Der SARS-CoV-2-Thread

  • Was passiert eigentlich schlimmstenfalls, wenn der Bürgermeister anordnet, ein Zelt oder was auch immer ohne Ausschreibung aufbauen zu lassen (wobei: Zelt aufbauen sollte auch die Feuerwehr können oder das THW, da braucht man nicht unbedingt eine Firma für)? Verliert er seine Pensionsansprüche? Wird eine SEK-Einheit geschickt, um den Aufbau des Zelts zu verhindern?


    Kann da nicht mal jemand sagen "scheiß drauf!" und einfach machen. Pandemie als übergesetzlicher Notstand, etc.

  • Was passiert eigentlich schlimmstenfalls, wenn der Bürgermeister anordnet, ein Zelt oder was auch immer ohne Ausschreibung aufbauen zu lassen (wobei: Zelt aufbauen sollte auch die Feuerwehr können oder das THW, da braucht man nicht unbedingt eine Firma für)? Verliert er seine Pensionsansprüche? Wird eine SEK-Einheit geschickt, um den Aufbau des Zelts zu verhindern?


    Kann da nicht mal jemand sagen "scheiß drauf!" und einfach machen. Pandemie als übergesetzlicher Notstand, etc.

    Als bei uns mal (Stadtwerk 100% kommunal) eine Ausschreibung umgangen wurde, haben wir vorerst Klagen anderer Wettbewerber befürchtet. Diese Klagen wären sicher auch erfolgreich gewesen.... und dann? Kann ich nicht sicher sagen, aber ich meine, dass der Geschäftsführer schlimmstenfalls mit einer Vorstrafe hätte rechnen müssen.

  • Verstehe Deinen Punkt, wie so häufig, nicht. Ich stehe nur am Rand. Ich erwarte von dieser Regierung und demnach auch von "ihrer umfassenden Teststrategie" gar nichts mehr.


    Der Punkt ist, woher kommt dann die Enttäuschung, da dir Sascha Lobos Enttäuschung aus der Seele zu sprechen scheint.


    Du wirst das sicher haarklein analysiert haben und eine super ausdifferenzierte Antwort zu geben können, die auch vom Pressesprecher des Gesundheitsamtes stammen könnte. Da freu ich mich schon drauf.


    Als ob die sich wiederum die Mühe machen würde, die Vorgänge in diesem Detail nachzuvollziehen.


    Was war also "längst freigegeben" und für wen? Für mich? Meinst Du Schnelltests in Apotheken? Ja gabs wohl vor 2 Wochen.... Und warum wurde von Seiten Regierung nichts kommuniziert...so nach dem Motto: "Wenn wir uns zu Hause testen, bevor wir irgendwo hingehen, können wir auch mehr aufmachen".... weil zu wenig da war? Die Überprüfbarkeit nicht gegeben war oder warum? Und warum gibt's das erst seit diesem Februar?


    Als die Schnelltests der Aufreger du jour waren, habe ich mir in der Tat mal einen Überblick verschafft: RE: Der SARS-CoV-2-Thread


    Demnach konnten schon im Dezember Lehrer und Erzieher nach Schulung die Tests selbst durchführen. Die Medizinstudenten waren meine ich eher ein Vorschlag für Testung vor Altersheimen, keine Ahnung, ob die je eingesetzt wurden. Antigenschnelltests können seit Anfang Februar an jeden verkauft werden, da hatte Spahn die entsprechende Abgabeverordnung geändert. Nur die Selbsttests sind erst Ende Februar zugelassen worden. Ansonsten die Knappheit war sicherlich ein Grund für die Rationierung.


    Dass man erst mit einer sinnvoll niedrigen Inzidenz öffnen wollte, kann dir nicht entgangen sein. Nicht so wie jetzt, wo man es aus politischen Gründen trotzdem macht, und die Chance sicherlich da ist, dass im Anschluss wieder zugemacht bzw. zu lange gewartet und dann doch noch zugemacht wird.


