Der SARS-CoV-2-Thread

  • Aus irgendeinem Grund gibt es nur indische Quellen, aber ich glaube das mal. Die USA haben also ihren Zwang zur Erfüllung der US-Bestellung bevor Exporte von Impfstoffen möglich sind eingestellt:


    https://www.tribuneindia.com/n…ax-sanofi-vaccines-263260


    Zitat

    [...] the Biden Administration has removed Defense Production Act priority ratings on AstraZeneca, Novavax and Sanofi vaccines, a top US official said.


    Für einen Impfstoff, den sie nicht wollen, einen, der noch nicht zugelassen ist, und einen, von dem ich zumindestens dachte, er kommt gar nicht mehr.


    :thumbup:

  • Verstehe nicht, warum das mit dem Panel immer noch propagiert wird. Wenn man das will, könnte man betroffene Berufsgruppen genauso gut über die Erkrankten systematisch erfassen. Ansonsten weiß ich nicht, wie man mit dem Vorgehen den Nahverkehr als Infektionsort bestätigen oder ausschließen will. Welche Verkehrsmittel verwendet werden, ist doch mit vielen anderen Faktoren konfundiert. Und mir ist auch nicht klar, welchen Umfang an Stichprobe man sich da vorstellt, wenn man zum Beispiel von den paar hunderttausend Lehrern ausreichend viele vertreten haben will, um dann auch noch eine sinnvolle Stichprobengröße für einzelne Unterteilungen dieser Gruppe wie "Lehrer im Präsenzunterricht" zu haben.


    Das wirkliche Versäumnis ist vielleicht eher, dass man dieses Verfahren nicht parallel ausprobiert hat, um zu sehen, ob das überhaupt als Alternative taugt.

  • Nachdem auch der neuste "Maskenskandal" in sich zusammenzufallen scheint, zeigt das, was wir wirklich brauchen, nämlich einen Untersuchungsausschuss für die Pandemie-Phase im nächsten Bundestag. Und zwar für die gesamte Regierung. Auf dem Bundesgesundheitsministerium lag sehr viel Aufmerksamkeit, aber da ist dann die Zeit sich mal anzuschauen, was der Rest inklusive der Länderregierungen so gemacht hat.


    Beispiel der Streit mit dem Bundesarbeitsministerium, der dem sogenannten Skandal zu Grund liegt. Die entsprechende Verteidigungsschrift vom Bundesgesundheitsministerium hat einen besonders bemerkenswerten Punkt:


    https://www.bundesgesundheitsm…enblatt-schutzmasken.html

    https://www.bundesgesundheitsm…tenblatt_Schutzmasken.pdf



    Weil sich die Kriterien geändert hatten, konnte die Masken nicht genutzt werden:


    Zitat

    Seit Beginn der zweiten Welle im Herbst hat sich das BMG darum bemüht, die Pandemieregelungen wieder in Kraft zu setzen, um auch die vom Bund beschafften CPI-Masken zum Einsatz bringen zu können.

    Entsprechende Wünsche, die Pandemieregelungen wieder in Kraft zu setzen, liegen dem BMG auch von mehreren Bundesländern vor, die sich ebenfalls rechtlich gehindert sehen, ihre selbst beschafften qualitätsgeprüften Schutzmasken zu nutzen


    Forderungen nach einer Temperaturkonditionierung und verlängerten Gebrauchssimulation hat das BMAS dann in den weiteren Diskussionen geltend gemacht. Durch diese ergänzende Forderung war es erforderlich, für einen Teil der vom Bund beschafften qualitätsgeprüften Masken die entsprechenden Nachprüfungen vorzunehmen; die Nachprüfungen wurden begonnen, haben sich aber als extrem zeitaufwendig erwiesen. Die Masken konnten deshalb leider in der zweiten und dritten Welle der Pandemie nicht mehr zum Einsatz gebracht werden,


    Es stellt sich die Frage, warum das Bundesarbeitsministerium sich bei der Nutzung quergestellt hat, wenn man, offenbar mit ihrer Zustimmung, diese Masken jetzt in die Reserve überführen kann. Heißt das wir haben eine Reserve, die wir dann nicht nutzen können, sollte es kurzfristig die nächste Epidemie geben?


