Der SARS-CoV-2-Thread

  • Weiß ja nicht, wie das Wetter dieses Jahr in Israel war, aber da kannst du die alten Leute im Dezember und Januar vermutlich auch in beheizten Zelten warten lassen, obwohl es die kältesten Monate sind.


    In Teilen von Deutschland hätte sich vielleicht auch wieder eine drive-in-Lösung angeboten. Der Warteraum ist eigentlich das Hauptproblem und der ist bei den Arztpraxen auch nicht immer räumlich großzügig ausgestaltet. Seine Impfung bekommt man, sobald man dran ist, recht schnell, wenn man alles an Unterlagen vollständig und keine Fragen hat. Aber das Arztgespräch zu den Impfstoffen ist in die Zeit mit reingerechnet, so wie ich das verstehe, und das werden sicherlich einige in Anspruch nehmen.

  • In Jerusalem gab's Schnee.Trotzdem insgesamt deutlich wärmer als hier :)

    Aner ich wollte ja auch nicht die gesamte Idee kopieren sondern nur den Aspekt der Mobilität.

    Im Lande der Autobauer wäre das ja möglich ein paar hundert Impfautomobile zu finden.

    Und wenn die eben rumfahren und an den Arztpraxen, die ihre Leute eingeladen haben das Zeug vorbei bringen.

    Die klingeln.Geben das Serum ab.

    Fahren weiter..

    Der Arzt verimpft das

    Denke ich htäte man das mindestens so schnell erledigt wie jetzt.


    Bei unserem Arzt machen sie das so -du bekommst eine Uhrzeit und zu der darfst du kommen -drinnen dürfen nicht mehr als 4 Leute in den beiden Wartebereichen insgesammt sein.


    Wie gesagt-ist ja auch ne müßigeKopfakrobatik.

    Marner Einwurf hatte mich nur dazu gebracht darüber zu denken,wie es denn gehen hätte können.

    2 Mal editiert, zuletzt von AnjaU () aus folgendem Grund: AUTOBAUER -Handy..

  • So das Maschinchen rödelt noch, habe ich auch noch etwas Zeit für Österreich:


    Herzlichen Glückwunsch liebe Nachbarn, eure Regierung hält euch nicht für deppert, bei Gelegenheit werden wir das mit den Österreicherwitzen klären....


    Ich denke der Grund, warum Österreich die Antigen-Schnelltests und -Selbsttests schon so breit eingeführt hat, liegt daneben, dass sie als kleineres Land vermutlich schneller die Schwelle für eine gute Versorgung erreichen konnten, an ihrem Epidemie-Verlauf. Wenn ich darauf schaue:


    https://covid19-dashboard.ages.at


    Hatten sie den Gipfel ihres Ausbruchs schon Mitte November im Dezember ging es einigermaßen schnell wieder runter, aber dann hatten sie im Januar eine wochenlange Phase der Stagnation auf einer höheren Inzidenz, über 100 / 100000 Einwohner, als es bei uns jetzt ein Plateau erreicht hat. Weil sie es nicht weiter runterbekamen, haben sie dann auf Antigen-Tests gesetzt, um trotzdem öffnen zu können. Wir sind einen Monat hinter dem Punkt, an dem Österreich war.


    (Antigen-Tests als RT-PCR-Alternative haben sie aber wohl noch früher eingeführt, jedenfalls wird das ab Anfang Januar in der Statistik ausgewiesen. Aber das ist hier ja gar nicht vorgesehen.)

  • Von der weltweit möglichen Impfstoffproduktion in diesem Jahr hat sich "der Westen" bisher über 70% unter die Nägel gerissen, 70% aller Impfstoffe für den verschwindend kleinen Werte-Westen (anteilig an der Weltbevölkerung).



    Ich war bisher ein eher günstiger Patient für die Kasse, aber die können sich schon darauf freuen, dass ich mir beim Arzt alles ausdrucken lasse.



    Unbedingt! Da wirst Du nicht alleine sein, meiner subjektiven Schätzung nach kommen auf 10 Patienten ca. 8 Alte die keine digitalen Rezepte (teilweise über Smartphone-Apps) benutzen werden. Ich lasse auch alle Speicherfunktionen ausgeschaltet, die Option soll es ja wohl noch länger geben - bisher bin ich gut durch alle medizinischen Notfälle gekommen, ohne meine Krankengeschichte in der Cloud zu haben.


