Der SARS-CoV-2-Thread

  • Es ist eine interessante ethische Debatte. Zum einen, da durch "Sonderrechte" gerade die jüngeren, die bislang besonders solidarisch waren, da sie die Krankheit weniger betrifft, jetzt doppelt bestraft werden - sie werden später geimpft, und müssen daher länger unter den Maßnahmen leiden.


    Außerdem gibt es in meinen Augen einen Vorbildeffekt - so bald für die geimpften das "normale Leben" beginnt, werden die ungeimpften sich deutlich weniger an die Maßnahmen halten.


    Aber: das ist die Debatte, wenn man denn eine Wahl hätte, das zu entscheiden. Es gehen aber, soweit ich das bislang verfolgt habe, eigentlich alle juristischen Experten davon aus, dass man geimpften ihrer Bürgerrechte schlicht nicht mehr verweigern kann. So ein "du darfst deinen Beruf nicht ausüben, aber nicht aus Gründen des Infektionsschutzes, sondern aus Solidarität" hält vor Gericht nicht stand.


    Daher kann und müssen wir uns darauf einstellen, dass diese Zwei-Klassen-Behandlung definitiv kommen wird.

  • Warum ging diese Aktion nach hinten los?

    #allesdichtmachen - Das diffuse Videoprojekt von Schauspieler*innen und die Kritik an ihm zeigen den zentralen gesellschaftlichen Widerspruch in der Pandemie so deutlich wie kaum etwas zuvor



  • quelle https://www.welt.de/wirtschaft…m-Sinn-von-Lockdowns.html


    In vielen ökonomischen Modellen wird aber laut Allens Analyse davon ausgegangen, dass die Menschen trotz Virus weiter so agieren wie bisher. Damit würden die erwarteten Todeszahlen ohne Lockdown überschätzt und drastische Einschränkungen scheinen vor diesem Hintergrund alternativlos.

    --



    Ökonomen gehen in ihren Modellen davon aus, dass sich die Menschen an die Regeln halten. Doch nach einem Jahr Krise ist die Bereitschaft dazu in der Bevölkerung gesunken. Die Menschen machen nicht mehr mit, einige der Maßnahmen haben wenig bis gar keinen Effekt, andere – wie Ausgangssperren - vielleicht sogar ungewünschte.“

    Einen gegensätzlichen Standpunkt vertritt der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest. Laut seiner Einschätzung reduzieren Lockdown Maßnahmen „eindeutig Infektionen“. Daher könne man laut Fuest davon ausgehen, dass sie auch die Zahl der Toten senke. Das bestreitet auch Allen in seiner Analyse nicht: Ob die Effekte der Maßnahmen „groß genug“ seien, hänge davon ab, was man als Maßstab zugrunde lege. Fuest ist ein Anhänger der No-Covid-Initiative, die auch die Virologin Melanie Brinkmann und der Physiker Michael Meyer-Hermann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig befürworten.


  • Genau, im nächsten Artikel behandelt Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt dann die aktuelle Entwicklung von DAX und Dow Jones...


    Allein dass zu jedem Thema irgendwo irgendein Ökonom etwas beizutragen hat (oder selbst zumindest überzeugt ist), sollte uns zu denken geben. Wir könnten auch aus Eingeweiden oder Knochen Hinweise lesen, schließlich macht der Herr Fuest das ja auch beruflich. Hier muss man allerdings fair sein, der Clemens bfragt andere was in ihren Knochen steht und liest dann erst aus dem sich ergebenden Mustern die Zukunft....

  • Es ist eine interessante ethische Debatte. Zum einen, da durch "Sonderrechte" gerade die jüngeren, die bislang besonders solidarisch waren, da sie die Krankheit weniger betrifft, jetzt doppelt bestraft werden - sie werden später geimpft, und müssen daher länger unter den Maßnahmen leiden.


    Fast genau in dem Wortlaut hat das auch die Vorsitzende des Ethikrats Alena Buyx gestern erklärt!


  • Genau, im nächsten Artikel behandelt Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt dann die aktuelle Entwicklung von DAX und Dow Jones...


    Allein dass zu jedem Thema irgendwo irgendein Ökonom etwas beizutragen hat (oder selbst zumindest überzeugt ist), sollte uns zu denken geben. Wir könnten auch aus Eingeweiden oder Knochen Hinweise lesen, schließlich macht der Herr Fuest das ja auch beruflich. Hier muss man allerdings fair sein, der Clemens bfragt andere was in ihren Knochen steht und liest dann erst aus dem sich ergebenden Mustern die Zukunft....


    Nun, die Auswirkungen der Pandemie und bestimmter Maßnahmen der Seuchenkontrolle sind auch eine Domäne der Wirtschaftswissenschaft. Es ist allerdings verdächtig, dass, wenn der argumentative Schwerpunkt bei einer angeblich falschen epidemiologischen Bewertung der Pandemie zu liegen scheint, so eine Analyse ohne Beteiligung von Epidemiologen veröffentlicht wird.


