Der SARS-CoV-2-Thread

  • Das können wir gerne ausführlicher diskutieren. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Tage bzgl. einer gewissen Kurzlebigkeit meiner Beiträge scheue ich aber momentan den damit verbundenen Aufwand. Ich bin sicher, du hast dafür Verständnis.

    Ich sehen in der Studie eigentlich nicht viel mehr als eine Bestandsaufnahme von dem, was eh schon bekannt ist. Das Ziel dieser Studie war sowieso nicht herauszufinden, warum die Leute an sowas glauben, sondern nur, dass sie an etwas bestimmtes glauben. Wenn man die Gründe erfahren will, sollte man eine andere Studie lesen.

  • Warte mal, Genosse S.Y.D. ...


    Du zitierst völlig kontextbefreit eine Passage aus einem deutlich längeren Text, den ich selbst hier vorher reingestellt und dem Kollegen @Otzenfritz auch noch erklärt habe, was da drin steht, deutest dann den Inhalt kurzerhand so um, dass er in Deine Denkschablone von den fiesen Akademikern passt, die irgendwem den Diskurs verbieten wollen - obwohl die AutorInnen eigentlich die Ursache im von ihnen erforschten Phänomen der grassierenden Verschörungsdenkerei in gesellschaftlichen Verhältnissen sehen, für die sie erstmal niemand verantwortlich machen - und empfiehlst mir dann...

    Klar doch, lies den ganzen Text!

    ...ich solle eben diesen Text ganz lesen?


    Utan

    Zurück auf Los!

    Da frage ich mich doch, wer hier gerade versucht, ein altes vergammeltes Gedankenkarussell wieder auf Anfang zu stellen.

  • Aber über das Framing sind wir uns doch einig, oder? Maßnahmenkritiker und jetzt auch Impfunwillige werden als „Verschwörungstheoretiker“ markiert und sind damit raus aus dem demokratischen Diskurs, auch bei Nachtwey. Oder etwa nicht?

    Nein.


    Er bezieht sich dabei explizit auf die von den sogenannten Querdenkern initiierte Protestbewegung die er und seine KollegInnen von der Uni Basel in der besagten Studie vor ein paar Monaten analysiert hat.


    Nicht jeder Mensch der sich nicht Impfen lassen will, oder mit den politischen Maßnahmen nicht einverstanden ist steht alle paar Wochen vor dem Reichstag und beklagt sich über die "Diktatur".

  • im artikel steht das fast wortwortlich zu drinnen;


    London - Menschen, die sich mit der Delta-Variante infizieren, sind sehr ansteckend. Das wissen wir bereits. Neu ist: Das gilt offenbar unabhängig von ihrem Impfstatus. Ergebnisse von Untersuchungen haben gezeigt: Die Viruslast bei Geimpften, die sich dennoch mit der Delta-Variante anstecken, ist genauso hoch wie bei ungeimpften Delta-Infizierten.

    Das vermutet zumindest die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) in einem Statement, wie der Guardian berichtet. Vergangene Woche hatte bereits die US-Seuchenschutzbehörde von Beobachtungen berichtet, die nahelegen, dass Geimpfte eine ähnliche Viruslast haben könnten wie Ungeimpfte und somit auch genauso ansteckend sein könnten. Das wiederum würde die steigende Zahl der Erkrankten erklären.

    --


    Die Wahrscheinlichkeit sich überhaupt zu infizieren soll aber geringer sein und das zeitliche Profil der Viruskonzentration ist eventuell auch anders, so dass das Fenster der Infektiösität kleiner ist. Zudem muss man vermutlich auch die Zeitspanne, die seit der Impfung vergangen ist, beachten. Durch den initialen Aufbau eines hohen Antikörpertiters kann der Schutz gegen Infektion anfänglich höher sein als später, wenn der Antikörpertiter zurückgeht. Kaum Minderjährige wurden direkt zu Anfang geimpft, die meisten erst kürzlich.