    Ich bin ja auch ein Freund der Digitalisierung da wo es nötig ist, zum Beispiel die erschreckenden Verbindungsabbrüche bei Videokonferenzen oder das ruckeln der Bilder die durch Kupferleitungen laufen.

  • Wenn man bedenkt, dass ganz am Anfang mal offen über die Patent-Freiheit der Impfstoffe geredet wurde und nun sowas in der Twitter-Timeline auftaucht, kann man schon mal die Stirn runzeln.


    Südamerikanische Regierungen haben ja mal aus dem Nähkästchen geplaudert was Pfizer/BioNTech in seine Verträge schreibt ... da kamen sich einige wohl verarscht vor und wandten sich Russland und China zu.




  • da kamen sich einige wohl verarscht vor und wandten sich Russland und China zu.

    Als ob es da was umsonst gibt... between a rock and a hard place.


    Was ich mich frage: wenn schon seit 30 Jahren an mRNA geforscht wird ist das kein Hoheitswissen mehr. Und wenn die fertigen "Baupläne" schon nach Stunden vorlagen und der Rest nur noch Zulassung war... warum bauen die in Indien nicht ihren eigenen mRNA-Stoff? Die sind ja stark in Sachen Pharma und mit Patenten nehmen die das traditionell auch nicht so genau. Gerade unter dem aktuellen nationalistischen Regime wäre so eine "scheissegal, wir machen das jetzt"-Haltung sehr wahrscheinlich.


    Ist wohl alles doch ein bisschen komplexer als die "PRODUKTION HOCHFAHREN!"-Politiker uns verkaufen wollen...

  • Selbst die Ober-Chemiker der Bayer AG sagen ja das ist ein hochkomplexes Ding was man nicht mal so eben aufbaut - das braucht Zeit und man muss ordentlich Geld in die Hand nehmen (da will man dann auch hinterher schwarze Zahlen schreiben und Patienten sollten schon keine Forderungen stellen dürfen).

  • Ich war bisher ein eher günstiger Patient für die Kasse, aber die können sich schon darauf freuen, dass ich mir beim Arzt alles ausdrucken lasse.

    Unbedingt! Da wirst Du nicht alleine sein, meiner subjektiven Schätzung nach kommen auf 10 Patienten ca. 8 Alte die keine digitalen Rezepte (teilweise über Smartphone-Apps) benutzen werden. Ich lasse auch alle Speicherfunktionen ausgeschaltet, die Option soll es ja wohl noch länger geben - bisher bin ich gut durch alle medizinischen Notfälle gekommen, ohne meine Krankengeschichte in der Cloud zu haben.


    Ich bin ja auch ein Freund der Digitalisierung da wo es nötig ist, zum Beispiel die erschreckenden Verbindungsabbrüche bei Videokonferenzen oder das ruckeln der Bilder die durch Kupferleitungen laufen.

    Auch hier wird sanfter zunehmender Druck nachhelfen. Bekannt ist das schon von der Einführung der modernen Gesundheitskarte. Der Mehraufwand der Ärzte wird dann natürlich auf die Patienten abgewälzt, die entweder in der Priorität nach hinten rutschen oder sich eine andere Praxis suchen können. Edit. Von Honorarkürzungen durch die Kassen ganz zu schweigen.


    Solange man nicht darauf angewiesen, weil gesund ist, kann man mit ausgedruckten Belegen natürlich Sand in die gut geölte Krankheitsindustrie streuen. Allerdings wird das erstmal nur Aufwand für die Praxen erhöhen worunter auch die restlichen Patienten zu leiden haben. Wenn der Schmerz in den Praxen nicht hoch genug ist, um dagegen bei den Kassen Sturm zu laufen, wird das die Verantwortlichen kaltlassen.


    Die Bürokratie für Dauerverschreibungen von Medikamenten und Behandlungen ist bereits jetzt auf verdächtig fordernden Niveau. Regelmäßig werden die Regeln auch noch verschärft. Kranke Patienten, die sich mit sowas rumplagen, werden mitunter in den sauberen Apfel beißen, um nicht mehr ständig mit sinnlosem Kram genervt zu werden.

    Wäre die Implementierungen aus dem BMG nicht auf großen Datenreichtum angelegt, sondern auf Datenschutz und Nutzen für den Patienten, man könnte die Digitalisierung begrüßen. Dank der fiesen Hacker (vgl. 1, 2) kennen wir die Realität.

  • Wenn der Schmerz in den Praxen nicht hoch genug ist, um dagegen bei den Kassen Sturm zu laufen, wird das die Verantwortlichen kaltlassen.


