Der SARS-CoV-2-Thread

  • Ich beziehe mich nur auf den zitierten Absatz. Wenn alle Menschen die selbe "Wahrheit" vermittelt bekommen (und sonst keine andere kennen), ist das System stabiler und Verschwörungstheorien nehmen ab. Extremes Beispiel: Nur noch eine einzelne Nachrichtenquelle und kein Diskurs.

    Es geht aber dabei nicht um die selbe "Wahrheit", sondern um die selbe Wirklichkeit, als Grundlage sowohl wissenschaftlicher Forschung und politischer Entscheidungen, als auch der öffentlichen Diskussion und Meinungsbildung.


    Nachtwey und Amlinger beschreiben den wachsenden Trend zum Verschwörungsglauben als Ausdruck eines "epistemischen" (also eines erkenntnistheoretischen) "Widerstandes".

    Dabei wird nicht die einfach die Wahrheit offizieller oder institutioneller Aussagen angezweifelt, sondern der ganze Prozess der Wahrheitsfindung als solcher. Das drückt sich im Fall der Corona-"Skeptiker" darin aus, dass man den gesamten Forschungsapparat für unfähig, korrupt, oder anderweitig interessengesteuert erklärt - jedenfalls dann, wenn er zu Erkenntnissen gelangt, die der eigenen gefühlten Realität widersprechen - und ihn daher als Grundlage gesellschaftsrelevanter Entscheidungen ablehnt. Dadurch wird der "Wissensgesellschaft" in den Augen ihrer KritikerInnen der Wissen-schaffende Boden unter den Füßen weggezogen.


    Die AutorInnen verorten die Ursache für diese wachsende Entfremdung des bürgerlichen Individuums von der gefühlten Realität allerdings nicht in konkreten Handlungen oder Äußerungen irgendwelcher Akteure - weder in jenen der sogenannten Querdenker noch der Politikerinnen, die von ihnen kritisiert werden -, sondern sie sehen sie ganz klar in den gesellschaftlichen Verhältnissen der "liberalen Konkurrenzgesellschaft" selbst begründet. (Dass sie dabei nicht etwa "Neoliberaler Spätkapitalismus" schreiben ist sicher dem Umstand geschuldet, dass man solche Begriffe als seriöser Soziologe an einer staatlichen Universität lieber nicht benutzen sollte, wenn man nicht in eine "linksradikale" Ecke gestellt und der "ideologischen" Agitation bezichtigt werden will.)


    Nachtwey und Amlinger geben in dem Artikel jedoch keine Empfehlung dazu ab, wie diese Fehlentwicklung korrigiert werden könnte. Ganz sicher sehen sie die "Lösung" des Problems nicht in einer offiziell oktroyierten "Wahrheit" die von allen zu akzeptieren sei. Sie analysieren lediglich den Ist-Zustand, und beschreiben dabei eine Gesellschaft, die zwar auf den generellen Versprechen von individueller Freiheit und Sicherheit - natürlich nur bei entsprechender Systemkonformität! - aufgebaut ist, dieses aber für immer mehr Menschen nicht mehr erfüllen kann. Gleichzeitig reklamieren die bürgerlichen Individuen jene indivduelle Freiheit als ihr "gutes Recht" und fühlen sich mit großem Unrecht ("Diktatur!") konfrontiert, wenn ihnen nicht recht gegeben wird.


    Im "Normal"-Betrieb wird diese Diskrepanz zwischen indivdiuellem Freiheitsanspruch und gesellschaftlicher Wirklichkeit von gesellschaftlichen Strukturen und Mechanismen überdeckt, die dort wo die Freiheit beschränkt ist zumindest Sicherheit vor dem sozialen Abstieg suggerieren - jedenfalls für die bürgerliche Mittelschicht, die noch nicht sozial abgestiegen ist (wie z.B. die wachsende Reservearmee der NiedriglöhnerInnen und Hartz IV-EmpfängrInnen), und aus der sich auch die Mehrzahl der TeilnehmerInnen an den Corona-Protesten rekrutiert.

    In der Ausnahmesituation der Pandemie greifen viele dieser gesellschaftlichen Menchanismen jedoch nicht mehr, und allgemeine Verunsicherung führt zu emotionalen Ausbrüchen und Verwirrung, die dann entsprechend kanalisiert werden und den Individuen zumindest das Gefühl geben, weiterhin souverän und als Gemeinschaft handeln zu können, indem sie sich zum Beispiel zum kollektiven "Widerstand" gegen die "Corona-Diktatur" zusammenfinden.