    Mit anderen Worten durch eine Schule, wo ein Großteil der Schüler geimpft ist, wird sich das Virus langsamer bewegen als durch eine, wo die meisten Schüler ungeimpft sind. Nimmt man dann eine Maßnahme wie die Masken hinzu, kann das schon genügen, die Notwendigkeit von Quarantäne größerer Gruppen oder sogar Schulschließungen zu vermeiden.

  • Otzenfritz bezog sich übrigens auf die Nachtwey-Studie, nicht auf deren spätere Interpretation für die BPB.

    Nein. Tat er nicht.


    Er hat mich sogar direkt aus meinem Zitat des Nachtwey-Textes aus dem BPB-Sammelband zitiert:



    Ich weiß ja nicht, was es Dir bringt, hier nach irgendwelchen Erbsen zu suchen, die nicht richtig gezählt wurden, aber wenn Du das schon unbedingt machen musst, dann gib Dir halt wenigstens ein bisschen Mühe dabei.

  • edit: Beitrag gesendet, ohne alle anderen Beiträge über mir gelesen zu haben.

    Otzenfritz hat prinzipiell zwei weiter oben, ähnliches geschrieben.


    These: Bei Treffen mit nichtgetesteten Geimpfte verbreit sich das Virus wahrscheinlicher als bei Treffen mit getestenen Ungeimpften.


    Impfung schließt zu 40% (?) eine Ansteckung mit Delta aus, wenn eine geimpfte Person kritischen Kontakt mit einer infizierten Person hat.

    Testen schließt deutlich wahrscheinlicher aus, das eine infizierte Person an einem Treffen teilnimmt.


    These aus 2G Anlass in Niedersachsen ab 22. September. Ministerpräsident Weil will keine Regeln mehr für Geimpfte und Genesene in Restaurants, beziehungsweise Masken und Abstand den Betreibern überlassen, aber auf jeden Fall negativ getesteten Ungeimpften den Zutritt verwehren.


    Ich würde ja das Tübinger Modell für alle am Besten halten. Also alle, egal ob geimpft oder ungeimpft, brauchen einen negativen Test (vom Staat bezahlt), für bestimmte Veranstaltungen. Den Betreibern bleibt überlassen, ob sie eine Impfung zusätzlich zur Eintrittsbedingung machen.

  • Was sollte das jetzt? Diese Erbsenzählerei? Willst du vom schon in der Überschrift des BPB-Dingens ins Auge stechenden Framing ablenken?

    Warum willst Du mit Gewalt in der Überschrift ein "Framing" erkennen?


    Wenn WissenschaftlerInnen sich mit einem gesellschaftlichen Phänomen befassen, dann müssen sie es irgendwie benennen. Sie haben dafür offenbar ganz bewusst nicht den politisch schwer belasteten Begriff "Verschwörungstheorien" gewählt, sondern "Verschwörungsdenken" geschrieben.


    Wenn Du ernsthaft behaupten willst, dass die sogenannten Querdenker und die von ihnen angeführten Proteste nicht vom Denken im Verschwörungszusammenhängen geprägt waren, dann musst Du eine Studie machen, welche die Baseler Studie wiederlegt.


    Selbstverständlich waren nicht alle TeilnehmerInnen der großen Demonstrationen in der Hochphase der Bewegung durchgeknallte AluhutträgerInnen. Aber der kleinste gemeinsame Nenner war nunmal der Widerstand gegen eine Gefühlte DIktatur, die ihr grundrechtseinschränkendes Maßnahmenregime angeblich gegen den Willen der Bevölkerung verhängte, und dies in Absprache (-> Verschwörung) mit dem Großteil der "Mainstreammedien" und namhaften ExpertInnen wider besseres Wissen mit Forschungsergebnissen begründete, die von einem Großen Teil der Protestierenden nicht als wissenschaftlich anerkannt wurden.