    Die Rücknahme der Sonderreglung seitens dieser Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik am 1. Oktober klingt für mich etwas verdächtig. So als sollte das ein Signal sein, dass da kein weiterer großer Ausbruch mehr kommen wird. Vielleicht ein frühes Zeichen, dass die Länder keine größeren Maßnahmen mehr unternehmen wollten. Aber das mag jetzt überinterpretiert sein.


    In jedem Fall, Untersuchungsausschuss zur Aufarbeitung. Das wäre sehr sinnvoll.

  • Noch niemand hier über Luckhaus und seinem Austritt aus der Leopoldina geschrieben?

    Hab das von meinen Verschwörungstheorie-Verwandten bekommen und ich weiß nicht so recht, was ich dazu sagen kann.

    Der Schuster reitet sicher demnächst darauf rum…

    Aber die Aussagen, die der Luckhaus trifft, sind schon schwerwiegend. Könnt ihr mir mal bitte helfen, das einzuordnen?

    Danke


  • These:

    Wahrscheinlichkeit im April 2020 sich im Alter von 50- 64Jahren mit dem Virus zu infizieren und zu versterben
    ist gleich der
    Wahrscheinlichkeit innerhalb von 2Monaten/50-64Jahre unter Normalbedingungen zu versterben



    Ein Vergleich von Äpfeln und Birnen, bzw von Äpfeln mit Äpfeln: Da zu dem Zeitpunkt (April 2020, Lockdown) niedrige Inzidenz vorherrschen, die meisten Boomer Angst haben, sowie das Privileg sich schützen zu können, ist ihr Todesrisiko im Grunde unverändert.


    Recht plumpe Verharmlosung für einen Professor.

    Hier kann man sehen wie viele Personen sich etwa im genannten Zeitraum im Alter von 45-64 infiziert haben:
    https://www.zdf.de/nachrichten…ung-infografiken-102.html

  • Ist halt eine Mischung aus Polemik - wer würde Spahn als "Corona-Experte" bezeichnen? - und Behauptungen, die sonstigen Erkenntnissen widersprechen, wenn nicht falsch sind.


    Infizierte Person im Alter 50-64 Wahrscheinlichkeit für Tod 10^-3 - ist zu niedrig, sollte eher so das Drei- oder Vierfache sein. Keine Ahnung, wo er sich diese Zahlen herholt. Gibt bestimmt Wege sich das hinzurechnen.


    Dann seine 700 Infizierten mit Immunantwort - warum entwickeln 299 keine? Es ist auch nicht wirklich klar, dass "neue" Varianten ein Problem darstellen, wenn man über eine gewisse Immunität als Ergebnis einer Infektion verfügt.


    Die Sache mit der Notzulassung. Nein, die gibt es nicht. Sowas gibt es zum Beispiel in den USA als EUA. Aber in der EU ist das eine bedingte Marktzulassung. Das ist eine im Prinzip normale Zulassung aber mit besonderen Auflagen für die Hersteller. Und das "bedeutet" eigentlich gar nichts.


    Diese Studie, die er erwähnt, ist denke ich diese hier - im Auftrag der Bundesländer und des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen, durchgeführt im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, 15. Februar bis 19. März:


    https://vm.baden-wuerttemberg.…nsrisiko_im_%C3%96PNV.pdf


    Da gibt es eine Tabelle 11 wo eine Gesamt-Inzidenz von 0.04 verteilt über die vier Wochen der Studie zusammenkommt. Wenn man das durch 4 teilt, käme man auf "1 Prozent" pro Woche. Das entspräche einer 7-Tage-Inzidenz von 1000. Nun basiert die vorallem auf Antikörper-Tests. PCR-Tests gab es in der Zeit nur vier, kommt man mit der selben Rechnung auf so 150. Das ist dann schon plausibel als Wert. Mit Faktor > 6 aber eine relativ hohe Zahl von unerkannten Infektionen. Hängt aber letztlich von der Gruppe von Personen ab, denn das ist keine repräsentative Stichprobe.


    "So viel zu RKI-Inzidenzen" - Ja, niemand sagt, dass damit die echte Zahl von Infizierten wiedergeben wird.


    Keine Ahnung, wo er diese Zeitabstände mit PCR-Test und Antikörpertest hernimmt, dementsprechend keine Ahnung, wie er daraus schließen will, dass es sich um "Reinfektionen" handelt oder glaubt so die Variante des Virus, mit dem sich die Leute in der Studie angesteckt haben, bestimmen zu können (gut das könnte man vielleicht noch aus den RKI-Veröffentlichungen über die Varianten-Verbreitung ableiten). Klingt abenteuerlich.