    Andere Möglichkeit wäre, Menschen wieder mehr Handlungsmacht, in Form demokratische Mitbestimmung zu geben. Wenn sie ihre Interessen gegenüber "den Eliten" (oder auch Reptiloiden ;)) durchsetzen können und ihr Leben wieder besser läuft, werden auch die Theorien nachlassen.

    Die Frage dabei ist, welche Entscheidungen mehr demokratische Mitbestimmung zu Tage fördern würde, wenn keine gemeinsame Entscheidungsgrundlage vorhanden ist, die von allen DemokratieteilnehmerInnen akzeptiert wird.


    Das ist eigentlich ein klassisches Problem der Linken und es zeigt sich auch im derzeitigen Wahlkampf ganz eklatant. Da wo z.B. namhafte, allgemein als solche anerkannte ExpertInnen der Wirtschafts-"Wissenschaft" permanent konstatieren, dass der Kapitalismus vielleicht nicht ideal, aber unter allen bisher erprobten sozioökonomischen Systemen immer noch das freiheitlich-demokratischste sei, kann linke Systemkritik nicht einfach das Gegenteil behaupten, weil sie damit gegen die gefühlte Realität der herrschenden Verhältnisse argumentieren würde.

    Sie muss hingegen versuchen, die gesellschaftlichen Mechanismen aufzuzeigen, die verhindern, dass über die Logik jener Verhältnisse hinaus gedacht wird.


    Der Unterschied zum Querdenkertum besteht dabei allerdings darin, dass die radikale linke Kritik auf den konkreten, materiellen Verhältnissen aufbaut, und nicht auf gefühlten Realitäten, die sich nicht aufrecht erhalten lassen, sobald der ganze Apparat - wie in der Pandemie - ins Stocken gerät und die politische Führung zu Handlungen zwingt, für die es noch keine etablierten Mechanismen gibt, die als Teil des gesellschaftlichen "Normal"-Betriebes akzeptiert sind.

  • Jetzt wird es schön langsam ekelhaft. Dann sollen diese Feiglinge doch schnell eine Impfpflicht durchprügeln, vor der Wahl mein ich, statt diesem nudging mit dem Dreschflegel.


    Reihnland-Pfalz geht also mit schlechtem Beispiel voran. Die Gesparte Kohle wird sicherlich gut angelegt, z.B. könnte man die Infrastruktur im Überflutungsgebiet wieder hinstellen, dass sie beim nächsten Event wieder weggespült wird...


  • Reihnland-Pfalz geht also mit schlechtem Beispiel voran. Die Gesparte Kohle wird sicherlich gut angelegt, z.B. könnte man die Infrastruktur im Überflutungsgebiet wieder hinstellen, dass sie beim nächsten Event wieder weggespült wird...

    mhm, ich verstehe ja irgendwie die Aufregung darüber, aber das ist doch letztendlich genau die Art "Freiheit", wie sie sich überall darstellt. Jeder hat das Recht alles zu machen, aber keiner hat das Recht, dass es kostenlos oder ohne Konsequenzen ist. Jetzt triffst mal einige, die sich dieser Realität sonst gar nicht so bewusst waren.


    Vielleicht findet sich in dieser Pandemie ja doch nochmal der Weg zurück zur Systemkritik. Wäre ja voll schön.

  • So vergesslich, diese Bürgery. Ein Phantom geht um.

    Für uns ... ist und bleibt klar, dass es keine Impfpflicht geben wird. Auch keine Impfpflicht durch die Hintertür. Jeder kann und muss sich frei entscheiden können, ob er sich impfen lässt oder nicht. Eine Spaltung der Gesellschaft in Geimpfte und nicht Geimpfte wollen wir nicht“, ... Aber die aktuelle Diskussion über ein Verbot der Privilegierung von Corona-Geimpften sei eine Phantomdebatte

  • Wemire


    Warum sollte die Notwendigkeit von Maßnahmen in ihrer Gruppe und in ihrem Lebensumfeld zurückgehen würde bei Impfungen von Jugendlichen zurückgehen; wenn die Ansteckungsgefahr bei geimpften und ungeimpften bei delta-Variante diesslbe ist?


    Meinst du nicht das man pozenzielle (langzeit)Impfschäden zu einer Nutzen-Kosten Kalkulation zu mindest einbeziehen sollte?

