Der SARS-CoV-2-Thread

  • Auch das wundert mich etwas:


    https://www.ndr.de/ratgeber/ge…munschutz,corona7800.html



    Es klingt so als würde die Zweitimpfung das Nachreifen der Immunität stoppen. Aber warum sollte das so sein? Der Punkt mit der Abwehr gegen den Vektor leuchtet ja noch ein, dass also die Zweitimpfung nach vier Wochen vielleicht ein Problem hat. Aber wenn man es so sieht, dass die Zweitimpfung ausfällt, müsste die Wirkung doch gerade dann innerhalb der nächsten zwei Monate auf 80% ansteigen.


    (Da stellt sich mir auch so ein bisschen die Frage, wieviel Ziel-Antigen produziert man eigentlich pro Vektor?)

  • Ganz interessant in der gestrigen Folge des Coronavirus-Update-Podcast hat Drosten zutreffend gesagt, dass jeder, der sich nicht impfen lässt, in den nächsten Jahren eine SARS-CoV-2-Infektion durchmachen wird. Genaugenommen ist es natürlich möglich, dass man vorher stirbt, aber im Prinzip kann man davon ausgehen, dass das Virus jeden, der am wiederhergestellten Alltag teilnimmt, auch irgendwann erreichen kann.


    Etwas später ging es dann um die Impfung von Kindern. Und ich dachte, er würde diese Vorhersage nochmal in dem Zusammenhang aufbringen, hat er aber höchstens in der Implikation. Es ist klar, gerade Kinder, die sich potentiell in einer größeren Gruppe von Ungeimpften mit engen Kontakt befinden können, werden sich sicherlich recht schnell infizieren, wenn alle Maßnahmen zurückgefahren werden und sie selbst nicht geimpft sind.

  • Die Pandemie als Chance

    Berlin kämpft in der Pandemie für den "mRNA-Standort Deutschland". BioNTech erzielt Milliardenprofite und strebt damit globale Expansion an.


    Die Bundesregierung nutzt den Kampf gegen die Covid-19-Pandemie, um deutschen Biotech-Unternehmen zu einer globalen Spitzenstellung bei der mRNA-Zukunftstechnologie zu verhelfen. Hauptprofiteur ist BioNTech aus Mainz: Die Firma hat auf Druck Berlins und gegen Pariser Widerstände faktisch ein Monopol bei der künftigen Belieferung der EU erhalten; ein Konkurrent aus Frankreich ging leer aus. Weil das BioNTech-Vakzin um ein Mehrfaches teurer ist als die Vakzine anderer Firmen, zahlen nun ärmere EU-Mitgliedstaaten Ost- und Südosteuropas immense Summen an das deutsche Unternehmen. Während andere Hersteller während der akuten Phase der Pandemie zum Selbstkostenpreis liefern, hat BioNTech allein im ersten Quartal 2021 einen Reingewinn von 1,13 Milliarden Euro erzielt und nutzt dies nun für die eigene Expansion - abgesichert dadurch, dass Berlin die Freigabe der Impfstoffpatente blockiert. Mit dem Aufstieg von BioNTech kann Deutschland hoffen, eine führende Position als Biotech-Standort zu erlangen. In Sachen mRNA sei es bereits, heißt es, "eines der Gravitationszentren der Welt".[...]


    Standort! Wettbewerb! Wachstum!


  • Zitat

    Die Firma hat auf Druck Berlins und gegen Pariser Widerstände faktisch ein Monopol bei der künftigen Belieferung der EU erhalten; ein Konkurrent aus Frankreich ging leer aus.


    Ein französischer Konkurrent ohne zugelassenen Impfstoff?


    Zitat

    Weil das BioNTech-Vakzin um ein Mehrfaches teurer ist als die Vakzine anderer Firmen, zahlen nun ärmere EU-Mitgliedstaaten Ost- und Südosteuropas immense Summen an das deutsche Unternehmen.


    Das ist allerdings auch die Schuld der Vektor-Impfstoff-Hersteller. Das sollte die billige Massenproduktionsalternative sein. Hätte vorallem Astrazeneca im Ansatz die versprochenen Liefermengen eingehalten, wäre die EU-Kommission sicherlich bereitwilliger gewesen, den Vertrag zu verlängern.