    Fazit: Für mich sieht das so aus, als hätte er da private Alternativtheorien entwickelt und seine Kollegen haben versucht ihn zu managen, weil er Positionen hat, bei denen diese Demonstration von Forschungsfreiheit ein bisschen peinlich ist. Und weil er natürlich nicht glaubt, dass seine Sichtweise eine Außenseiterposition ist, sondern die Wahrheit, mündet das in so einen Auftritt.


  • Recht plumpe Verharmlosung für einen Professor.


    Ich sehe das Problem das man Professoren im wissenschaftlichen Umfeld der Leopoldina Wissenschaftsakademie schon reden und veröffentlichen lassen sollte - hinterher in der Sache diskutieren. Mundverbote sind immer fraglich ... ich kann verstehe wenn er als Mediziner sagt ich gehe bei all den Ungereimtheiten nicht mehr mit, sie haben ja mal einen Eid geschworen niemandem zu schaden und da kommen sie wohl oft an ihre Grenzen.


    Sein Hauptvorwurf ist ja nicht Geschwurbel, es ist die Bevormundung durch die Akademie selbst.

  • These:

    Wahrscheinlichkeit im April 2020 im Alter von 50- 64Jahren an Corona zu versterben
    ist gleich der
    Wahrscheinlichkeit innerhalb von 2Monaten/50-64Jahre unter Normalbedingungen zu versterben



    Ein Vergleich von Äpfeln und Birnen, bzw von Äpfeln mit Äpfeln: Da zu dem Zeitpunkt (April 2020, Lockdown) niedrige Inzidenz vorherrschen, die meisten Boomer Angst haben, sowie das Privileg sich schützen zu können, ist ihr Todesrisiko im Grunde unverändert.


    Er sagt allerdings, dass diese Wahrscheinlichkeit zu sterben für Leute dieser Altersgruppe, die sich infiziert haben, gilt.


    Zitat

    [...] für eine Person im Alter von 50 bis 64, die sich im April 2020 infizierte, war die Wahrscheinlichkeit in Folge der Infektion zu sterben ca. ein Promille. [...]


    Er behauptet das also nicht für diese gesamte Gruppe, sondern nur für die Infizierten aus dieser Gruppe.


    Luckhaus war laut Wikipedia da übrigens noch 66 Jahre alt. Vielleicht deshalb diese Gruppe.

  • Klingt nach internen Beef, den wir so in jeder Partnerschaft, Familie und Arbeitsstelle kennen - nur im Wissenschaftsbetrieb, der ja eigentlich die haarsträubendsten Theorien sachlich diskutieren können sollte ... wir brauchen in der Wissenschaft keine PC-Polit-Kommissare : )



  • Er sagt allerdings, dass diese Wahrscheinlichkeit zu sterben für Leute dieser Altersgruppe, die sich infiziert haben, gilt.

    ist korrigiert


    Er behauptet das also nicht für diese gesamte Gruppe, sondern nur für die Infizierten aus dieser Gruppe.

    Und setzt das gleich mit der Wahrscheinlichkeit innerhalb von 2 Monaten auf "natürliche" Art zu versterben. Um die Gefahr der Pandemie richtig darzustellen müsste er jedoch die Belastung des Gesundheitssystems dieser beiden Szenarios vergleichen. Deshalb meine ich, das es eine Verharmlosung ist.

    Infizierte Person im Alter 50-64 Wahrscheinlichkeit für Tod 10^-3 - ist zu niedrig, sollte eher so das Drei- oder Vierfache sein. Keine Ahnung, wo er sich diese Zahlen herholt. Gibt bestimmt Wege sich das hinzurechnen.

    Wenn ich mich nicht irre liegt das einfach an der geringen Verbreitung zu dem gewählten Zeitpunkt.
    Hier die ZDF-Grafik dazu

    Ich kann es nicht genau ablesen aber viel mehr als 1500 Infektionen wird es im April in der erweiterten Altersklasse 45-64 nicht gegebenhaben.

  • Es stellt sich die Frage, warum das Bundesarbeitsministerium sich bei der Nutzung quergestellt hat, wenn man, offenbar mit ihrer Zustimmung, diese Masken jetzt in die Reserve überführen kann. Heißt das wir haben eine Reserve, die wir dann nicht nutzen können, sollte es kurzfristig die nächste Epidemie geben?