    Die Motivation sowohl für dieses - zumindest gefühlt, zum Teil sicher auch tatsächlich - rechtsstaatswidrige "Regime" der Bundes- Landes- und Kommunalregierungen, sowie des Bundestages, der es schliesslich - wenn auch oft erst nachträglich und unzureichend debattiert - durch das Parlament winkte, als auch für die Forschungsergebnisse und Modellrechnungen der ExpertInnen wurde von einem großen Teil der Menschen, die für die Studie befragt wurden als durch fremde Einflüsse gesteuert, bewusst verfälscht oder fachlich falsch wahrgenommen.

    Also nicht nur die politischen Maßnahmen, die damit begründet wurden, sondern die Validität der wissenschaftlichen Erkenntnisse selbst wurde - und wird von einem harten Kern bis heute - angezweifelt. Dabei wird zudem ein Anspruch an den "Wahrheit"sgehalt von Wissenschaftlichen Erkenntnissen erhoben, den die Wissenschaft gar nicht erfüllen kann, weil sie - gerade auf so komplexen Forschungsgebieten wie Humanbiologie, Genetik und Virologie - ein stetiger Prozess ist, der immer wieder alte Erkenntnisse durch neue ergänzt oder ersetzt.


    Oliver Nachtwey, (als Hauptautor der bisher einzigen(!) größeren - wenn auch statistisch nicht repräsentativen - empirischen Studie zu diesem Phänomen) und seine Co-Autorin versuchen nun in dem besagten Artikel für die BPB (<-Regimepublikation!=O) zu ergründen, warum es in der heutigen Gesellschaft vermehrt zu solchen massiven, und nicht nur politischen, sondern epistemischen Widerständen gegen bisher gesellschaftlich akzeptierte Institutionen wie z.B. die medizinische Forschung, oder die - immerhin seit sechzehn Jahren (leider) demokratisch gewählte - [Edit: Bundes Merkel-]regierung kommt.

    Dabei geht es den beiden AutorInnen weder darum, jene Institutionen frei von Kritik zu halten, noch - wie ich oben schon an @Otzenfritz schrieb - um eine Schuldzuweisung in irgendeine Richtung, sondern um die Analyse der Gesellschaft, die jenes Phänomen - nicht erst seit Corona - hervorbringt.


    Diesem Versuch einer soziologischen und wissenschaftlichen(!) Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse über die ihnen innewohnende Eigenlogik hinaus - und das ist jetzt meine eigene Interpretation - entziehen sich allerdings die meisten Individuen in der bürgerlichen Gesellschaft - inklusive eines Großteils der SozialwissenschaftlerInnen - jedenfalls derer, die in der öffentlichen Diskussion überhaupt noch Erwähnung finden.

    Die (schweigende wie protestierende) Mehrheit steht diesem Analyse-Ansatz sogar häufig ablehnend bis offen feindlich gegenüber, weil sie selbst in der Logik der systemischen Strukturen gefangen ist und sich aus eigener Kraft nur sehr schwer von dem gesellschaftlichen Bewusstsein lösen kann, welches durch sie geformt wird.

    Was jener Logik widerspricht, bzw. versucht, sie aus einer übergeordneten Perspektive zu ergründen, entzieht sich somit der gefühlten real existierenden Realität™ und wird selbst als Ideologie gebranntmarkt, welche die Wirklichkeit nach dem Willen der ideologen umzudeuten trachte.


    Damit meine ich aber nicht, dass ein gesellschaftlicher Konsens über das Corona-Maßnahmenregime besteht, sondern dass sowohl die Maßnahmen als auch der Widerstand der Querdenker dagegen die selbe Grundlage in einer grundsätzlich affirmativen Haltung zur gegenwärtigen Beschaffenheit des Sozioökonomischen Gesamt-Systems haben, auf dessen materieller Basis sich unsere Gesellschaft entwickelt hat.

    Der "Widerstand" richtete sich in seiner Gesamtheit (natürlich mit vereinzelten Ausnahmen) nie explizit gegen grundlegende gesellschaftliche Verhältnisse, sondern immer nur gegen handelnde Personen, Institutionen oder eben gegen verschworene Strippenzieher im Hintergrund, denen man die Schuld daran gibt, dass das Versprechen der freiheitlichen Demokratie, welches sich überhaupt erst aus jenen Verhältnissen ergibt, nicht mehr eingelöst werden kann.