  • mhm, ich verstehe ja irgendwie die Aufregung darüber, aber das ist doch letztendlich genau die Art "Freiheit", wie sie sich überall darstellt. Jeder hat das Recht alles zu machen, aber keiner hat das Recht, dass es kostenlos oder ohne Konsequenzen ist. Jetzt triffst mal einige, die sich dieser Realität sonst gar nicht so bewusst waren.


    Vielleicht findet sich in dieser Pandemie ja doch nochmal der Weg zurück zur Systemkritik. Wäre ja voll schön.

    Ich glaube schon das man diese Aufregung als Systemkritik sehen kann, denn der springende Punkt bei der Sache ist das man bisher eigentlich auch jedem dummen Menschen bei einer Verletzung oder Krankheit - egal ob selbst verschuldet - immer noch ausreichend Solidarität entgegen gebracht hat...was ich übrigens auch richtig finde...denn Ich sehe durchaus die Gefahr das man dieses Denkmuster vonwegen keine Lohnfortzahlung oder weitergedacht sogar keine Krankenversicherung mehr auch auf jede Menge andere Leute anwenden könnte, z.B. Menschen die (zu) viel Alkohol trinken oder rauchen usw...oder Leute die zu viel essen und/oder umgekehrt sich zu wenig bewegen...wobei man dann aber mit der Bewegung auch wieder aufpassen muss...mir haben schon Menschen gesagt das ich als Mountainbiker bei einem Unfall eigentlich die Krankenversicherung nicht in Anspruch nehmen dürfte und meine Kosten selber tragen sollte, es wäre ja meine eigene Schuld so ein riskantes Hobby auszuüben.

    Und da gibt es halt noch viele andere Beispiele wenn man weiter darüber nachdenkt wen man noch so für dummes Verhalten bestrafen könnte.


    Mit dieser eher unsozialen und eiskalten kapitalistischen Logik findet man wie gesagt vermutlich bei fast jedem Menschen irgendwas im Leben was man dafür verwenden kann um jemandem die Solidarität abzusprechen und ihm oder ihr am Ende die Lohnfortzahlung oder wie gesagt weitergedacht sogar die Krankenversicherung zu streichen.

  • Gibt's die Impfung jetzt auch als Zäpfchen oder was soll das immer mit der Hintertür. Seriously, wenn man arbeitet hat man entweder das Glück oder Pech, dass das eigene Kind weniger als 40 Tage im Jahr krank ist bzw. in Quarantäne, ansonsten gibt's auch keine Lohnfortzahlung. Und da hat nix mit Freiheit.


    Ich bin echt gegen eine Impfpflicht, aber wir sollten jetzt mal nicht so tun, als sei es eine riesen Hürde, sich impfen zu lassen, da es grundsätzlich ein Privileg ist. Und mit den Privilegien, die wir hier haben, ist's manchmal echt von allem ein wenig zu viel und gleichzeitig zu wenig. Wtf...


    Oh und @clembus , biontech hat von der FDA schon die vollständige Zulassung. Just saying.

  • Ich glaube schon das man diese Aufregung als Systemkritik sehen kann, denn der springende Punkt bei der Sache ist das man bisher eigentlich auch jedem dummen Menschen bei einer Verletzung oder Krankheit - egal ob selbst verschuldet - immer noch ausreichend Solidarität entgegen gebracht hat...was ich übrigens auch richtig finde...denn Ich sehe durchaus die Gefahr das man dieses Denkmuster vonwegen keine Lohnfortzahlung oder weitergedacht sogar keine Krankenversicherung mehr auch auf jede Menge andere Leute anwenden könnte, z.B. Menschen die (zu) viel Alkohol trinken oder rauchen usw...oder Leute die zu viel essen und/oder umgekehrt sich zu wenig bewegen...wobei man dann aber mit der Bewegung auch wieder aufpassen muss...mir haben schon Menschen gesagt das ich als Mountainbiker bei einem Unfall eigentlich die Krankenversicherung nicht in Anspruch nehmen dürfte und meine Kosten selber tragen sollte, es wäre ja meine eigene Schuld so ein riskantes Hobby auszuüben.

    Und da gibt es halt noch viele andere Beispiele wenn man weiter darüber nachdenkt wen man noch so für dummes Verhalten bestrafen könnte.


