Der SARS-CoV-2-Thread

  • Bezüglich Impfung predigt sie Eigenverantwortung und Egoismus, was daran links sein soll ist mir schleierhaft.

    Und bezüglich Ökonomie preist sie in guter bürgerlicher Tradition die fleissige deutsche mittelständische Unternehmerschaft, welche ihrem ehrbaren Kaufmannstum und ihrem leistungsorientierten Wertschöpfungswerk nur wegen der raffgierigen Konzerne, der Banken, und der EU nicht mehr zum produktiven Wohle der Allgemeinheit nachgehen könne.


    Ist vielleicht irgendwie immer noch "linker", als die Führungen von sPD und Grünen, die sich von den Konzernlobbies und der Finanzindustrie diktieren lassen, wie man Christian Lindner und seine Fanboys am besten bei Laune hält, aber mit Kommunismus hat das in der Tat nichts mehr zu tun.

  • Falls ihr eine Handreichung braucht, um zu erklären, warum die Infektionstätigkeit unter den Geimpften ein deutlich geringeres Problem darstellt, gibt es hier eine kurze Zusammenfassung des Ergebnis einer akutellen Modellierungsstudie:


    https://rocs.hu-berlin.de/publication/maier-2021-pandemie/


    Die eigentliche Arbeit dahinter ist hier: https://rocs.hu-berlin.de/publ…ny/maier-2021-germany.pdf


    Die Grafik verdeutlicht den Punkt:


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    Selbst bei der Annahme niedrigerer Wirksamkeiten der Impfstoffe gegen Infektion (hier 60%/50%), ist der Anteil an den Neuinfektionen nur unter Geimpften weniger als die Hälfte von dem nur unter Ungeimpften. Der Rest entfällt auf die Interaktion von Geimpften und Ungeimpften.


    Deswegen der deutliche regionale Unterschied beim epidemischen Druck je nach Impfquote. Zeigt auch, warum die fehlende Impfung für die Geimpften ein Risiko darstellt, denn ihre Wahrscheinlichkeit für Ansteckung durch einem Ungeimpften ist unter diesem Szenario fast doppelt so hoch wie durch einen Geimpften. Und wenn der impfvermittelte Schutz vor Krankheit durch Schwäche oder andere Krankheiten abgesenkt ist, landen auch sehr viel mehr geimpfte Menschen im Krankenhaus, als es bei einer im Vergleich höheren Impfquote der Fall wäre.

  • Ja, aber Schweden!


    (lustig, zur Schulzeit war das unser Standardspruch "Weil wegen Schweden", wenn einem nichts besseres zu ner Sache eingefallen ist.)

  • Ja, aber Schweden!


    Da hatte ich doch das hier:


    RE: Der SARS-CoV-2-Thread


    Mit der Beobachtung:


    Zitat

    Und da [in den skandinavischen Ländern] zeichnet sich doch ein gewisses Bild ab. Man sieht durchaus eine Übersterblichkeit, die vermutlich mit der Influenzasaison assoziiert ist, aber auch hier [wie in Schweden] jeweils im geringeren Ausmaß als in anderen europäischen Ländern, Deutschland ist da nicht das einzige.


    Es wird nicht der einzige Faktor sein, aber ich denke, hier zeigt sich, dass eine Viruserkrankung in Ländern mit geringerer Bevölkerungsdichte - auch nach Betrachtung der Zentren - grundsätzlich leichter zu kontrollieren ist. Dänemark hat unter den skandinavischen Ländern die höchste Bevölkerungsdichte und da sieht man 2020/2021 auch eine höhere Übersterblichkeit durch CoViD-19. Norwegen und Finnland sind noch dünner besiedelt als Schweden und da sieht man keine.


    Freue mich auf zukünftige Arbeiten, die den Grad zu dem die Vorstellung, man könnte schwedische Verhältnisse in andere Länder übertragen, völlig verfehlt ist, herausarbeiten. Aber es ist definitiv interessant zu sehen, wie intensiv das Ausbruchsgeschehen jetzt im Winter dort sein wird.

  • Diese Omikron-Berichterstattung zeigt mal wieder schön, wie Neuheitsrelativerung funktioniert. Wir haben einen vertikalen Anstieg bei den Neuinfektionen, aber das wird gerade normalisiert, denn was wäre, wenn Omikron richtig gefährlich ist? Dann wäre das ja eine ganz dramatische Notlage! Hohlé, hohlé.

  • Ja, sach ich ja. In die Welle gerade passt Omikron und Impfflichtdebatte voll rein, unsere Inzidenz hier ist vergleichbar mit 'nem Gebäude, was die Feuerwehr mehr oder weniger kontrolliert abbrennen lässt, während sie sich über die gefährlich gelagerten Gastanks im Nachbarort unterhalten.


    Geil wäre es ja, wenn Omikron 'nen unfuckingfassbaren R-Wert hat, aber effektiv ein harmloses Virus a la Syd ist und die krankheitsverläufe harmlos sind.

  • [...] Ein schöner Gegenentwurf zum Sahra Video von Mai, da noch mal kurz erklärt, warum die Impfung doch ganz nice ist. Wieder mal der Gesellschaft nen Bärendienst erwiesen Wagenknecht...