    Allerdings missversteht der Artikel meines Erachtens die tatsächliche Intention von Deutschland. Spahn hatte das schon in der letzten Pressekonferenz gesagt und hat jetzt vorher auch noch mal schon an die Kommission geschrieben, dass er für eine Bestellung bei mehr Anbietern ist (meines Erachtens der richtige Ansatz):


    https://www.reuters.com/articl…ine-germany-idUKKBN2CS205


    Wenn man es durch Standort-Linse sieht: Natürlich gibt es auch eine große Investition von Astrazeneca in eine Kooperation zur Produktion ihres Impfstoffs bei IDT Biologika in Sachsen-Anhalt.


  • Mmmh, Verträge nicht verlängern ... was heißt das für Leute die eine erste Impfung Astra bekamen und in 12 Wochen vielleicht kein Astra mehr bekommen?


    Zitat


    Eines hat die Europäische Union in der Pandemie gut hinbekommen: Sie hat das öffentliche Vertrauen in die Impfstrategie der Staatengemeinschaft und in die von der EU bestellten Impfstoffe gründlich erschüttert. Und sie hört damit nicht auf.


    Yepp!

  • Na ja, es geht glaube ich jeder davon aus dass die Impfstoffe kombinierbar sind, auch wenn es keine Studien dazu gibt. Letztlich basieren sämtliche Impfstoffe darauf, dass das Spike-Protein des Corona-Virus im Körper produziert, und Antikörper dagegen gebildet werden. Damit sollten alle Impfstoffe und auch die Infektion mit Corona selbst kompatibel sein.


    Bei Genesen gibt es ja bereits die Empfehlung. dass diese nur eine Impfung bekommen sollen, da die Erkrankung quasi wie eine Erstimpfung wirkt.

  • Spahn hatte das schon in der letzten Pressekonferenz gesagt und hat jetzt vorher auch noch mal schon an die Kommission geschrieben, dass er für eine Bestellung bei mehr Anbietern ist (meines Erachtens der richtige Ansatz):

    Ähm...


    [...] he [Spahn] wrote in the letter to the European Commissioner dated May 6.


    Unser Gesundheitswirtschaftsminister hat das letzte Woche geschrieben.


    Wann hat unser bestes Pferd in der Brüsseler Standortkonkurrenzbehörde, die Euro-Ursel die EU-Kommission noch gleich den Deal mit Biontech eingefädelt?

  • Mmmh, Verträge nicht verlängern ... was heißt das für Leute die eine erste Impfung Astra bekamen und in 12 Wochen vielleicht kein Astra mehr bekommen?


    Den Vertrag verlängern hieße neue Dosen zu bestellen. Nach dem bestehenden Vertrag soll Astrazeneca den EU-Staaten im zweiten Quartal 300 M Dosen liefern, bisher sind es so ca. 50 M. Die Kommission geht schon gar nicht mehr davon aus, dass wir die bis Ende Juni bekommen und besteht auf wenigstens 120 M Dosen im zweiten Quartal. Offenbar hoffen sie auf die gesamten 300 M bis September:


    https://www.reuters.com/world/…gets-underway-2021-05-11/


    Astrazeneca müsste uns also erstmal alles liefern und dann müssten wir alles für Erstimpfungen rausgehauen haben, um ohne Impfstoff für die Zweitimpfungen dazustehen. Aber sollte man irgendwann sagen, also das dauert uns zu lange, gibt es in einigen EU-Staaten, so auch hier, schon längst die Empfehlung, dass man eine Vaxzevria-Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff ersetzen kann, wenn man etwa bei Personen unter 60 Jahre, das Risiko der vermuteten VITT ausschließen will.

  • Unser Gesundheitswirtschaftsminister hat das letzte Woche geschrieben.


    Wann hat [...] die EU-Kommission noch gleich den Deal mit Biontech eingefädelt?