    Keine Ahnung, warum ich diesen Spiegel Plus-Artikel lesen kann, aber ein Teil der Antwort scheint zu sein, dass sie dem unter Vorbehalt eines Tests zugestimmt haben:


    https://www.spiegel.de/politik…7b-4795-afe5-d101ffc00d19


    Zitat

    Das gilt nun offenbar auch, wenn sie ihre Endstation in der neuen Nationalen Reserve Gesundheitsschutz finden, wie Spahns Haus vorgeschlagen hat. 150 Millionen dieser Masken sollen dort landen. Inzwischen wurde das Infektionsschutzgesetz so geändert, dass sie tatsächlich dort eingelagert werden können. Doch herausgeholt werden dürfen sie vor Erreichen des Verfallsdatums nur, wenn eine nationale Katastrophe droht, eine neue Pandemie also, und nur dann, wenn das Arbeitsministerium zustimmt und die fehlenden beiden Prüfschritte nachgeholt werden.


    ("Doch herausgeholt werden dürfen sie vor Erreichen des Verfallsdatums nur, wenn eine nationale Katastrophe droht, [...]". Ach ne, deshalb nennt man es Reserve.)


    Also werden die jetzt geprüft, während sie in der Reserve einlagern? Oder würden sie erst geprüft werden müssen, wenn man sie im Notfall rausnimmt? Der letztere Fall hieße, die sind untauglich für die Reserve, denn die zu langwierige Prüfung ist ja der Grund, warum sie im Moment nicht verwendet werden können. Wäre ein idiotischer Kompromiss zwischen sich streitenden Bürokratien, soweit so normal.


    Man merkt, dass der Spiegel so ein bisschen zurückgerudert ist. Nicht mehr ganz so zuversichtlich bei der Geschichte.


    Sehr merkwürdig finde ich noch, dass sie ein verkürztes Prüfverfahren als "Quickie-Test" bezeichnen. Mal ehrlich, liegt das am schwulen Bundesgesundheitsminster?

  • Wenn ich mich nicht irre liegt das einfach an der geringen Verbreitung zu dem gewählten Zeitpunkt.


    Möglich, wenn die geringe Verbeitung bedeutet, dass diese Altersgruppe nicht sehr gut repräsentiert war. Also aus welchen Gründen auch immer sich mehr Leute angesteckt haben, die eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit haben, als der Durchschnitt ihrer Gruppe.


    Hier die ZDF-Grafik dazu

    Ich kann es nicht genau ablesen aber viel mehr als 1500 Infektionen wird es im April in der erweiterten Altersklasse 45-64 nicht gegebenhaben.


    Das müssen mehr gewesen sein, es wurden im April 100000 Fälle gemeldet (60000 - Ende März/160000 - Anfang Mai). Davon müssen mehr als 1500 auf die Gruppe 45-64 entfallen.


    Die Werte in der Grafik musst du lesen als (x / 10^5) * (Personenzahl der Altersgruppe) für den Siebentage-Durchschnitt an Fällen.

  • Euro-MOMO zeigt für die Länder, die die Epidemie im Frühling 2020 nicht im Griff hatten, eine deutliche Übersterblichkeit in der Altersgruppe 45-64 Jahre. Erst bei 15-44 Jahre findet man fast keine Beispiele mit deutlicher Übersterblichkeit zu diesem Zeitpunkt.


    Wenn man sich die "Pooled number of deaths by age group" für die Altersgruppe 45-64 Jahre ansieht, war die in KW 2020-14 sogar noch ein bisschen höher als im Winterausbruch in KW 2021-03.

  • Aus der Metaanalyse zur Infektionssterblichkeit, die Drosten mal beim Coronavirus-Podcast besprochen hat:


    https://link.springer.com/article/10.1007/s10654-020-00698-1


    Daraus kann man sich Tabelle 3 ansehen, da ist auch gleich ein Risikovergleich mit dabei. Hier nur die Infektionssterblichkeiten (als Anteil nicht als prozentualer Anteil):


    https://link.springer.com/arti…0654-020-00698-1/tables/3


    age group
    COVID-19 IFR
    45-54
    0.0023
    55-64 0.0075


    Luckhaus meint es wäre 0.001 für 50-64. Wie gesagt für genau den Zeitpunkt April 2020 und Deutschland mag man sich das irgendwie hinrechnen können, aber wenn das real wäre, ist es vermutlich nicht repräsentativ.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!