    Klar, sie machen das auch auf Lobbydruck ala Scheuer, bei den neuen Infrastrukturen/Geräten geht es um viel Geld. Man könnte natürlich statt dessen Krankenhäuser updaten oder Personal subventionieren ... davon hat die Industrie natürlich nichts.

  • Lindner ist unter die Donaldisten gegangen und ärgert sich über all diese Tests die am Ende auch noch positive Ergebnisse ausspucken und die Inzidenzen erhöhen.



  • Lindner ist unter die Donaldisten gegangen und ärgert sich über all diese Tests die am Ende auch noch positive Ergebnisse ausspucken und die Inzidenzen erhöhen.



    Hat doch recht. Wenn an der 35er-Inzidenz festhalten wird bei gleichzeitiger Testausweitung bedeutet das in Konsequenz eine Lockdownverlängerung.

    Ich bin da mittlerweile ziemlich klar; man ruiniert dieses Land. Ich hab für diese Politik null Verständnis mehr. Politik heißt: Prioritätensetzung. Und die finde ich gerade ziemlich Panne.

  • Hat doch recht.

    Da steckt aber halt auch der donaldistische Ansatz "weniger testen für bessere Statistiken" drin. Was wir ja auch schon eine Weile praktizieren, jedenfalls im Vergleich zu unseren Nachbarn und in Relation zu den Kapazitäten. Und das sich am Ende jeder Selbsttest in der Statistik wiederfindet halte ich auch noch nicht für ausgemacht.

    Ich bin da mittlerweile ziemlich klar; man ruiniert dieses Land.

    Also einige Konzerne berichten gerade trotz allem von satten Gewinnen. Das ganze Land scheint also schonmal nicht betroffen. Das der Kleinunternehmer von Altmaier und Co. weitgehend im Regen stehengelassen wurde ist natürlich nicht falsch, die Frage ist aber natürlich wie toll es denn laufen würde für Gastro und Handel wenn die Mehrheit der Leute wegen Ansteckungsgefahr doch lieber was bestellt statt in Präsenz zu konsumieren.

    Politik heißt: Prioritätensetzung.

    Ja, das ist nun aber leider eine Binsenweisheit, die man immer in viele Richtungen biegen kann.


    Ich glaube vieles von dem was schiefgelaufen ist in Sachen Finanzierung von Lockdownbetroffenen muß man am Ende den Leer- und Schiefdenkern anlasten. Die haben die Politik nicht direkt vor sich her getrieben aber waren IMO bereits im letzten Jahr so laut und medienpräsent das die Politik vermutlich ihre zu zögerlichen Maßnahmen an dieser bubble kalibriert hat. Bloß niemanden verschrecken, obwohl alle Umfragen gezeigt haben das die Bevölkerung zu dem Zeitpunkt weitgehend überwiegend bereit war Maßnahmen mitzugehen.


    Und letztlich haben diese Schreihälse auch effektiv verhindert das tatsächlich Betroffene mit legitimen Ansinnen sich Gehör zB über Demos verschaffen. Mir ist nur eine Demo bekannt die es geschafft hat sich davon freizuhalten, die Veranstaltungsfritzen um Marius Müller Westernhagen / Alarmstufe Rot-Demo. Wenn heute die Einzelhändler oder Gastro mal demonstrieren wollen würden wären da sofort die Spinner mit auf der Matte...


    </Mitternachtsrant_Ende>

  • Und letztlich haben diese Schreihälse auch effektiv verhindert das tatsächlich Betroffene mit legitimen Ansinnen sich Gehör zB über Demos verschaffen. Mir ist nur eine Demo bekannt die es geschafft hat sich davon freizuhalten, die Veranstaltungsfritzen um Marius Müller Westernhagen / Alarmstufe Rot-Demo. Wenn heute die Einzelhändler oder Gastro mal demonstrieren wollen würden wären da sofort die Spinner mit auf der Matte...

    :thumbup::thumbup::thumbup:

  • Also einige Konzerne berichten gerade trotz allem von satten Gewinnen. Das ganze Land scheint also schonmal nicht betroffen.

    Da muss dringend noch beim Kurzarbeitergeld nachgebessert werden, die Masche kosten darüber zu drücken und dann den Dividendenhahn voll aufzudrehen ist schon fast auf CumCum-, CumEx-Niveau.

    Da will ich gar nicht mehr wissen ob das Absicht oder Versehen war...

