News-Aufreger und Absurditäten des Tages

  • https://twitter.com/ardenthist…tatus/1468098911453724673

    Und Iran hat eine Atombombe, Russland steht kurz vor der Eroberung Europas, während China bereits den Mars besiedelt. …

  • Wie soll man von Amerikanern erwarten, dass sie den Zapfenstreich einordnen können, wenn die viele Deutsche es nicht können. War der nicht erst kürzlich auch in Germoney ein kleiner Aufreger, der hier korrekt als nonsens einsortiert wurde?

    Naja. Ich denke, es ist schon ein Unterschied, ob man das Ereignis (Zapfenstreich) auf seine zeitgemäßigheit hinterfragt oder ob man es mit einer Coronapolitik in Verbindung bringt, um mit diesem falschen Kontext selbst Politik zu machen.

  • Sicher Roy, jedoch ging es damals auch nicht nur darum, ob das zeitgemäß ist. Ich beziehe mich gar nicht so sehr auf den Aufhänger, als eher auf die achließende Empörwelle in Social Media und was dann oft genug mangels Einordnung damit so angestellt wurde.


    Jedenfalls war es selten die Infragestellung der Tradition, sondern in Zusammenhang mit dem damaligen Entscheidung gegen die Aufnahme der Ortskräfte um die vermutlich zu recht unterstellten Gesinnung innerhalb der Ministerien.

    Der Zapfenstreich war da wilkommenes Mittel zum Zweck.


    Das machte dann nämlich oft genug die Runde, um ebenso wie jetzt in Amerika die Verantwortlichen damit einzusortieren. Allerdings fällt es dort drüben sicher leichter solche Vergleiche zu ziehen.


    Mein Punkt war lediglich, dass man sich nicht über die fehlende Fähigkeit zu differenzieren wundern sollte, wenn überall der historische Hintergrund fehlt. Letztlich läuft's doch nur darauf hinaus, dass sich alle selbstbestätigen, indem sie die Wirkmacht der Bilder nutzen. Auch in der Reaktion darauf, wirkt das noch als "kreisende Erregung".

  • https://twitter.com/ardenthist…tatus/1468098911453724673


    Das einzige Problem, das ich mit Brockschmidt habe, selbst die lustigen Sachen werden mit einem Unterton der Gefahr rübergebracht. Wobei, sie ist doch manchmal bei der Gesprächsrunde von Tommy Krappweis dabei. Ich meine mich zu erinnern, dass sie den Unterhaltungsfaktor da zu schätzen wusste.

  • Huh, das verstehe ich nicht. Den Zusammenhang von Merkels Zapfenstreich und (afghanischen?) Ortskräften hatte bisher noch nicht konstruiert.


    Ich würde auch sagen (wie Du ja letztendlich ebenfalls), dass es hier nicht darum geht, den Amis fehlende Fähigkeit zur Differenzierung zu attestieren. Natürlich können "sie" das, wenn "sie" wollten. Das hier ist aber mMn ein Beispiel für die absolute Fähigkeit zu forcierter Propaganda. Das beherrschen die natürlich nicht exklusiv aber doch außerordentlich gut und skrupellos.


    Darauf wollte ich letztendlich mit meinem ersten Kommentar dazu hinaus.

  • Der Anlass war zu dem Zeitpunkt natürlich nicht Merkels Zapfenstreich. Damals war es der Zapfenstreich für die heimkehrende Bundeswehr, der die Bilder lieferte. Da war die Stimmung in dem Kontext der Umstände des Abzugs und der Weigerung die Ortskräfte aufzunehmen recht aufgeladen, sodass sich (auch die fragwürdigen) Tweets leichter teilen ließen.

  • Naja. Ich denke, es ist schon ein Unterschied, ob man das Ereignis (Zapfenstreich) auf seine zeitgemäßigheit hinterfragt oder ob man es mit einer Coronapolitik in Verbindung bringt, um mit diesem falschen Kontext selbst Politik zu machen.

