am vom dummdreistem Chauvinismus westlicher Kolonialherren geprägten geopolitischen Auftreten des Regimes Merz/Klingbeil gegenüber einem der wichtigsten Handelspartner Deutschlands und der EU halte ich für absolut gerechtfertigt.

    Ach, das gehört doch zum großen Plan. Man kann leider nur spekulieren, wie der genau aussieht. Ich musste neulich wieder an Robbies Interviews und Statements zur NS Sprengung denken und wie er durch die Blume sagte, dass die uSA uns einfach an den Eiern haben. … Ich denke, sie haben uns immernoch mehr an den Eiern als die Chinesen. Und bei der immensen wirtschaftlichen Abhängigkeit von China, ist das schon eine gruselige Vorstellung, welche Kneifzange der transatlantische Partner da anlegt.


    Naja, wenn der Friedensgottkaiser bald erstmal anfängt Venezuela zu bombardieren, wird die erbärmliche Reaktion unseres politisch-medialen Komplexes sicher auch wieder zeigen, aus welchem Schlamm „wir“ geformt sind. <3

  • Ich denke, sie haben uns immernoch mehr an den Eiern als die Chinesen.

    Und ich denke, "Wir" brauchen keine Amerikaner um unseren eigenen Chauvinismus zu pflegen und ihn für eine deutsche Tugend zu halten:



    Deutschland war Jahrzehnte lang nicht einfach nur Exportweltmeister, sondern vor allem Exportüberschussweltmeister und hat in alle Welt - auch nach Amerika - mehr exportiert als importiert.

    Diesen Spieß haben die Chinesen jetzt umgedreht - dafür brauchte es keinen Griff der USA an "unsere" Eier. Und dafür ist in den ideologisch mit einem über lange Zeit für völlig selbstverständlich gehaltenen Wirtschaftsimperialismus vernagelten Gehirnen der versammelten politischen und publizistischen Eliten in Deutschland einfach überhaupt gar keine andere Haltung vorgesehen, als dummdreiste, hochmoralische Empörung.

  • Wurd auch mal Zeit, dass Flassbecks Prognose endlich mal so langsam Fahrz aufnimmt.

  • Das ist natürlich nicht falsch. Aber ich denke, dass dieser Chauvinismus nur dann als der Pragmatismus verkauft werden kann, mit dem sich die Elite in voller Überzeugung schmückt, wenn in der Rechnung die toxische transatlantische Beziehung als Fixum steht. Wie gesagt, Robbie hatte das noch maximal transparent zum Ausdruck gebracht.

  • Wo hat "Robbie" (Robert Habeck?) denn etwas von einer toxischen transatlantischen Beziehung erzählt?


    (West-)Deutsche Regierungen sind in Sachen China zum Teil einen ähnlich eigenen - und von den Amerikanern überhaupt nicht goutierten - Weg des "Wandel durch Handel" gegangen, wie sie es auch schon während des kalten Krieges im Verhältnis zur Sowjetunion und später zum postsowjetischen Russland taten - was den USA erst recht schon immer ein Dorn im Auge war.


    Dass das transatlantische Verhältnis der BRD als "Edelvasall" höchst nützlich war ist keine Frage, aber ich halte es für einen Trugschluss, zu glauben, die - zumindest zeitweise - drittstärkste Volkswirtschaft der Welt hätte keine eigenständigen geopolitischen Interessen verfolgt, ohne dass die politischen Führungen in Bonn und Berlin dazu aus Washington instruiert wurden, oder sich dafür eine Erlaubnis einholen mussten.


    Wenn jetzt in Kreisen deutscher ElitepublizistInnen und -politikerInnen eine verstärkte Abhängigkeit von des amerikanischen Kaisers (völlig unberechenbar und willkürlich erteiltem) Wohlwollen gefühlt wird, dann nur deshalb, weil man sich dort ganz von selbst und ganz bewusst dazu entschieden hat, China wegen seiner "Freundschaft" zum kollektiven Feindbild Russland ebenfalls als potenziellen Feind anzusehen, und völlig ohne echte Not über viele Jahrzehnte gebildete Handelsbeziehungen in Frage zu stellen, um sich "unabhängig" vom Reich des Bösen zu machen.

  • Im NS thread gibt es aus der Zeit der Sprengung noch die Interviews mit Robbie.