    Ich finde wir stehen hier recht gefühlt symmetrisch da: Du hast offensichtlich nie akzeptiert, was für ein enormes Politikversagen es war, Mitte Oktober nicht den shutdown gemacht zu haben und zwar tatsächlich von den Spitzenpolitikern, die das entschieden haben. Ich finde halt an den vielen Nickligkeiten und Vergleichen, die sich aus Produktionsskalierung und Marktgröße im Vergleich und den mal mehr, mal weniger funktionalen behördlichen Strukturen, wo dann die Spitzenpolitik letztlich auch keinen größeren Einfluss hat außer noch einen weiteren Punkt auf die Prioritätenliste zu setzen, ist nicht viel dran. Ein großer nicht anerkannter Fehler gegen das Schulterzucken über viele kleine Misstände.

  • Ja, das wirst Du sicherlich viel besser einschätzen können als dieser Bürgermeister, nicht wahr Schlaubi-Schlumpf? Und außerdem floppte das ja sowieso... also was erzählt dieser Mann....


    Ich kann mir das verordnungstechnisch ganz wunderbar vorstellen, weil Zelte gekauft werden mussten, die es vielleicht noch gar nicht gab und das Budget für eine solche Aktion eben entsprechend hoch war, so dass eine Ausschreibung notwendig wurde. "Öffentliche Mittel" meint Steuergelder.... oder was dachtest Du jetzt?


    Es geht nicht darum, dass das letzte Testzentrum gefloppt ist, sondern dass schonmal sowas Ähnliches aufgebaut wurde und "an der Stadthalle" klingt für mich als Ortsunkundigen nicht sehr viel anders als Marktplatz. Warum ging es damals und jetzt nicht?


    Ich will nicht behaupten, dass das nicht stimmt, ich bin bloß skeptisch. Denn wenn ich mich recht entsinne ist der Schtick von dem Typen, dass er seinen vermeintlichen dänischen Pragmatismus gegen den vermeintlichen deutschen Ordnungswahn setzt. Und da passt die Geschichte natürlich gut dazu.

  • Warum ich an der Übertragbarkeit von der pauschalen R-Werterhöhung oder an dem höheren Wert der Verbreitung von B.1.1.7 (46%) immer noch gewisse Zweifel habe, ist sowas hier:


    https://www.destatis.de/DE/Pre…021/03/PD21_100_p001.html


    Zitat

    Die Mobilität in Deutschland hat sich in der zweiten Februarhälfte 2021 (15. bis 26. Februar) stark dem Vorkrisenniveau angenähert. Während die Mobilität der Bevölkerung in den ersten beiden Februarwochen (1. bis 14. Februar 2021) noch 19 % unter dem Vorkrisenniveau des Februars 2019 lag, stieg sie in den Folgewochen deutlich: In der 7. Kalenderwoche (15. bis 21. Februar) lag sie nur noch 11 % und an den ersten fünf Tagen der 8. Kalenderwoche (22. bis 26. Februar) nur noch 4 % unter den Referenzwerten des Februars 2019.


    Ist im Detail nuancierter die Auswertung und natürlich hatten wir im Februar einen Späterwinter aka Frühling, was wiederum gegen die Verbreitung wirken sollte, aber ein wirklicher erneuter Anstieg bei Infektionszahlen scheint sich erst jetzt zu zeigen und ist denke ich mit Lockerungen, Mobilitätszunahme usw. gut zu erklären. Bisher fehlt mir so ein bisschen die durchschlagende Wirkung einer deutlichen R-Erhöhung, wenn man wirklich schon bei der Hälfte der Dominanz von B.1.1.7 wäre. Es ist auch nicht undenkbar, dass der fitness-Vorteil zum Beispiel mit Temperaturen zusammenhängt und sich nicht mehr so manifestiert. Aber vielleicht muss man da auch wieder auf sowas wie Übertragungsnetzwerke schauen, kritische Schwelle usw.