    Das trifft nicht nur auf die sogenannten Querdenker zu, die eine zutiefst bürgerliche Bewegung sind, deren prominenteste Wortführer allesamt aus dem unternehmerischen Mittelstand oder der gehobenen Mittelschicht stammen, und die sich häufig auf die herrschende Gesetzgebung berufen, um ihre Behandlung durch die Exekutive zum verfassungsfeindlichen Handeln eines sprichwörtlichen "Unrechtsstaates" zu erklären, sondern auch auf andere Teile der Gesellschaft.

    Bei den TeilnehmerInnen an den Corona-Protesten war allerdings offenbar der Leidensdruck - aus individuell sehr unterschiedlichen Gründen - groß genug, um dem daraus resultierenden Ohnmachtsgefühl kollektiv und öffentlich Audruck zu verleihen und sich - wie Nachtwey und Amlinger schreiben - durch den Protest auf der Strasse das Gefühl von gemeinschaftlicher "Handlungsmacht" zurück zu erobern.


    Wer nun allerdings schon in der Analyse der gesellschaftlichen Bedingungen, welche dem Phänomen des Verschwörungsdenkens zugrunde liegen, eine systemtreue Attacke und pauschale Abwertung gegen die Verschwörungsdenkenden sieht, nur weil der Begriff "Verschwörung" darin nunmal nicht anders umschrieben werden kann, der betreibt offenbar im eigenen Verstand ein "Framing" das gar keine andere Sichtweise mehr zulassen kann.

  • Ich denke, wenn wir unsere Rezeption der Nachtwey-Studie und der daraus im BPB-Papier gezogenen Schlüsse objektivieren wollen, dann müssen wir uns zunächst die eigentliche Studie anschauen anhand der darin gestellten Fragen und uns überlegen: was kann diese Studie überhaupt leisten? Sind die Fragebögen beispielsweise geeignet, die Motivation der Maßnahmenkritiker bestmöglich zu ergründen? Oder zeigen vielleicht bereits die Fragestellungen einen Bias aufgrund einer bestimmten Erwartungshaltung der Forschenden?

    Müssen wir uns nicht zuerst anschauen, wer die eigentliche Behauptung aufgestellt hat und anhand der daran aufgeworfenen Fragen uns überlegen: Was können diese Fragen überhaupt leisten? Sind die Fragen beispielsweise geeignet, die Beweisplicht für eigene Behauptungen auf andere zu schieben? Oder zeigen vielleicht bereits die Fragestellungen einen Bias aufgrund einer bestimmten Erwartungshaltung des Fragenden?


    Also wieso sollte Utan in der Bringschuld sein, deine Behautung zu beweisen? Mach doch selber.

  • Oder auch: Wurden dieselben Fragen einer Vergleichsgruppe gestellt aus der „normalen“, nicht auffallend massnahmenkritischen Bevölkerung?

    Was soll das bezwecken?


    Ziel der Studie war nicht, ein politisches Meinungsbild der gesamten Bevölkerung zu erheben, sondern explizit die Haltungen der Corona-Protestierenden zu erfassen.


    Du gehst einfach davon aus, dass es schon bei der Studie - und natürlich in Folge auch in dem von mir zitierten Artikel - nur darum gegangen sei, Protest gegen die Regierung pauschal zu diskreditieren und die TeilnehmerInnen zu verurteilen, und suchst dann nach Äußerungen und Begriffen, die Du zur Bestätigung dieser Hypothese verwenden kannst.


    Das ist genau die Art des "vom-Ergebnis-her-Denkens", der Verdrehung von Symptomen zu Ursachen, und der Projektion des unmittelbar persönlich Erfahrbaren auf den Zustand der restlichen Wirklichkeit außerhalb des eigenen Erfahrungshorizontes, die für das untersuchte Phänomen prägend sind, und - ich schreibe es gerne nochmal - nicht nur die sogenannten Querdenker und andere Beteiligte am demonstrativen "Widerstand" gegen das "Regime" betrifft, sondern Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung in der - von den AutorInnen des Artikels so beschriebenen - "liberalen Konkurrenzgesellschaft" in der "Spätmoderne"ist.