    Der Große Zapfenstreich gehört zur Traditionspflege, etwas mit dem sich die Bundeswehr immer schwer getan hat und wahrscheinlich tun wird. Wenn man so die Traditonserlasse von 1965, 1982 und eben 2018 vergleicht, kann man einiges über diese Entwicklung lernen.

    Allgemein hat die Tradition der Bundeswehr drei Säulen:


    - Die preußischen Heeresreformer, allen voran Scharnhorst (das Audimax der Offizierschule des Heeres heißt auch Scharnhorst-Saal)

    - Der militärische Widerstand im Dritten Reich, Schwerpunkt hier der 20. Juli 1944

    - Die in der Bundeswehr selbst entstehende Tradition


    Jede dieser Säulen steht für soldatische Werte in verschiedener Ausprägung, so kommt zum Beispiel der oft zitierte "Stastsbürger in Uniform" direkt von Scharnhorst ("Alle Bürger des Staates sind geborene Verteidiger desselben.") wobei der preußische Gehorsam um das Gewissen und die idealisierten moralischen Schranken der zweiten Säule schließlich zur gelebten Inneren Führung in der dritten Säule werden. Wie das weiter hält, so ohne Wehrpflicht, wird sich zeigen. Ganz ohne Reserve scheint es nicht zu gehen, das alte Territorialheer wird ja gerade mit der Territorialen Reserve (bestehend aus Soldaten des freiwilligen Wehrdienstes im Heimatschutz) nachgebildet.

    Über die Erlasse hinweg kann man sehen, dass früher mehr Verhalten und Pflicht des einzelnen Soldaten im Vordergrund stand und auch Kleinteiliger aufgedröselt wurde. Das hat sich hin zu einer Beschreibung der Bundeswehr im Ganzen gewandelt.

    Auch die gewichtung der Säulen hat sich stark verschoben, mittlerweile treten die beiden ersteren in den Hintergrund und eine eigene Tradition wird herbeigeschrieben. Das mag bitter klingen, aber den Militärreformern gegenüber die aus den Befreiungskriegen kommend den Weg für die Erfolge in den Einigungskriegen bereitet haben und damit die Gründung der Nation ermöglichten, dagegen nehmen sich die "Erfolge" der Bundeswehr auf dem Balkan, gegen Piraten, in Afghanistan, Mali... schon bescheidener aus.

    Das mag aber auch damit zusammenhängen, dass sich der Adressat des Erlasses geändert hat, 65 waren das ganz klar die Soldaten, 82 war es schon 50/50 für Soldaten und Öffentlichkeit, 2018 hat die Uschi gegeben, fast 100% Öffentlichkeitswirksamkeit also.

    Ein positiver Wandel ist mit Sicherheit der Umgang mit den Streitkräften der NS-Zeit, waren anfangs Kameradschaftsveranstaltungen geduldet bis erwünscht, hat da der Wind gedreht.


    Langes Vorwort zur eigentlichen Antwort, was heißt schon "zeitgemäß"?

    Man sollte schon wissen wo man herkommt, sont führt jede Richtung zu einem beliebigen Ziel. Das gilt, meiner Meinung nach, noch sehr viel stärker heute, in einer Zeit ohne Wehrpflicht und immer inhomogenerer Bevölkerung, was Werte und Bildungskanon angeht.


    Die klar NS-spezifischen Sachen wurden aus der Tradition bewußt herausgehalten, wie die Paraden auf dem Zeppelinfeld oder das Horst-Wessel-Lied. Anderes jetzt zu verwerfen was es vorher und nachher länger gab und gibt als das 1000jährige Reich je bestanden hat, nur weil jemand in Geschichte gepennt hat, das kann es nicht sein.

  • Danke für die Ein- und Ausführung. Ganz dunkel kann ich mich an die Theoriestunden auch noch erinnern.


    Langes Vorwort zur eigentlichen Antwort, was heißt schon "zeitgemäß"?

    Man sollte schon wissen wo man herkommt, sont führt jede Richtung zu einem beliebigen Ziel. Das gilt, meiner Meinung nach, noch sehr viel stärker heute, in einer Zeit ohne Wehrpflicht und immer inhomogenerer Bevölkerung, was Werte und Bildungskanon angeht.