    Mit dieser eher unsozialen und eiskalten kapitalistischen Logik findet man wie gesagt vermutlich bei fast jedem Menschen irgendwas im Leben was man dafür verwenden kann um jemandem die Solidarität abzusprechen und ihm oder ihr am Ende die Lohnfortzahlung oder wie gesagt weitergedacht sogar die Krankenversicherung zu streichen.

    Klar, ich kann nicht ausschliessen, dass es bei einigen auch eine Art ist, echte Systemkritik zu artikulieren. Wie gesagt, ich hab die Hoffnung ja nicht aufgegeben.


    Was ich aber sonst so mitkriege, ist es eher überwiegend die Art von "Systemkritik", wie sie zB auch beim Thema Klima und dem Wegfall von verbrieft geglaubten Privilegien geäußert wird. Alles sehr anekdotisch, natürlich.

  • NRW streicht Lohnfortzahlung für Ungeimpfte ...


    Wer sich eine Folgeerkrankung durch Schönheitsoperation, Tätowierung oder ein Piercing holt ist auch draußen - denke mal die Liste wird geflissentlich insgeheim immer länger (das müssen Ärzte vorbei an der Schweigepflicht melden, sie nennen das auch Petz-Paragraph). Lohnfortzahlung hat sich die Arbeiterbewegung ja nur 100 Jahre lang sehr hart erkämpft, kann man sich alles nebenbei aus der Tasche fingern lassen.



  • Sorry, ich verstehe das Ausdruck von Sozialneid.

    Wenn du das so verstehen möchtest, dann tue das. Ich denke, ich habe mit dem dann folgenden Absatz klar gemacht, worum es mir dabei ging und damit mache ich mir deine Einordnung dann auch nicht zu eigen. Danke aber, dass du mir die Gelegenheit gibst, dieses Missverständnis auszuräumen.

  • Warum sollte die Notwendigkeit von Maßnahmen in ihrer Gruppe und in ihrem Lebensumfeld zurückgehen würde bei Impfungen von Jugendlichen zurückgehen; wenn die Ansteckungsgefahr bei geimpften und ungeimpften bei delta-Variante diesslbe ist?


    Ist ja nicht der Fall.


    Meinst du nicht das man pozenzielle (langzeit)Impfschäden zu einer Nutzen-Kosten Kalkulation zu mindest einbeziehen sollte?


    Da potentielle Langzeitschäden einer CoViD-19-Erkrankung oder SARS-CoV-2-Infektion bei der immunnaiven Bevölkerung ebenfalls nicht bekannt sind, finde ich den Punkt in der Kalkulation tatsächlich nicht übermäßig relevant, wenn man nicht wenigstes mechanistische Ansätze vorweisen kann.

  • Rechtlich wäre interessant ob die Leute ihrem Arzt gegenüber verpflichtet sind ihren Impfstatus anzuzeigen.

  • Rechtlich wäre interessant ob die Leute ihrem Arzt gegenüber verpflichtet sind ihren Impfstatus anzuzeigen.


    Ja, da ist vieles noch nicht geklärt, denke auch es wird noch einige Gerichte beschäftigen und am Ende ganz oben landen.


    Aber wie gesagt, das mit den Piercings/Tattoo/Optic-Ops (vielleicht bald auch Sex-Unfälle) müssen Ärzte schon den Krankenkassen melden, Schweigepflicht hin oder her, da spielt der Arzt sonst mit der Kassenzulassung.


    Wird es diese Dritthaftung auch geben wenn ein Tesla mich um den Baum wickelt und vom Hals abwärts lähmt? Wahrscheinlich nicht : )

  • Vielleicht findet sich in dieser Pandemie ja doch nochmal der Weg zurück zur Systemkritik. Wäre ja voll schön.

    Anlässe dafür gibt es zu Hauf, man muss sie nur mal nutzen. Die Transferleistung muss man dabei aber hinbekommen. Es ist nämlich durchaus system-bedingt, wenn sämtliche Maßnahmen vor allem den privaten Bereich übermäßig einschränken und optimal auf die Aufrechterhaltung von Lohnarbeit angepasst werden. Wenn auch, wie bereits zuvor erwähnt, das system hier lediglich Prioritäten vorgibt und jedes anders ideologisch ausgerichtete Regime ähnlich agieren dürfte.

    Konkret spielt bei uns das Risiko dann eine untergeordneter Rolle. Spätestens bei der Sperrstunde sollte das jedem aufgefallen sein.