    Auf die Baseler Studie wird im Artikel gar nicht exklusiv abgestellt. SozialwissenschaftlerInnen untersuchen ja auch andere Aspekte von Gesellschaft.


    Aber wenn man die alle für Lakaien des "Regimes" hält, dann sind sie natürlich unglaubwürdig.

  • [...] Im Umgang mit diesen Protesten ist es aus unserer Sicht wichtig, die Kritiker:innen der Corona-Massnahmen nicht einfach zu pathologisieren. Das ist zwar verführerisch und entlastend, hilft aber nicht wirklich weiter. Für den Soziologen Niklas Luhmann nahmen Proteste und soziale Bewegungen die Rolle des “Immunsystems” der Gesellschaft ein, das die Selbsterhaltung der Gesellschaft sichere.21 Man könnte allerdings auch die Perspektive umdrehen und – statt nur einen Umgang mit den existierenden Bewegungen zu suchen – einen Prozess der gesellschaftlichen Selbstreflexion beginnen und fragen: Was für eine Gesellschaft bringt derartige Bewegungen hervor, was sind ihre strukturellen Voraussetzungen?

    So und jetzt bin ich aber auch genug über Deine albernen Stöckchen gesprungen.


    (Vielleicht it "es" ja doch kein anderes...:/)

  • Nur für Leute die meinen, @Syd hätte hier mal wieder ganz akribisch wissenschaftliche Fehlleistungen aufgedeckt:


    Vielleicht kann mir ja mal jemand von Euch beantworten, was an der Aussage


    "Die Medien und die Politk stecken unter einer Decke",


    welcher in der Befragung immerhin 56,86% "stimme voll und ganz zu", und immerhin noch 24,65 % "stimme zu" erreichte - also von grob ca. 80% der Befragten als korrekt empfunden wurde - nicht Ausdruck des Denkens in Verschwörungszusammenhängen ist?


    Und wenn einem schon die Frage als solche zu unerhört erschiene - warum sollte man sie dann überhaupt mit Zustimmung beantworten?


    Wenn ich mit jemand "unter einer Decke stecke", dann mache ich mit ihm gemeinsame Sache. Dann verabrede ich mich mit ihm zu gemeinsamem Handeln. Dann verschwöre ich mich mit ihm.


    Ob diese Einschätzung in der Wirklichkeit komplett falsch, völlig richtig, oder nur teilweise richtig/falsch ist, wird in der Studie überhaupt nicht überprüft und auch nicht bewertet.


    Das scheint ja auch eher eine ziemlich komplexe Debatte zu sein, die sich so einfach und pauschal überhaupt nicht beantworten lässt , während sie in der ganzen Gesellschaft nicht erst seit Corona sehr kontrovers geführt wird und gerade der hier zu großen Teilen versammelten Ex-Fangemeinde des medienkritischen Aufwachen!-Podcastes nur allzu vertraut sein müsste.

  • Na ihm gehts wohl weiterhin um eine, nun von ihm ganz persönlich vorgenommene, Zuordnung von Dingen als Verschwörungstheorie was er als ganz böses und gemeines Framing sieht.

    Daher werden nun sogar auch Fragen in eine solche Kategorie gesteckt. Selbst wenn es die Kategorie als solches in der Studie oder der weiteren Analyse und Diskussion darum garnicht gibt und sogar das Wort selbst nirgendwo auftaucht (ka hab nich geschaut, aber wenn hätte ers mit sicherheit fett rausgeholt). Er framed also nun selbst Fragen und Analysen um damit dann seine These eines Framings zu belegen.

  • eigentlich möchte ich mich mit deinem Scheiß aber garnich beschäftigen. Nur nimmst du immer soviel Platz ein, dass man da dann kaum rum kommt.


    Also is jetzt was dein Problem?