    Ich muss allerdings sagen entgegen dem gerade verbreiteten Missmut, habe ich eigentlich das Gefühl das Ding ist fast durch. Mir scheint das Schlimmste was jetzt von der Krankheit her passieren kann, ist nochmal einen Anstieg zu lange laufen zu lassen, weil man die jetzigen Obergrenzen nicht für politisch durchsetzungsfähig hält, und dann würde ich hoffen, dass wir dann nur noch ein paar zehntausend Menschen verlieren. Und natürlich das Szenario einer großen Krankheitswelle mit Jüngeren, von denen man dann später viele Post-CoViD-19-Syndrome erbt. Meines Erachtens sollte man erstmal mit dem vermehrten Einsatz von Schnelltests versuchen die Inzidenz weiter runter zu bringen und dann mehr öffnen, aber was solls.

  • Grundsätzlich fand ich die gestrigen Beschlüsse ok.

    Du meinst die Kapitulationserklärung? Letztlich war das nichts anderes. Ich rechne einigermaßen sicher damit das man die "Schwellwerte" bei Erreichen der 100er Marke einfach weiter nach oben zieht.

    Wenn ich mich recht entsinne war es der CCC, der hier den Ritterschlag erteilte. Sogar hier im Forum gab es Bedenken, dass diese APP evtl. zu viel wissen könnte.

    Ja, und was hat der CCC nun Deiner Meinung nach falsch gemacht? Die App ist datensparsam und datenschutzrechtlich besser als alle Varianten die die Regierung im Vorfeld betrachtet hat. Die App weiss im Prinzip nichts über Dich oder andere, das Leute (IIRC Clive) hier im Forum mit Unwissen spazieren gegangen sind hat ja erstmal nichts zu bedeuten.


    Und natürlich ist es richtig das man den Datenschutz hätte aufweichen können oder gar müssen, wenn es an einer bestimmten Stelle bzw für eine bestimtme Maßnahme nicht anders geht. Für die App in der damaligen Konzipierung war zentralisierter Datenreichtum aber nicht notwendig.

    Unsere Regierung macht einen richtig beschissenen Job und verlangt nun von den Gewerbetreibenden und Kulturschaffenden für ihre Unfähigkeit pragmatisch zu handeln über die Klinge zu springen?!?

    Wie mehrfach gesagt: bei der Kritik an den flankierenden Maßnahmen sind wir uns ja weitgehend einig. Die Tatsache das da versagt wurde kann aber IMO nicht als Argument für die Aufweichung oder den allgemeinen Verzicht auf Infektionsschutz dienen.

    Naja, die No-Covid-Leute hatten sich doch auch überlegt, dass das Ziel Null ("no") möglicherweise zu ambitioniert ist und man die Schwelle etwas höher anlegen muss. Das ist jetzt einfach noch höher gelegt.

    Die Schwelle liegt jetzt an einer Schwelle an der man den Positionspapier den Namen "Max-Covid" geben müsste.

  • Der Punkt ist, woher kommt dann die Enttäuschung, da dir Sascha Lobos Enttäuschung aus der Seele zu sprechen scheint.

    Dass man allgemein in der Verwaltung und Organisation gerade völlig versagt! (Finanzhilfen, Impfmittelbestellung, Impftempo)

    Ich überfliege vieles von dem, was Du so schreibst und habe schon festgestellt, dass Du die Regierung hierbei immer sehr in Schutz nimmst, aber ich werde das so nicht tun.

    Beim Thema Schnelltests/Selbsttests hätte man doch schon im Sommer alles Mögliche organisieren können, von der Zulassung bis zur Bestellung.

    Dass man JETZT erst mal eine Task Force ins Leben ruft, die sich im weitesten Sinne wohl mit der Beschaffung, Verteilung und Anwendung beschäftigt ist doch irgendwie...ganz schön spät oder nicht?