    Und wenn die Umsetzung in einer Form erfolgt, die eigentlich bei jedem Systemkritiker in normalen Zeiten die Alarmglocken hätten schrillen lassen, denn die lagen ja ohnehin in den Schubladen, plötzlich unklar und deplatziert sein soll, dann erscheint Systemkritik plötzlich eher als Freizeitbeschäftigung.


    Ich weiß nicht, inwieweit z.B die Einschränkung von Bürger- und Arbeitnehmerrechten wegen einer inzwischen gut überschaubaren Lage (Wir reden u.A. von ca. 18% Unterschied bei der Quote zu unserem nördlichen Nachbarn) sich von den Grundrechtseinshränkungen aufgrund von Terrorangriffen groß unterscheidet, außer dass damals eher eine Minderheit direkt extrem nachteilig betroffen war und keine Möglichkeit hatte sich anzupassen. Der Rest lief als Grundrauschen und hat nach Bekanntwerden irgendwie auch keinen mehr so richtig interessiert. Pegasus verflog ja dieses Jahr fast schneller als ich Aluhut sagen kann.

    Man braucht im Grunde nicht viel Fantasie um sich vorzustellen, wie solche Einschränkungen sich nachhaltig auf unser (Arbeits-) Leben auswirken werden.


    Aber es wurde ja bereits angedeutet, dass derlei in Sachen Klima durchaus angemessen sein könne. Allerdings müssten wir uns in dem Fall dann sowieso nochmal ganz offen über unseren Gesellschaftsvertrag unterhalten. Das scheint mir ohnehin die eigentliche Konfliktlinie zu sein, um die sich derzeit alles kreist. Ich bin mir aber sicher, das das Verfassungsgericht auch diesbezüglich weiter für klare Verhältnisse sorgen dürfte. Dieses hat ja teilweise bereits alte Rechtsauffassungen durch modernere ersetzt.

    Gibt's die Impfung jetzt auch als Zäpfchen oder was soll das immer mit der Hintertür. Seriously, wenn man arbeitet hat man entweder das Glück oder Pech, dass das eigene Kind weniger als 40 Tage im Jahr krank ist bzw. in Quarantäne, ansonsten gibt's auch keine Lohnfortzahlung. Und da hat nix mit Freiheit.

    Hat man dann (anschließend) eigentlich Anspruch auf ALGI? Ich dachte bei Quarantäne gäbe es normalerweise gar keine Lohnfortzahlug, weil ja die Krankheit fehlt. Ich meine gut, wenn man die Anordnung der Quarantäne aufgrund von Inzidenzwerten als Schicksalsschlag betrachtet, kann man das sicher so sehen.

    Wobei das einzige Ziel hierbei ja inzwischen wieder nur noch die Vermeidung von zu vielen belegten ITS-Betten sein drüfte. Der Rest ist Eigenverantwortung. Und da ist man dann spätestens bei den elenden Zahlen und der Debatte, um die Verhältnismäßigkeit, die auch kaum jemand führen möchte.

    Ich bin echt gegen eine Impfpflicht, aber wir sollten jetzt mal nicht so tun, als sei es eine riesen Hürde, sich impfen zu lassen, da es grundsätzlich ein Privileg ist. Und mit den Privilegien, die wir hier haben, ist's manchmal echt von allem ein wenig zu viel und gleichzeitig zu wenig. Wtf...

    Ich bin gegen eine Impfflicht, aber ...

    Dann soll man sich halt ehrlich machen und nicht so rumeiern, wie unsere Politiker. Dann wissen auch alle, wo sie stehen. Nur scheut man eben die damit zwangläufig verbundene Konfrontation. (Stichwort Hintertür)



    Auch interessant, obgleich ich jetzt auf die Schnelle keine vergleichbaren Zahlen für DE habe, nur die Feststellung, dass es auch bei uns ein Gefälle geben soll. Eine Portion Klassismus durfte ja auch in der zuvor diskutierten Studie nicht fehlen. Glaubwürdigkeitskrise. Sowas kommt von sowas und wirft natürlich die Systemfrage auf, denn dessen Wirkung wird hier deutlich sichtbar.

    Und nun haben wir ein Dilemma, denn diese Nudging-Strategie bewirkt am Ende genau das Gegenteil von Befriedung, sondern erzeugt nachhaltig mehr Misstrauen als der direkte Zwang. Also ich bin absolut gegen eine Impfflicht, nur wäre mir die immer noch lieber, als dieses Irreführen.

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