    Dass die Fragen da in die Kategorie gepackt wurden? Das es die Kategorie gibt?

    ah nein, gib mir keine Antwort, eigentlich will ich mich echt nich mit beschäftigen du bist immer so ein sinnloses Zeitloch. Und doch hab ich schon wieder geschrieben und auch nen doofen Link geklickt und hab hinterher doch nur Zeit verloren.

  • Na ihm gehts wohl weiterhin um eine, nun von ihm ganz persönlich vorgenommene, Zuordnung von Dingen als Verschwörungstheorie was er als ganz böses und gemeines Framing sieht.

    Daher werden nun sogar auch Fragen in eine solche Kategorie gesteckt. Selbst wenn es die Kategorie als solches in der Studie oder der weiteren Analyse und Diskussion darum garnicht gibt und sogar das Wort selbst nirgendwo auftaucht (ka hab nich geschaut, aber wenn hätte ers mit sicherheit fett rausgeholt). Er framed also nun selbst Fragen und Analysen um damit dann seine These eines Framings zu belegen.

    Es steht schon unter der Überschrift "Verschwörungstheorie" in dem Papier zur Studie. Aber das ändert ja nichts daran, dass es eine Theorie über eine Verschwörung zwischen "den Medien" und "der Politik" beschreibt.


    Wenn man natütlich nicht mal in einem wissenschaftlichen Kontext Begriffe nutzen darf, von denen sich manche Leute angegriffen und getriggert fühlen, dann verstehe ich wiederum nicht, warum man sich gerade in solchen Kreisen ständig über "cancel-culture" aufregt.


    Es scheint dann offenbar doch eine Rolle zu spielen, aus welcher politischen Ecke die Empörung kommt.

  • Naja, ich bin weiterhin der Meinung, dass es da auch politischen Einfluss gab und finde es aus gesundheitlichen Gründen unnötig. Zu der Überzeugung hat das Interview mit dem Stiko-Chef geführt, welches kurz vor der Umentscheidung stattfand.


    Das Interview ist allerdings aus dem Juni. Was auch immer du an Druck herausliest, hätte dann immer noch zwei Monate gebraucht, um in eine veröffentlichte Entscheidung zu münden. In dieser Zeit sind die ganzen Sicherheitsdaten aus den Ländern reingekommen, wo vergleichbare Einrichtungen die Impfung von Kindern kurzfristig empfohlen hatten. Ich bin nicht überzeugt, dass wir die Empfehlung der Ständigen Impfkommission letzten Monat ohne diese Daten bekommen hätten. Das hat auch Spahn in der letzten Pressekonferenz mit dem RKI als Problem angesprochen.


    Mal allgemein zur Ständigen Impfkommission: Was mir tatsächlich anfänglich auch nicht klar war, die beziehen Aspekte der Epidemiekontrolle in ihre Bewertung nicht wirklich ein. Das Missverständnis war bei mir entstanden, weil sie am Anfang die Priorisierung gemacht haben. Das ist aber konsistent mit ihrem normalen Vorgehen. Man muss das wohl im Zusammenhang mit der politischen Entscheidung sehen, eine möglichst reguläre Behandlung der Impfstoffe als vertrauensbildende Maßnahme zu haben. Deshalb die bedingte Marktzulassung durch die EMA, die mehr Zeit erfordert hat als eine Notzulassung, und deshalb die Arbeit der Ständigen Impfkommission, ohne Anpassung der Kriterien, nach denen sie vorgeht.


    Im Nachhinein kann ich besser verstehen, worauf Drosten damals hinauswollte. Andererseits war ich im Gegensatz zu ihm sowieso nicht für allzuviel Kreativität bei der Nutzung der Impfstoffe, insofern war mir nicht aufgefallen oder nicht wirklich klargeworden, dass das kreativitätsfreie Vorgehen der Ständigen Impfkommission vielleicht auf fehlender Würdigung der Epidemiekontrolle beruht.


