China [Sammelthread]

  • Aber schöne Filme haben sie gemacht:


    Von der typischen liberalen Scheinheiligkeit mal abgesehen ist das für mich ziemlich unten in der Liste warum ich Keir Starmer verabscheue. Hoffentlich nimmt sich die EU ein Beispiel an der Chinapolitik Kanadas und des UK.

    10-- 1-01 10=- 1-00 1--2 10=0 1-2= 1-01 10=0 1-01 1-20 10=1 10=2 10=1 1-10 10=0 10=1 1-00 1-21 1-21 1-02

  • Von der typischen liberalen Scheinheiligkeit mal abgesehen ist das für mich ziemlich unten in der Liste warum ich Keir Starmer verabscheue.

    Ich finde es durchaus vernünftig, dass die britische Führung einen eigenen "pivot to asia" macht, der ausnahmsweise mal nicht auf einer Linie mit dem Imperium liegt. Wenn selbst so treue Stiefelknechte wie Starmer sich den Rivalen seiner Majestät andienen, dann besteht vielleicht noch Hoffnung, dass Europa sich von den Wahnsinnigen in Washington nicht mit in den Abgrund reißen lässt.


  • (Der Substack-Artikel ist leider gepaywalled)


    Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob Bertrand hier nicht vielleicht mal wieder etwas überenthusiastisch gegenüber dem Wirtschaftswunderland China ist, und die öffentlichen Verlautbarung der Partei und ihres großen Vorsitzenden etwas zu ernst nimmt, indem er Xi jinping attestiert, sich tatsächlich um die "Moral" der globalisierten Geldvermehrung in den Händen der von den USA dominierten Finanzoligarchie zu sorgen.


    Aber was man mit Sicherheit sagen kann ist, dass die chinesische Führung ein großes Interesse daran hat, den weltweiten Handel mit den Produkten der chinesischen Industrie und mit für deren Erfolg essenziellen Rohstoffen über ein stabiles Zahlungsmittel abwickeln zu lassen, und dass die chinesische Währung heute unter der seit 1949 ungebrochene Einparteienherrschaft der KPCh wesentlich mehr langfristige Stabilität verspricht, als die bisherige Weltleitwährung sie unter der Herrschaft des wahnisnnigen Imperators und seiner intriganten Hofschranzen in Washington D.C. an den Tag zu legen droht.

  • Ach guck mal, eine von diesen größenwahnsinnigen baltischen Staatsführungen ist tatsächlich darauf gekommen, dass es vielleicht doch nicht so besonders schlau war, sich als Zwergstaat mit weniger Einwohnern als Berlin mit der (noch) zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde anzulegen:

    Lithuanian PM says Vilnius ‘jumped in front of a train’ with Taiwanese offic

    Lithuanian Prime Minister Inga Ruginienė said Tuesday that Lithuania made a strategic mistake by allowing a Taiwanese representative office to open in Vilnius under the name “Taiwanese”, arguing the move was not coordinated with the European Union or the United States and led to a sharp deterioration in relations with China.

    :rolleyes:


    (LRT ist sowas wie der öffentlich rechtliche Rundfunk Litauens)

  • Der Traum der Freiheit ist geplatzt

    Jimmy Lai hatte einen Traum: Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Pressefreiheit in Hongkong. Doch mit dem harten Urteil gegen den Demokratieaktivisten hat die Kommunistische Partei diesen Traum endgültig zerstört.


    Der französische Kommunistenversteher Bertrand will es natürlich wieder viel besser wissen, als deutsche Qualitätshaltungsjournalisten, und verteidigt hier schamlos das grausame Xi-Regime und das rechtstsaats- und menschenfeindliche Urteil des politisch unter Druck gesetzten Gerichts über den unbescholtenen Multimillionär und Medienkonzerngründer Lai:


    Die Veröffentlichung der 855-Seitigen Urteilsbegründung ist natürlich ein besonders perfider Akt und eine schamlose Verhöhnung des brutalen Xi-Regimes gegen das Rechtsstsaatsprinzip demokratischer Völker in der freien Welt.

  • https://www.washingtonpost.com…china-belt-and-road-power


    Zitat

    China tried to buy the world. It failed.