    Die klar NS-spezifischen Sachen wurden aus der Tradition bewußt herausgehalten, wie die Paraden auf dem Zeppelinfeld oder das Horst-Wessel-Lied. Anderes jetzt zu verwerfen was es vorher und nachher länger gab und gibt als das 1000jährige Reich je bestanden hat, nur weil jemand in Geschichte gepennt hat, das kann es nicht sein.

    Ich verstehe die Sichtweise. Für mich war auch diese Debatte der Ausdruck einer zunehmend entmilitarisierten Gesellschaft. Das hat natürlich viele Widersprüche, die es weiter aufzulösen gilt. Aber die grundsätzliche Richtung und die Wucht der Auseinandersetzung mit dem eigenen Militär, gefällt mir aber gut. Ob dabei zunächst nur NS-Traditionen über Bord geworfen werden oder pö-a-pö auch andere vergangener Militärgesellschaften ist für mich erstmal nicht dissonant.

  • Für mich war auch diese Debatte der Ausdruck einer zunehmend entmilitarisierten Gesellschaft. Das hat natürlich viele Widersprüche, die es weiter aufzulösen gilt. Aber die grundsätzliche Richtung und die Wucht der Auseinandersetzung mit dem eigenen Militär, gefällt mir aber gut.

    Diese "entmilitarisierte Gesellschaft" hat eigentlich nur die Fühlung zum eigenen Militär verloren, was nicht verwunderlich ist, rekrutiert wird mit Masse in den strukturschwachen Räumen und die Bundeswehr als Ausbildungsbetrieb dargestellt. Auseinandergesetzt wird sich eigentlich auch nicht mit der Bundeswehr, sondern dem Bild das man da eben gern hätte. Deswegen gibt es vermutlich immer Ärger wenn die Bundeswehr mal als was anderes als grünes THW daherkommt. Plastikhelme, Fackeln und ein paar Karabiner sind wohl schon zu martialisch, gut dass Panzer und Flugzeuge schön versteckt stehen...

  • Diese "entmilitarisierte Gesellschaft" hat eigentlich nur die Fühlung zum eigenen Militär verloren, was nicht verwunderlich ist, rekrutiert wird mit Masse in den strukturschwachen Räumen und die Bundeswehr als Ausbildungsbetrieb dargestellt. Auseinandergesetzt wird sich eigentlich auch nicht mit der Bundeswehr, sondern dem Bild das man da eben gern hätte. Deswegen gibt es vermutlich immer Ärger wenn die Bundeswehr mal als was anderes als grünes THW daherkommt. Plastikhelme, Fackeln und ein paar Karabiner sind wohl schon zu martialisch, gut dass Panzer und Flugzeuge schön versteckt stehen...

    Ja eben. Vielleicht gibt es ja irgendwann eine Truppe ohne Tarnfleck, Fackeln und Plastikgewehren, die ihre Daseinsberechtigung alleine aus THW Missionen zieht. Dann ist der Prozess abgeschlossen. :)

  • Nach EU-Sanktionen, Lukaschenko verbietet die Einfuhr vieler Lebensmittel aus dem Westen.


    Ja, wer hätte denn damit rechnen können? Jeder, der nicht 20 Jahre im Koma lag ... immer wieder beeindruckend wie man sich im Westen immer wieder mit Sanktionen ins Knie schießt, immer wieder und wieder ...




    Der Biden-Putin-Camchat war ja wohl erbaulich für Russland, viele Sanktionen vom Tisch.


  • Auch wenn Stefan das nach einer Woche wieder löscht:

    https://twitter.com/friiyo/status/1467955064924999688


    Und Fefes Ausführungen und Meinung zu Seibert

    https://blog.fefe.de/?ts=9f511c9d

  • Die Top-Notch-Journalisten waren bis heute damit beschäftigt uns zu erzählen der Russe greift an : )


    Kann man einige Monate so On-Air sagen, kann man auch als vorsätzliche Fehlinformation sehen, denn ich denke so uninformiert kann man gar nicht sein um die Zusammenhänge nicht etwas näher zu hinterfragen (ist ja deren Job!) ...

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