    So, nun kann man das auch alles so machen - wäre vielleicht auch schwierig gewesen, da etwas umzubauen - nur dann ist natürlich klar, dass die Entscheidung der Ständigen Impfkommission bezüglich Impfungen in einer Epidemie ohne Würdigung dieses Aspekts nicht letztlich ausschlaggebend sein sollte. Als mir das klargeworden ist - so um die Zeit von diesem Interview herum - war für mich eine Empfehlung zur Impfung für die Minderjährigen im Bereich der Zulassung nicht mehr nötig, sondern die Möglichkeit sich individuell für die Impfung zu entscheiden hat genügt.


    Insofern hat Mertens hier halb unrecht:


    Zitat

    Das Problem war doch nicht die Stiko, sondern die Tatsache, dass in der Politik, schon bevor überhaupt der Impfstoff zugelassen wurde, so massiv über den Einsatz in dieser Altersgruppe diskutiert wurde, mit Plänen für Reihenimpfungen und so weiter. Das war auch für uns neu und aus meiner Sicht nicht glücklich, das muss man ganz klar so sagen.


    Er kann sich sicherlich übergangen fühlen, insofern man nicht darauf gewartet hat, dass die Kommission, der er vorsitzt, bewertet, ob etwas gegen die Impfung in der Altersgruppe spricht. Aber einen Verzicht darauf, den Nutzen aus Sicht der Epidemiekontrolle zu diskutieren, kann er nicht erwarten, wenn das von der Ständigen Impfkommission überhaupt nicht gewürdigt wird.


    An dem Punkt als sie die Möglichkeit der Impfung eingeräumt haben, war meine Position gut jetzt können wir und sollten auch alle in der Altersgruppe impfen, wir haben dazu ausreichend Anlass (und das war noch bevor Varianten von SARS-CoV-2 eine Senkung des bis dahin beobachteten Schutzes vor Infektion zugeschrieben wurde) und es wäre ehrlich gesagt merkwürdig das nicht zu tun. Spätestens als sich bei den Erwachsenen eine Abdeckung von nur 2/3 bis 3/4 abgezeichnet hat, hätte man so vorgehen sollen.


    Das Problem war eher, dass diese Konstellation den Politikern oder auch den Ärzten nicht klar war. Deswegen gab es nach der ersten Einschätung erst recht großen öffentlichen Druck auf die Ständige Impfkommission, vorher war es ja mehr eine Kritik, dass die so lange brauchen. Bei den Ärzten ist es noch am ehesten verständlich, die wollen natürlich die Absicherung einer Empfehlung im Rücken und das eben nicht aus eigenem Ermessen (in der Theorie zusammen mit den Eltern und Kindern) entscheiden müssen. Die Politik hätte aber tatsächlich das, was sie schließlich gemacht haben, nämlich die Impfzentren so aufzustellen, dass sich dort auch die Altersgruppe 12-17 ganz regulär impfen lassen kann, sofort umsetzen können. Aber ich denke die haben die Struktur dieses Verantwortungsgeflechts erstmal gar nicht verstanden.

  • Mich wundert an dem Interview übrigens eine andere Aussage:


    Zitat

    Sie meinen sicher das niedrige Versterbensrisiko von 0,001 Prozent in der Altersgruppe 12 bis 17?


    Moment, das ist zu schnell gesagt. Es gab in Deutschland 2 Todesfälle in der Altersgruppe, so ergeben sich die 0,001 Prozent. Aber beide waren bereits vor Covid-19 sehr schwer erkrankt. Für gesunde Kinder und Jugendliche der Altersgruppe ist das Risiko an Covid-19 zu sterben derzeit rein statistisch gleich null.


    Nach den letzen Daten vom RKI, Stand 8. September 2021:


    https://www.rki.de/DE/Content/…en/Klinische_Aspekte.html


    0-9 10-19
    Gesamt 15 12


    Leider haben sie das im Juni so noch nicht veröffentlicht und leider ist es auch nicht genauer aufgelöst. Aber demnach sollte sich die Zahl für 12-17 seit Mitte Juni sowas wie verdreifacht haben. Selbst wenn die Datenbasis auf die sich Mertens bezieht nochmal ein oder zwei Monate älter ist, fände ich das etwas merkwürdig.

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