    Financial investment is no substitute for the power that real force provides.


    Over the last two decades, China has pumped huge amounts of money into owning the world’s critical raw materials and infrastructure. In effect, it was trying to buy an empire. But over the last few weeks something has become painfully clear. It failed, and in the end, financial power is no substitute for the real thing.


    Der Autor ist nehme ich an Brite ("He writes for the Daily Telegraph and the Spectator in London."). Wirkt auch wie eine sehr britische Perspektive. Mit dem größten der europäischen Kolonialreiche gelten sie ja auch gemeinhin als die größten kolonialen Räuber.


    Im Prinzip sagt er ist ja eine nette Idee überall in der Welt zu investieren, aber unser amerikanischer Bastard kann kommen und alles stehlen:


    Zitat

    The trouble is, financial and commercial power has its limits. Ownership of any asset can be overturned by a court, as China discovered in Panama. After a change of regime, as in Venezuela, control of infrastructure can be changed by regulatory fiat. Ports and railways can be nationalized, sometimes without even any compensation. A regulatory change can be imposed at will, and a central bank can devalue a currency, rendering a loan virtually worthless. There is little a distant shareholder or creditor can do about that. It can complain or appeal if it wants to, but in the end, the decision of the government in each country will be final.


    Aus der gleichen Logik heraus macht er sich auch über die EU lustig:


    Zitat

    We have seen something similar take place with the European Union. The pen pushers in Brussels spent much of the last 20 years boasting about how they were turning the bloc into a “regulatory superpower.” But when President Donald Trump threatened to annex Greenland, it turned out that the power to set rules for phone chargers was hardly the deterrent they thought it was.


    Und damit kommt ein interessanter Punkt:


    Zitat

    There is a lesson in that. China can spend all the money on infrastructure it wants. The E.U. can regulate as much as it wants to. But in a crunch, it is only military force that counts. The country that can deliver men and weapons anywhere in the world at a moment’s notice is the only one that can shape the world to its own interests. [...]


    Denn - worauf ich gelegentlich hinweise - die EU hat ein exzellentes Mittel an der Hand hätten, um die US-Amerikaner zu sanktionieren. Wie würde wohl der Aufbau gegen Iran aussehen, wenn wir die US-Militärstützpunkte in der EU dichtmachen würden. Nun deutlich weniger beeindruckend (falls man beeindruckt ist). Es gab mal eine Zeit, als die USA über mehr Ressourcen für Seetransport verfügt haben, da hätten sie unsere Rolle wahrscheinlich vollständig ausgleichen können. Aber aktuell ist das nicht der Fall. Wenn sie alles rüberfliegen müssen sind die sicheren Zwischenstationen in Europa und da genügt auch nicht das britische Inselchen schon relativ wichtig und werden natürlich auch durch die Wirtschaftsleistung der Länder, in denen sie sich befinden, gestützt.


    Die Europäer konnten noch herumfahren und Kontrolle über Gebiete abpressen. Aber als die US-Amerikaner die Nachfolge unserer Kolonialreiche angetreten sind, ist davon nur ein Netzwerk von Stützpunkten übrig geblieben und die haben sie nicht alle dadurch erhalten, dass sie herumgefahren sind und sie abgepresst haben, sondern indem sie sich als Partner präsentiert haben oder auch dafür bezahlt.


    Die USA zehren also davon und der Autor wettet hier darauf, dass sie das weiter tun können, egal wie sie sich verhalten. Sehr kurzsichtige Analyse.


    Witzig ist auch, dass er eigentlich die gerade von den Briten verbreitete Propaganda über Yi Dai Yi Lu (Neue Seidenstraße) entkräftet. Er fasst sie hier am Anfang zusammen:


    Zitat

    To many policy analysts, it looked like a concentrated effort to turn China into a superpower to match the United States. It was variously described as “debt-trap diplomacy,” “creditor imperialism” or a “Trojan Gift.” As far back as 2011, Hillary Clinton, when she was secretary of state in the Obama administration, was warning of a “new colonialism” in Africa as China expanded its influence across the continent. With soft loans, easy credit and plenty of technical expertise, China would gradually take control of the arteries of the global economy. If anyone complained, it could simply switch off the credit and bankrupt the country, or close down the trade routes.