    Der Brief war gestern an Reuters gegangen, dass Spahn ihn schon vor der Pressekonferenz geschrieben hat, habe ich erst auf den zweiten Blick gesehen, aber hatte ich ja schon nachgebessert. Den neuen Vertrag verhandelt die EU-Kommission seit mindestens Mitte April, da war auch schon klar, dass es um 1.8 Milliarden Dosen geht. Aber die Frage ist ja, was noch dazu kommt.

  • Gibt übrigens gerade wieder eine kleine Welle von Vaxzevria-Verimpfungsstopps:


    In Slovensko, wegen dem Tod einer 47jährigen Frau:


    https://www.deutschlandfunk.de….html?drn:news_id=1258111


    In Ontario, weil der Anteil der seltenen Nebenwirkungen etwas gestiegen ist:


    https://toronto.ctvnews.ca/ont…ovid-19-vaccine-1.5423379


    In Brasilien, ebenfalls wegen dem Tod einer Frau, aber hier betrifft die Aussetzung nur Schwangere:


    https://www.aljazeera.com/econ…regnant-women-after-death

  • oder einfach nur ein medikament das leben rettet. äffchen du bist so verhaftet in deiner Ideologie...

    Das die leute dabei geld verdienen ist fürt mich kein problem ... wichtiger ist das mRNA eine medizinische revolution ist und die chance mittel gegen krebs oder MS zu entwickeln gar nicht mal so schlecht ist. mich regt mehr auf das sie sagen wir geben das patent nicht frei weil WIR das mittel gegen Krebs und MS entwickeln wollen... wo kämen wir dahin wenn die chinesen aufeinmal krebs heilen könnten.....


    auf den Gedankengang hat mich fefe gebracht

    Da dürftest du Fefe sauber missverstanden haben. Patent bedeutet nicht, dass keiner weiß wie man etwas herstellen kann, sondern dass man es (erstmal) nicht darf.


  • Von wegen, das scheint vorallem in der Form "Rechte zurückgeben" eine allgemeine Sprachreglung geworden zu sein. Vielleicht ist es gar nicht so schwierig, die Verfassung gegen eine sinnvolle auszutauschen. Es weiß sowieso niemand, was da drin steht.

  • Diese verbohrten marxistischen ideologen bei der ZEIT schrammen mal wieder gefährlich nahe an der Verfassungsfeindlichkeit entlang und geben einem Soziologen eine Plattform, der tatsächlich andeutet, es gäbe in UnserLand eine Klassengesellschaft=O.

    "Unsere Gesellschaft ist keine einheitliche Herde"

    Deutschland hat im Gegensatz etwa zu den USA kaum gelernt, über soziale Unterschiede nachzudenken, sagt der Soziologe Jens Beckert. Das zeige sich nun in der Pandemie.

    [...] Beckert: Als die Pandemie ausbrach, habe ich in den Vereinigten Staaten gearbeitet und dort zweierlei miterlebt: Zum einen, wie genau sich die amerikanische Gesellschaft, datengestützt und evidenzbasiert, selbst beobachtet und kennt. Daran fehlt es in Deutschland, wir verfügen über viele entscheidende Daten einfach nicht und tasten uns politisch daher durch den Nebel. Zweitens aber ist es auffällig, dass Deutschland über soziale Unterschiede kaum nachzudenken gelernt hat, während die USA, aber auch Großbritannien, einen facettenreichen Diskurs über die Klassengesellschaft und den Rassismus führen.

    ZEIT ONLINE: Woran liegt das?

    Beckert: Deutschland hängt immer noch der verbreiteten Vorstellung an, eine nivellierte Mittelstandsgesellschaft zu sein, wie es der Soziologe Helmut Schelsky in den Fünfzigerjahren ausgedrückt hat. Oder auch, mit dem Wort von Ulrich Beck aus den Achtzigerjahren, dass es einen funktionierenden Fahrstuhl-Effekt gibt, durch den jeder gesellschaftlich nach oben gelangen kann. In der heutigen Bundesrepublik herrscht das Bild einer Gesellschaft vor, die eine Einheit bildet. Diese Illusion gibt es in den USA nicht und das zeigt sich auch in der Pandemie. In den USA wurde gleich breit diskutiert, dass die People of Color, die Geringverdiener und die sozial Ausgeschlossenen viel stärker durch die Pandemie betroffen waren. Dies feuerte auch die Proteste von Black Lives Matter an, ein deutlicher Steuerungsauftrag an die Politik, dem Joe Biden nun nachkommt.