    Ich muss aber sagen, diese Aussage, dass die (vom Janssen-Impfstoff abgesehen) beiden Impfungen nicht "vollständig" sind, aber die dritte schon, finde ich problematisch. Kommt aber nicht von ihr, sondern geht schon eine Weile rum. Ich denke zwar, sogar bei gesunden Menschen könnte der Schutz gegen schwere Erkrankung auch noch von einer Auffrischimpfung profitieren - nicht sicher, ob das schon gezeigt wurde - aber ich sehe keinen Grund, warum der Rückgang neutralisierender Antikörper auf ein Niveau, das die Infektion wieder zulässt, sich nicht wiederholen wird. Ich bezweifle, dass man die baseline durch die Auffrischimpfung heben kann. Also mit welcher Begründung kann man da diesmal von Vollständigkeit sprechen? Insofern sollte man einfach von einer temporären zusätzlichen Maßnahme sprechen. Und sowas ähnliches, sagt sie ja im Anschluss auch noch.


    (Man könnte auch einfach von einer Auffrischimpfung sprechen. Denn ehrlich gesagt, ich bin nicht sicher, ob alle, die mit diesem Konzept vertraut sind, wissen, dass ein "booster" das selbe ist.)


    Das heißt nicht, dass durch Rückgang des Infektionsschutzes nach einiger Zeit auf Dauer eine höhere Gefährlichkeit durch SARS-CoV-2 bestehen muss. Die gegenwärtige Situation mit einer impfstoff-vermittelten Prä-Endemizität, die vorallem auf Immunität gegen Spike basiert, kann sich - mal abgesehen von den Immunitätslücken bei den Ungeimpften - schon noch deutlich von der späteren wirklichen endemischen Phase unterscheiden. Nach mehreren Runden Exposition gegenüber dem Virus, bei einigen vielleicht unterstützt durch angepasste Impfstoffe, wird sich eine andere Breite an Immunität gegen verschiedene Varianten von SARS-CoV-2 entwickeln. Man darf auch nicht vergessen, dass wir zur Gefährlichkeit der anderen Coronaviren des Menschen gar nicht so viel wissen, da bei herkömmlichen viralen Atemwegserkrankungen, selten der Erreger bestimmt wird. Sie können in jedem Fall auch eine Lungenentzündung auslösen und wer weiß, wie die ohne die verbreitete Immunität gegen diese Viren verlaufen würde.

  • Ansonsten sagt das Video ja auch noch, dass mein Ende-mit-Schrecken-Szenario wegen rechtzeitiger politischer Intervention wohl ausbleiben wird ("* hoffe ich zumindest"), aber sehe ich bisher nicht. Und aus meiner Sicht schulden wir es dem Krankenversorgungssystem aus seinem Crash das maximale an Nachdurchseuchung rauszuholen.

  • Okay, ich denke mit der hier war es das erstmal mit neuen Grafiken, aber nachdem ich die Verteilung des Zeitabstands seit vollständiger Impfung hatte, dachte ich mir, kann man doch auch nochmal mit der Abnahme der Wirksamkeit vergleichen:




    Die blauen Kurven sind der Anteil Zweitimpfungen, die x Tage zurück liegen, genauer 90, 120, 150 oder 180 Tage (ca. 3, 4, 5, 6 Monate), an der gerade aktuellen Zahl aller Zweitimpfungen. Die Bezugsgröße ändert sich also die ganze Zeit.


    Die roten Kurven sind die gemessene Impfwirksamkeit gegen symptomatische Infektion für die Altersgruppen 18-59 und ab 60 Jahre und zwar immer am Ende des zugehörigen Zeitraums, in dem die Zahl von Infektionen bei Ungeimpften und die Zahl von Impfdurchbrüchen zur Berechnung der Wirksamkeit ermittelt wurde. Der Zeitraum sollte immer die vier Wochen davor umfassen.


    Die violette Linie ganz unten sind die Drittimpfungen bezogen auf die Gesamtbevölkerung. Habe ich mal noch zur groben Orientierung mit reingenommen.


    Ich würde sagen, so bei der gestrichelten Linie sieht man eine deutlichere Abnahme der Wirksamkeit (bei 18-59 Jahre vielleicht auch schon etwas früher). Man sieht, dass der Anteil der Zweitimpfungen, die 3 Monate oder mehr (x=90) zurück liegen vorher schon deutlich zugenommen hat. Für einen Zusammenhang mit der Wirksamkeit kommen eher der Ablauf von 4 oder 5 Monaten (x=120 oder 150) seit Impfung in Frage. Die Drittimpfungen sollten in jedem Fall für einen rescue sorgen, es sei denn die Durchseuchung und die damit steigende Immunität unter den Ungeimpften dominiert.

  • Sie können in jedem Fall auch eine Lungenentzündung auslösen und wer weiß, wie die ohne die verbreitete Immunität gegen diese Viren verlaufen würde.

    Man könnte gefährdete Gruppen im großen Rahmen gegen Pneumokokken impfen, dann hätte man 1 Impfung die gegen die 23 verbreiteten Erreger von Lungenentzündung wirkt und das 5 Jahre lang. Am Ende sterben auf den Intensivstationen Menschen an Lungenentzündungen...


    Die Kommunikation war von Tag 1 verheerend und ein einziger Vertrauensverlust, jetzt die dritte Impfung die alles wieder gut machen soll, aber wie bei den anderen wird dadurch gesellschaftlich eigentlich nichts besser. Nach 2 Jahren? Neue Mutante, Pharmaonkel ruft "Neues Spiel, neues Glück!"...

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