    Demnach konnten schon im Dezember Lehrer und Erzieher nach Schulung die Tests selbst durchführen. Die Medizinstudenten waren meine ich eher ein Vorschlag für Testung vor Altersheimen, keine Ahnung, ob die je eingesetzt wurden. Antigenschnelltests können seit Anfang Februar an jeden verkauft werden, da hatte Spahn die entsprechende Abgabeverordnung geändert. Nur die Selbsttests sind erst Ende Februar zugelassen worden. Ansonsten die Knappheit war sicherlich ein Grund für die Rationierung.

    Na dann ist ja alles gut. Roche hatte schon Anfang September angekündigt, dass da was kommt (https://www.aerzteblatt.de/nac…uf-Antigene-auf-den-Markt) und wir haben dann nur 3 Monate gebraucht um es Lehrern zu erlauben/zu ermöglichen. Blöd nur, dass wahrscheinlich schon eine Woche später die Schulen erst in die Ferien und dann in den Lockdown gingen. Hat ja richtig was gebracht.:thumbup:

    Und natürlich lag das nicht an der Dumpfbackigkeit und Behebigkeit unserer Ministerien und Behörden! Nein, weitblickend verzichtete man im Voraus auf derartige Möglichkeiten, weil sie evtl. zu knapp hätten sein können. (Das kenne ich aus meinem Leben. Ich habe nämlich auch ganz bewußt auf eine Karriere als Profifußballer verzichtet, weil mir klar war, dass andere diese Karriere nötiger hatten als ich! Aber das nur nebenbei)

    Dass man erst mit einer sinnvoll niedrigen Inzidenz öffnen wollte, kann dir nicht entgangen sein. Nicht so wie jetzt, wo man es aus politischen Gründen trotzdem macht, und die Chance sicherlich da ist, dass im Anschluss wieder zugemacht bzw. zu lange gewartet und dann doch noch zugemacht wird.


    Ich finde wir stehen hier recht gefühlt symmetrisch da: Du hast offensichtlich nie akzeptiert, was für ein enormes Politikversagen es war, Mitte Oktober nicht den shutdown gemacht zu haben und zwar tatsächlich von den Spitzenpolitikern, die das entschieden haben. Ich finde halt an den vielen Nickligkeiten und Vergleichen, die sich aus Produktionsskalierung und Marktgröße im Vergleich und den mal mehr, mal weniger funktionalen behördlichen Strukturen, wo dann die Spitzenpolitik letztlich auch keinen größeren Einfluss hat außer noch einen weiteren Punkt auf die Prioritätenliste zu setzen, ist nicht viel dran. Ein großer nicht anerkannter Fehler gegen das Schulterzucken über viele kleine Misstände.

    Da hast Du was richtig erkannt. Ich nehme den nicht gemachten Shutdown im Oktober wirklich nur mit einem Schulterzucken zur Kenntnis. Du hättest Dir diesen maximal einfalls- und hilflosen Schwachsinn also noch einen Monat...oder nein eigentlich 2 Monate früher gewünscht und siehst ansonsten bei der Administration dieser Krise maximal „Schönheitsfehler“? Nee Wemir, wir kommen hier nicht mehr zusammen.

  • Es geht nicht darum, dass das letzte Testzentrum gefloppt ist, sondern dass schonmal sowas Ähnliches aufgebaut wurde und "an der Stadthalle" klingt für mich als Ortsunkundigen nicht sehr viel anders als Marktplatz. Warum ging es damals und jetzt nicht?


    Ich will nicht behaupten, dass das nicht stimmt, ich bin bloß skeptisch. Denn wenn ich mich recht entsinne ist der Schtick von dem Typen, dass er seinen vermeintlichen dänischen Pragmatismus gegen den vermeintlichen deutschen Ordnungswahn setzt. Und da passt die Geschichte natürlich gut dazu.

    Ja. Und der deutsche Ordnungswahn ist für Dich eher eine Legende?

  • Ja klar ist das ein Impfnationalismus.

    Warum sind wir denn bevorzugt und DANN die anderen?