    Nach kurzem Blick auf den Wikipedia-Beitrag habe ich ein ausreichendes Bild, um welche Art von Ökonom es sich hier handelt: https://en.wikipedia.org/wiki/Douglas_W._Allen

  • Gestern waren die Schlagzeilen, dass die USA 60 M Impfdosen Vaxzevria mit der Welt teilen nicht haben wollen. Einerseits dachte ich, spinnen die auf so vielen Dosen zu sitzen, andererseits immerhin scheint Astrazeneca in den USA ordentlich zu produzieren. Aber ganz so ist es wohl nicht:


    https://www.msn.com/en-us/news…her-countries/ar-BB1g4Im4


    Zitat

    White House COVID-19 coordinator Jeff Zients said around 10 million doses of the vaccine have already been produced, but have yet to pass the FDA review to "meet its expectations for product quality."


    The AstraZeneca vaccine is in widespread use around the world, and could be approved in the U.S. in the next several weeks. Some 50 million additional doses are in various stages of production, and could be ready to ship in May and June if the FDA gives its approval.


    So richtig fertig (für die Inspektion) sind nur 10 M Dosen. 50 M sind noch in irgendeiner Produktionsstufe. Das ist jetzt nicht gerade beeindruckend.

  • Z.B. keine Quarantänepflicht wenn geimpfte Kontaktpersonen von Infizierten sind, oder Reiseeinschränkungen, Kontaktbeschränkungen (Wie viele Personen dürfen sich auf einem Haufen treffen)


    Also die Aufhebung der Quarantänepflicht ist sicherlich bei ausreichend hoher Sicherheit des Impfstoffs notwendig, wobei ich sie an einen negativen RT-PCR-Test knüpfen würde. Bei Reisen wird es vermutlich so sein, dass halt viele Länder, in die man reisen will, einen Impfnachweis verlangen werden. Was den Vorweis eines negativen Antigenschnelltest-Ergebnis bei der Rückkehr angeht, ist es dagegen genauso gelagert wie die Antigenschnelltests sonst: Diese Ausnahme ist vermutlich allein wegen dem Falschpositivanteil notwendig. Bei Kontaktbeschränkungen kann man gegen Treffen von vollständig Geimpften eigentlich nicht wirklich etwas einwenden. Allerdings kann man deren Versammlungsgrößen meines Erachtens auf jeden Fall weiter einschränken, denn hier geht es um die Signalwirkung gegenüber Dritten.

  • Kommt auch mal was neues😴über das nicht schon tausend mal diskutiert wurde und dann wieder von dir die gleich Leier kommt?

    1200px-La_giostra_di_piazza_Navona_2008_1110582.JPG


    Druck es dir aus und wedel dir damit auf dem Klo einen von der Palme.

    (du hast übrigens nutzenmaximierer vergessen)

  • Darf ich mal eine Lernfrage einwerfen?


    Es geht um die Frage der Kombination der Impfstoffe mit verschiedenen Wirkansätzen, Vektor und mRNA.


    Inzwischen wird die Kombination für Erst- und Zweitimpfung gemäß stiko ja möglich.

    Lässt sich damit auch als bestätigt ansehen, dass das für spätere Auffrischung/Booster/Neuimpfung mit auf Mutationen angepasste Impfstoffe gilt?


    Bei Vektorimpfstoffen ist ja wohl eher Neuentwicklung angesagt, inkl. Neuzulassung.

    Bei mRNA ist von Anpassung binnen wenigen Wochen ohne Neuzulassung die Rede.


    Bisher hatte ich es als große, noch offen stehende Frage verstanden, ob auch bei mit Vektorimpfstoffen immunisierten dann eine Neuimpfung mit mRNA möglich wäre.


    Danke

  • Inzwischen wird die Kombination für Erst- und Zweitimpfung gemäß stiko ja möglich.


    Nicht wirklich. Bei Vaxzevria ist das nur eine Ausnahme.


    https://www.rki.de/DE/Content/…rchiv/2021/16/Art_01.html


    Zitat

    Eine begonnene Grundimmunisierung muss nach derzeitigem Erkenntnisstand mit dem gleichen Produkt abgeschlossen werden. Eine Ausnahme gilt für Personen im Alter < 60 Jahren, die bereits eine erste Impfung mit dem AstraZeneca-COVID-19-Impfstoff erhalten haben. Für diese Personen wird empfohlen, anstelle der 2. AstraZeneca-Impfstoffdosis eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs 12 Wochen nach der Erstimpfung zu verabreichen. Hintergrund hierfür ist, dass der von einer 1-maligen Astra­Zeneca-Impfung ausgelöste Schutz nach 12 Wochen abzunehmen beginnt.


    Bei Vektorimpfstoffen ist ja wohl eher Neuentwicklung angesagt, inkl. Neuzulassung.

    Bei mRNA ist von Anpassung binnen wenigen Wochen ohne Neuzulassung die Rede.


    Bisher hatte ich es als große, noch offen stehende Frage verstanden, ob auch bei mit Vektorimpfstoffen immunisierten dann eine Neuimpfung mit mRNA möglich wäre.


    Ich dachte eigentlich bei beiden wird man ein vereinfachtes Zulassungsverfahren haben. Dass die Kombination der Impfstoffe irgendwie ein Problem für die Qualität des Impfschutzes darstellt, wird allgemein nicht erwartet. Aber es ist noch nicht über Studien belegt. Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung in Abwesenheit einer solchen Studienlage über die Risikobewertung getroffen.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!