    Ich denke, dass sich damals mit heute nicht vergleichen lässt, weil damals die uSA nicht in einem offenen Konflikt mit China standen bzw. China zu dem Zeitpunkt noch nicht als ernsthafte Konkurrenz gesehen wurde. Das ist heute anders und deshalb müssen sich die Eliten heute auch entscheiden, wer ihnen mehr wehtun kann.

  • Exportweltmeister, sondern vor allem Exportüberschussweltmeister

    Dass dieses auf Sand gebaute "Erfolgsmodell" so lange gut ging (und zu welchem Preis) ist ja auch ein trauriger Scherz der Geschichte. Gut dass es nie eine wirkliche aufklärende Diskussion darüber gab. Sowas ist ja auch eher langweilig. Könnte Themen wie "Klappt nur mit Billiglohn", "Destabilisierung Europas durch Dumpinglöhne" beinhalten. Sowas wird dann schnell langweilig, gerade wenn zu grundlegenden Lebenslügen führt. Wichtig ist nur: "Deutschland = Gut". Das muss reichen. I <3 my Schäuble.


    (Wahrscheinlich ist es schlicht die naiv-dumme Sehnsucht nach diesem märchenhaften "Deutschland ist gut", was das wahlentscheiend veralternde Wahlvolk in die Arme der Schwesterparteien cDU+afD treibt.)

  • I <3 my Schäuble.

    Das mit dem Lohndumping zur eigenen "inneren" Abwertung der gemeinsamen Währung, um die Weltmarktpreise für deutsche Waren relativ niedrig (also besonders "wettbewerbsfähig") zu halten, hatte der Schäuble allerdings nicht erfunden.

    Das war eine Idee, die unter dem neoliberalisierten Sozialdemokraten Schröder erst so richtig Fahrt aufnahm. Und der begründete damals die Agenda 2010 mit ihren "schmerzhaften Reformen" gerne damit, dass Deutschland ohne harten Lohnverzicht, weniger Steuern auf Unternehmensgewinne und Kapitalerträge und mehr Kapitalverkehrsfreiheit für Investoren vor dem aufstrebenden Riesen China[!] ins Hintertreffen zu geraten drohe.


    Erst als Tragödie, dann als Farce...

  • Könnte Themen wie "Klappt nur mit Billiglohn", "Destabilisierung Europas durch Dumpinglöhne" beinhalten. Sowas wird dann schnell langweilig, gerade wenn zu grundlegenden Lebenslügen führt. Wichtig ist nur: "Deutschland = Gut". Das muss reichen. I <3 my Schäuble.

    Das war ja innerhalb des Kapitalismus immer die kritik vom Flassbeck, dem alten Lafontaine-Sklaven. Das uns das sowieso irgendwann auf die Füße fällt, das weiß inzwischen irgendwie jeder. Vermutlich haben deswegen aööe auch so ne scheiß Laune. Aber irgendetwas ändern ist schlimmer als langsam und geschmeidig auf's Maul fallen.

  • @Roth



    Wie man an vielen Beispielen sieht kann man mit China sehr kooperativ zusammen arbeiten, man darf denen nur nicht permanent mit dem nackten Arsch ins Gesicht springen : )


    Aber so Basics verstehen Putschisten natürlich nicht, die ticken grundlegend anders.


    Er soll sich mal die USA angucken und dann was von Abhängigkeiten faseln, Europa hat ALLES auf die USA gesetzt und wird mit Liebesentzug bestraft, die Transatlantiker sitzen zwischen den Stühlen, schöner Anblick, die wissen auch nicht mehr weiter und sind so angenehm schweigsam : )

  • Das RAND-Papier selbst (->PDF) hat 115 Seiten, aber Bertrand verweist auch noch auf einen anderen Substack-Blogger, der eine Zusammenfassung einiger wichtiger Punkte geschrieben hat. Der hat zwar eine Paywall, aber der frei lesbare Teil ist auch recht interssant::

    RAND Urges for Major Chinese Re-Think Amidst Widespread Recognition of China's Awakening

    RAND think tank, famous for its influential policy papers which have shaped US-Russian relations, has released an eye-opening call for a change of course on China. This comes by way of the latest Trump-China escalations which, it appears, have greatly worried insiders of the ‘deep state’ system; enough so that for once they have begun swallowing their pride and envisioning a calmer, more placating approach toward China so as not to upset the global status quo too much.

    Die letzten beiden Sätze kann man eigentlich auch problemlos auf die EU und ihre Führungsmacht Deutschland anwenden.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!