    Gerecht wäre das was da ist gerecht aufzuteilen nicht den ersten Kuchen bekommen wir und dann irgendwann bekommen die anderen auch welchen.


    Wenn wie zuerst geimpft sind haben wir ja nicht nur den gesundheitlichen Vorteil-sIndern auch einen wirtschaftlichen.

  • Warum sind wir denn bevorzugt und DANN die anderen?

    Argumentation der EU ist: AZ hält seine Lieferverpflichtungen mit der EU momentan nicht ein. Darum keine Exporte aus EU-Werken ins EU-Ausland.


    https://www.deutschlandfunk.de…html?drbm:date=2021-03-04


    Gerecht wäre das was da ist gerecht aufzuteilen nicht den ersten Kuchen bekommen wir und dann irgendwann bekommen die anderen auch welchen.

    Klar, aber das kannste in der momentanen Stimmung niemanden verkaufen. Wenn von 7 hergestellten Dosen 6 nach Afrika, Asien und Südamerika gingen und nur eine im "Wertewesten" verbleibt hätten wir hier richtig Bambule.

  • Jeder Bürger hätte die Wahl, ob beim Hausarzt oder auf einer Regierungswebseite, anzukreuzen, ob er seine Impfung für die Unterstützung der ärmeren Länder um 1-2 Jahre aufschieben will, oder nicht.


    Ich glaube, dass jeder von uns sich das Ergebnis denken kann, aber dann wäre wenigstens die Wahrheit glasklar zu sehen.

    Das ist ne super Idee. Dieser ganzheitliche Gerechtigkeitsgedanke setzt ja voraus das sich quasi alle Erdenbürger über diesen Begriff einig wären. Wenn die EU jetzt anfängt jede AZ Lieferung nach irgendeinem Schlüssel gerecht auf benachteiligte Kontinente aufzuteilen wird man sich außer gutem Willem am Ende nichts ins haben Heft schreiben können. Die USA werden einfach keine Ampulle rausrücken bis die Produktion den eigenen Bedarf mehr als gedeckt hat und das sollte zunächst der einzige Fokus in den Ländern sein, die einen Anteil an der Produktion haben.

    Wenn UK oder die Amis mit der Impfung wirklich zurück in "normale" Verhältnisse kommen und wir in der EU dann noch nicht mal bei der hälfte sind, wird sich kaum einer damit zufrieden geben das man wenigstens keinen Impfnationalismus betrieben hat. Ich denke viele Leute auch hierzulande wüssten erstmal wieder gerne wann sie wieder ohne staatliche Almosen ihren Kühlschrank füllen können. So schlimm es sein mag, aber jeder ist sich selbst der nächste.

  • Dass jemand das benennt-heißt noch lange nicht,dass er das auch besser macht.

    (Ehrlich ich weiß es nicht ob ich es abgeben würde-weil ich die alleinige Verantwortung für meinen Jüngsten habe-

    Und wenn ich flach liege ist es ein Problem-weil dann keiner da ist der nach ihm schaut &sich kümmert

    Wenn man sagen könnte:ich gebe meine Dosis dieser Frau im Slum von Neu Delhi würde ich das sogar trotzdem tun.

    Aber auf die Dosis verzichten und am Ende bekommt es ein alter reicher Sack des globalen Südens ,der sich dafür das Ticket nach Russland zum Impfen spart-

    Nee)


    Wir sollten uns halt nur eingestehen- wenigstens das! -Dass wir durch völlig unverdientes Glück und Gnade in der ersten Welt leben und dass wir -weil wir auf Kosten anderer so reich und privilegiert geworden sind und dass wir was wir haben auch ausnutzen und verteidigen.

    Das fängt bei Bodenschätzen an und hört beim Impfstoffverteilen noch lange nicht auf.

    Vielleicht ist es auch richtig so-dass man sich erstmal um sich und seine Leute kümmert.