    ZEIT ONLINE: In Deutschland schützt ein Sozialstaat die Schwachen dafür besser. Besteht deshalb weniger Grund für öffentlichen Alarm über Ungleichheit?

    Beckert: Die soziale Tragik ist hierzulande besser abgefedert, ja. Doch die Öffentlichkeit hat kaum und erst spät davon gehört, wie ungleich das Virus in der Gesellschaft sein Unwesen treibt und deshalb auch die notwendigen Schutzmaßnahmen nicht nach den Lebenswelten differenziert: Migranten, Geringverdiener, Bildungsferne sind deutlich stärker von der Infektionsgefahr und schweren Verläufen betroffen. So ungenügend die Datenlage ist, so sicher lässt sich diese Unterschiedlichkeit doch feststellen. Wenn unter Virologen von Herdenimmunität die Rede ist, dann möchte ich als Soziologe entgegnen: Unsere Gesellschaft ist keine einheitliche Herde.[...]

    Die Lobhudelei für Präsident #NotTrump ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber dass das in den USA viel breiter diskutiert wird ist nicht von der Hand zu weisen.

  • And so it begins

    Für die Polizei sei eine Fälschung auf den Impfpässen aus Papier schwer zu erkennen. Man müsse Namen, Personaldaten und Impfdatum abrufbar abspeichern dürfen. ...


    Wendt forderte deshalb, Polizisten, Grenzbeamten und kommunalen Ordnungskräften Zugriff auf die Impf-Datenbank des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu gewähren. Bislang würden diese Daten nur anonymisiert von den Impfstellen gemeldet, das sollte sich jetzt ändern, forderte Wendt. „Die Daten müssten dem RKI komplett, also mit Namen, Personaldaten und Impfdatum übermittelt und dort auch abrufbar gespeichert werden.“

  • Die letzten 20 Jahre hat sich niemand für den Impfausweis interessiert, mit ein bisschen Glück die nächsten 20 Jahre ebenfalls nicht.


    Wenn man sagt die Polizei soll darauf Zugriff haben, warum nicht auch das Security-Personal vorm Klamottendiscount, oder wer auch immer Eingangskontrollen anhand eines Impfausweises machen soll?


    Man muss nicht für jeden Mist ein Gesetz machen - das Problem hätte sich der Gesetzgeber allerdings auch vorher an einer Hand abfingern können (jedes Busticket hat bessere Sicherheitsmerkmale).


    Ist das überhaupt schon in Gesetzesform gegossen das ein Impfausweis irgendeinen Eingang erleichtern soll? Bisher lese ich an Geschäften nur die Info mit Schnelltest kommt man rein, nicht mit Impfausweis kommt man rein.





  • Ich vermute, das Glück werden wir nicht haben, wenn Menschen dazu bereit sind, ihre Impfnachweise-/ausweise vorzuzeigen, um sich von Maßnahmen zu befreien. (Bspw. in Supermärkten, Restaurants, Museen, Hotels, Konzerten, Clubs, Rathäusern, Schützenfesten, ...)

    Mittlerweile sind in den USA vollständig geimpfte Mitarbeiter und Kunden von Walmart nicht mehr verpflichtet Masken in den Supermärkten zu tragen.

    Wie verhalten sich die Leute, wenn Aldi, Lidl oder Rewe das machen?


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    Dass es Probleme mit den "analogen" Nachweisen gibt, passt der Bundesregierung gut. Spahn will ja schon seit 2019 einen digitalen Impfpass und zwar am besten auf dem Handy. Dafür hat er auch die Unterstützung der Grünen. Mit einer neuen Bundesregierung ändert sich daran also eher nichts. Der ursprüngliche Plan zu digitalen Impfausweisen kommt aber auch von der EU-Kommission.


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    Bin mir nicht sicher, ob es überhaupt Gesetze braucht, damit Geschäfte ihre (potentiellen) Kunden diskriminieren. IKEA hat in Berlin ja auch einfach die Luca-App verpflichtend gemacht.

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