    Interessant ist, dass er selbst schon nicht mehr in diese Erzählung investiert ist, er macht von sich aus ein Fragezeichen daran, bevor er die Gegenargumente Apologeten der Chinesen zuschreibt:


    Zitat

    We can all debate whether that was really true, or whether, as Beijing’s apologists liked to claim, it just happened to think that railways and shipping terminals in Asia, Africa and Latin America were really good investments. Either way, there is now a more important point. Its power was far more fragile than it first appeared.


    Für ihn ist die Behauptung die Chinesen wollten sich Kontrolle über die globalen Transportwege kaufen, nur noch als Voraussetzung wichtig, damit er seine These sie hätten sich verzockt ausbreiten kann. Eine These, die natürlich in sich zusammenfällt, wenn die Chinesen einfach nur in Konnektivität investiert haben.


    Am Ende kommt er dann hiermit:


    Zitat

    [...] China seems to have started to work that out, which may well explain why it has kept on increasing military spending at a rate well above its GDP growth. It realized that the Belt and Road program may have been a colossal waste of money if it can’t be backed up by hard power. The U.S. will have to match with higher spending of its own


    Das ist denke ich beides falsch. Die Aufrüstung der Chinesen kann eigentlich ziemlich klar mit der zunehmenden Feindlichkeit der USA und insbesondere Provokationen mit Bezug auf Taiwan in Zusammenhang gebracht werden.


    Und ich bezweifle, dass die Chinesen unzufrieden mit Yi Dai Yi Lu sind. Zum einen ist es ein Investionsprogramm, das weiter läuft, aber nach der großen Welle neuer Investitionen sind viele der Projekte jetzt erstmal in der Umsetzungsphase und natürlich muss man mit Investitionsausfällen rechnen. Was viele im Westen - ohne Zweifel auch der Autor - nicht wahrnehmen, die Chinesen haben ein großes Infrastrukturupgrade der Weltwirtschaft bezahlt, das jetzt ganz selbstverständlich von allen genutzt wird. Die Idee chinesische Handelsflüsse auszusperren wird nicht funktionieren. Ein guter Teil rechnet sich nur, weil die Infrastruktur auf ihr Handelsvolumen ausgelegt wurde.

  • Der Autor ist nehme ich an Brite ("He writes for the Daily Telegraph and the Spectator in London."). Wirkt auch wie eine sehr britische Perspektive. Mit dem größten der europäischen Kolonialreiche gelten sie ja auch gemeinhin als die größten kolonialen Räuber.

    Auf jeden Fall ist sein Artikel ein Musterbeispiel dafür, wie westlichen China-Beobachtern ihr eigener tief verinnerlichter Chauvinismus den Blick verstellt und sie einfach nicht sehen wollen, dass ihrer eigenen Vorstellung davon, wie sich eine globale Großmacht verhält und verhalten sollte auf der anderen Seite des Planeten einfach überhaupt nicht entsprochen werden will.

  • Für ihn ist die Behauptung die Chinesen wollten sich Kontrolle über die globalen Transportwege kaufen, nur noch als Voraussetzung wichtig, damit er seine These sie hätten sich verzockt ausbreiten kann. Eine These, die natürlich in sich zusammenfällt, wenn die Chinesen einfach nur in Konnektivität investiert haben.

    A propos Konnektivität:

    Exclusive: Washington presses Syria to shift from Chinese telecom systems

    • US team met communications minister on Tuesday, sources say
    • Syria is considering buying Chinese telecoms technology
    • Washington urged Damascus to buy from US or allied states
    • Syrian officials say US export controls are a barrier

    Also Al Jolani mag zwar ein Diktatior sein, der sich zuerst als Chef einer Bande von fanatisch religiösen Kopfabschneidern hervor getan hat, aber doof ist er nicht.

  • In dem Sinne:


    https://www.reuters.com/world/…-against-china-2026-03-03


  • The ocean’s rules had changed. The new rules were written in Mandarin.


Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!