    So wie im Flugzeug-"nehmen Sie die Maske zuerst-atmen Sie -geben es erst dann ihrem Kind-"

    Aber egal ob es nun guter Impfnationalismus ist oder schlechter Impfnationalismus.

    Impfnationalismus bleibt es :)

  • Ich nehme den nicht gemachten Shutdown im Oktober wirklich nur mit einem Schulterzucken zur Kenntnis. Du hättest Dir diesen maximal einfalls- und hilflosen Schwachsinn also noch einen Monat...oder nein eigentlich 2 Monate früher gewünscht und siehst ansonsten bei der Administration dieser Krise maximal „Schönheitsfehler“? Nee Wemir, wir kommen hier nicht mehr zusammen.

    Ein paar 10.000 Menschen wären dann halt weniger gestorben diesen Winter.


    In den Ländern/Gesellschaften, die das Virus nicht dauerhaft unterdrücken können, ist der Shutdown unausweichlich. Sobald R merklich größer 1 ist, kommt unweigerlich der Tag, an dem gehandelt werden muss. Ein paar Wochen früher die Notbremse zu ziehen, das rettet halt aufgrund des exponentiellen Anwachsens der Ansteckungszahlen viele Leben.


    Und eventuell kann man dann auch früher wieder auf machen. Aber selbst wenn nicht, sind drei, vier Wochen länger Schulunterricht, offene Schwimmbäder, Restaurantbetrieb den Preis wert?

  • Ich lebe in der Provinz und in meinem Leben ist die Pandemie bisher wirklich nur durch die Lockdown Maßnahmen in Erscheinung getreten. Ich kenne 2, 3 Leute die infiziert waren und die sich im Nachgang sehr wenig beeindruckt vom Virus gezeigt haben.

    Jetzt kann man sagen und wird auch recht haben: "Die haben Glück gehabt!", aber es ist wie beim Klimawandel. Ich lese wirklich viele und diverse Medien und bin an politischen Nachrichten immer interessiert. Beim Thema Covid hab ich mittlerweile was die Gefahrendebatte angeht völlig den Überblick verloren. Morgens zur Unzeit vibriert die SPON Eilmeldung mit den RKI Zahlen und wenn man das liest wundert man sich, dass draußen noch einer die Briefkästen leermacht.

    Ich persönlich komme klar weil man im dünn besiedelten Raum vergleichsweise viele Dinge tun kann, die jeder mit sich selbst vereinbart und niemandem was schuldig bleibt.

    Ich muss aber auch zugeben das sich in meinem Bekanntenkreis viele mittlerweile bedenklich kritisch gegenüber allem Maßnahmen, insbesondere der Impfung äußern weil sie überhaupt nicht mehr wissen was gespielt wird. Ich bin seit November im HO und hab Zeit mir jeden morgen erstmal den Pressespiegel zu gönnen während viele seit einem Jahr jeden Tag wie immer ihre Schicht in der Papierfabrik wegschuften. In der Realität vieler Bekannter besteht zZ der Alltag nur noch aus Lohnarbeit und zuhause sitzen und der ganze Ausgleichsaspekt, der das Leben interessant gemacht hat, im Sinne der Freizeitgestaltung ist einfach weggebrochen.

    Das ist schwer zu vermitteln wenn nicht im Haus gegenüber jeden morgen die Leichen herausgekarrt werden, um es mal polemisch auszudrücken.

    Ist halt wie beim Klimawandel :/

  • Dass man allgemein in der Verwaltung und Organisation gerade völlig versagt! (Finanzhilfen, Impfmittelbestellung, Impftempo)

    Ich überfliege vieles von dem, was Du so schreibst und habe schon festgestellt, dass Du die Regierung hierbei immer sehr in Schutz nimmst, aber ich werde das so nicht tun.


    Also bei Finanzhilfen habe ich keinen gegenteiligen Eindruck. Aber das ist auch mit am schwierigsten, weil man eigentlich virtuelle Einnahmen minus nicht anfallender Kosten auszahlen müsste, wenn man die Wirtschaft einfriert. Wundert mich nicht, dass das schlecht funktioniert.


    Ich denke, ich bin einfach unabhängiger von Mediennarrativen und ich habe andere vorgefasste Überzeugungen, in die ich mich fallen lasse. Ich meine, sobald man nachschaut steckt hinter diesen Skandalisierungen von Knappheit meist nicht mehr als die Realität von Entwicklung, Produktion, Marktgröße, Einschätzungen unterschiedlicher Güte und Zufällen. Als Gegenbeispiel bei den Masken für die Krankenversorgung kann man klar sagen, da hätte es eine Einlagerung zur Überbrückung der absehbaren Knappheit geben müssen. Das war mangelnde Vorbereitung. Aber bei neuen Produkten greift das so nicht.


    Beim Thema Schnelltests/Selbsttests hätte man doch schon im Sommer alles Mögliche organisieren können, von der Zulassung bis zur Bestellung.

    Dass man JETZT erst mal eine Task Force ins Leben ruft, die sich im weitesten Sinne wohl mit der Beschaffung, Verteilung und Anwendung beschäftigt ist doch irgendwie...ganz schön spät oder nicht?

    Na dann ist ja alles gut. Roche hatte schon Anfang September angekündigt, dass da was kommt (https://www.aerzteblatt.de/nac…uf-Antigene-auf-den-Markt) und wir haben dann nur 3 Monate gebraucht um es Lehrern zu erlauben/zu ermöglichen.


    Im Sommer konnte man luftige Konzepte schreiben, hat man meine ich auch. Aber wie soll man ein Produkt zulassen, das bisher nicht existiert? Klar bei den Impfstoffen hat man die Vorbestellungen gemacht, aber der Markt für diese Antigenhersteller ist deutlich unübersichtlicher. Mitte Oktober als es tatsächlich Tests gab wurde eine Testverordnung erlassen, durch die der offzielle Einsatz von Antigen-Schnelltests für point-of-care-Testung ermöglicht wurde.


    Es stimmt Roche hat seinen Test Ende September auf den Markt gebracht. Hier ist die Pressemitteilung vom 23. September: https://www.roche.de/aktuelles…-deutschland-erhaeltlich/


    Ähnlich andere Hersteller. Deswegen wurde drei Wochen später diese Verordnung erlassen, die Nationale Teststrategie entsprechend angepasst und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat angefangen Hersteller zu listen. Aber einen Monat nach dieser Markteinführung sah die Realität eben so aus, vom 10. November:


    https://www.br.de/nachrichten/…lltests-in-bayern,SFkjJcm


    Zitat

    Es klingt nach einer Erfolgsbilanz: Das bayerische Gesundheitsministerium vermeldet, das insgesamt 10,5 Millionen der sogenannten Antigen-Schnelltests durch die Staatsregierung geordert wurden. Diese sind eigentlich als Reserve gedacht. Doch schon jetzt muss sie angebrochen werden, denn Test sind nur noch schwer auf dem Markt zu bekommen.


    Das Gesundheitsministerium will bis Ende der Woche 625.000 an die Kreisverwaltungsämter in ganz Bayern ausgeben, denn die Krankenhäuser, Altenheime oder Arztpraxen bekommen keine Tests mehr. Es herrscht ein Lieferengpass.


    Hier wird sogar von einer Seite das vorsorgliche Einkaufen seitens des Staates kritisiert:


    Zitat

    Die Krankenhausapotheke des Nürnberger Klinikums bemüht sich seit Wochen Antigen-Schnelltests zu bekommen. Den Engpass hätte auch die Politik verursacht, die mit den Vorratsbestellungen, die durch den aktuellen Hype ausgelösten Lieferengpässe verschärft habe, so Dr. Annette Sattler, Leiterin der Apotheke des Klinikums Nürnberg.


    "Renommierte Hersteller, die diese Schnelltests vertreiben, liefern nur Kleinstmengen über den Großhandel oder sind ausverkauft", so Sattler. "Ein Liefertermin für unsere Bestellung bei einem anderen Händler konnte uns nicht genannt werden. Bei einem weiteren Vertriebshändler wurde uns eine Lieferung zugesagt, aber der Termin dafür wieder verschoben."


    Spezifisch der Schnelltest von Roche, vom 30. Oktober:


    https://www.pharmazeutische-ze…oduktion-am-limit-121504/


    Zitat

    Dort erklärte der Chef des Pharmakonzerns Roche, Severin Schwan, dass »Antigentests derzeit bei allen Herstellern ausverkauft« sind.


    [...] Ein entsprechender Test von Roche ist seit September 2020 auf dem Markt, gleich am Anfang gab es jedoch Lieferschwierigkeiten. [...]


    [...] Zwar produzierte Roche nach eigenen Angaben bis zuletzt 40 Millionen Antigen-Tests pro Monat, doch die »weltweite Nachfrage nach PCR-Tests und Antigentests zum Nachweis einer aktiven Infektion mit SARS-CoV-2 übersteigt das Angebot«, erklärte eine Roche-Sprecherin auf Anfrage der PZ. Roche habe aus diesem Grund eine »Zuteilungsstrategie« entwickelt. Damit soll sichergestellt werden, »dass die Tests dorthin geliefert werden, wo der Bedarf am höchsten ist und die größtmögliche Wirkung erzielt werden kann«.


    Und das ist dann in den Monaten seit dem besser geworden, ich nehme an für Schulen bzw. Lehrer und Erzieher wurden sie wohl so ab Anfang Dezember eingesetzt, weil es dann dafür gereicht hat.


    In der Pressekonferenz gestern meinte Spahn, die task force Testlogistik dient der Beschaffung der Selbsttests. Die haben nochmal deutlich länger gebraucht, um auf den Markt zu kommen. Für die Schnelltests fühlt er sich gar nicht zuständig, weil es dort keine Probleme mehr gibt, welche zu bekommen. Wie das Ministerium hier schreibt:


    https://www.bundesgesundheitsm…-schnelltests.html#c20719


    Zitat

    Gibt es genügend Antigen-Schnelltests?


    Ja. Es gibt genug Antigen-Schnelltests auf dem Markt. 150 Mio. Schnelltests liegen laut Herstellerangaben bereits heute auf Halde und können direkt geliefert werden. Die Länder und Kommunen müssen sie nur abrufen – und machen das bereits heute schon für Pflegeheime. Der Bund hat (Stand: 04.03.2021) mindestens 800 Mio. Schnelltests über bilaterale MoU und europäische Rahmenverträge für dieses Jahr gesichert. Das tatsächliche Marktangebot wird dieses Kontingent bei weitem übertreffen.


    Und wie da auch steht das Bundesgesundheitsministerium hat seine Beschaffung für den eigenen Bedarf, also etwa die Versorgung von Pflegeeinreichtungen mit Schnelltests, schon vor zwei oder drei Monaten durch Vereinbarungen mit Firmen abgesichert. Mittlerweile sind es sogar 800 M.


    Diese neue task force befasst sich also nur mit dem neuen Produkt und wohl vorallem für den Bedarf der Länder.


    Das einzige Versäumnis bei den Schnelltests scheint mir, dass der Bund oder die Länder. als sich die Verbesserung der Versorgungslage abgezeichnet hat, nicht mehr darauf gedrängt haben, dass überall Testzentren aufgebaut werden und das stärker finanziell zu fördern, auch um zu helfen die Inzidenz schneller runterzubringen. Wohl auch dadurch, dass die eher lokalinitiativ hier und da entstanden sind, musste das Versprechen mit den kostenlosen Tests um eine Woche verschoben werden und wird auch dann nicht überall sofort möglich sein.


    Ja. Und der deutsche Ordnungswahn ist für Dich eher eine Legende?


    Da ist auf jeden Fall viel confirmation bias mit drin.

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