  • Da muss dringend noch beim Kurzarbeitergeld nachgebessert werden, die Masche kosten darüber zu drücken und dann den Dividendenhahn voll aufzudrehen ist schon fast auf CumCum-, CumEx-Niveau.

    Da will ich gar nicht mehr wissen ob das Absicht oder Versehen war...

    Ich find's vor allem deswegen bizarr, dass die Gewinne immer noch eingefahren werden, obwohl in den inzwischen echt vielen Branchen Lieferengpässe entstanden sind und die effektiv nicht mehr so viele Waren produizieren. Wäre es nicht sinnvoller, die werfen einfach alle Mitarbeiter raus und verkaufen auch nichts mehr? Imagine those dividends!

  • Ich glaube vieles von dem was schiefgelaufen ist in Sachen Finanzierung von Lockdownbetroffenen muß man am Ende den Leer- und Schiefdenkern anlasten. Die haben die Politik nicht direkt vor sich her getrieben aber waren IMO bereits im letzten Jahr so laut und medienpräsent das die Politik vermutlich ihre zu zögerlichen Maßnahmen an dieser bubble kalibriert hat. Bloß niemanden verschrecken, obwohl alle Umfragen gezeigt haben das die Bevölkerung zu dem Zeitpunkt weitgehend überwiegend bereit war Maßnahmen mitzugehen.


    Und letztlich haben diese Schreihälse auch effektiv verhindert das tatsächlich Betroffene mit legitimen Ansinnen sich Gehör zB über Demos verschaffen. Mir ist nur eine Demo bekannt die es geschafft hat sich davon freizuhalten, die Veranstaltungsfritzen um Marius Müller Westernhagen / Alarmstufe Rot-Demo. Wenn heute die Einzelhändler oder Gastro mal demonstrieren wollen würden wären da sofort die Spinner mit auf der Matte...

    Was haben bitte die Querdenker damit zu tun, dass Softwareprobleme Finanzhilfen verhindert haben. Viele bekommen allerdings auch keine Finanzhilfen. Unser Stadtwerk z.B. legt jeden Monat 100.000€ für die Schließung des Schwimmbads drauf. Da das aber nicht 90% unseres Umsatzes ausmacht, gehen wir, so mein letzter Stand, komplett leer aus. Auch der Klinik meiner Lebensgefährtin geht es schlecht; keine Gruppentherapien in der Psychosomatik. Über den Fluren macht sich das Gerücht breit, dass die Klinik in 4 Jahren geschlossen wird. Und daran sind meiner Ansicht nach doch nicht irgendwelche Querdenker Schuld! Man hätte sich über Monate wirklich etwas besseres als allgemeine Lockdowns überlegen können... in meinen Augen sogar MÜSSEN!


    Aber auch die Lösung, die Du hier aufzeigst: "härterer Lockdown im November" z.B. halte ich als "Lösung" für fragwürdig. Glaubst Du wirklich, dass wir dann heute auch nur etwas besser dastehen würden? Hier und da wäre vielleicht ein Altenheim verschont wurden und weiter? Hätten wir dann ein fähigeres Wirtschaftsministerium? Eine hilfreiche App zur Pandemiebekämpfung? Mehr Impfstoff, weil wir vielleicht doch mal den russischen Impfstoff probieren würden oder besser mit den "auserwählten" Impfstoffherstellern zusammengearbeitet hätten? Würde ohne Querdenker etwa AZ nicht mehr sinnlos bei uns rumliegen? Gäbe es ohne Querdenker in Schulen mehr Lüftungsanlagen, die etwas taugen? Gäbe es ohne Querdenker endlich einmal belastbare Untersuchungen darüber in welchen Situationen das Virus sehr ansteckend, ansteckend, weniger ansteckend, überhaupt nicht ansteckend ist.... und zwar ohne Modellrechnungen mit einfachen Luftvolumenstromabschätzungen, sondern halt richtige Untersuchungen, die z.B. auch die Saisonalität mit einbeziehen? Haben das in Deinen/Euren Augen auch die Querdenker verhindert?


    Ich finde diese Politik nur noch falsch, unpragmatisch und unfähig. Und das hat nichts mit Querdenkern zu tun, sondern damit dass in den Behörden und in der Politik niemand mehr etwas falsch machen will. Wer sich zuerst bewegt (Spahn-Antigentests) wird erschossen.


    Autobauer machen, soweit ich weiß, ihren Großteil der Gewinne mittlerweile über Service. So ein Auto muss man sich wie einen Tintenfarbpatronendrucker vorstellen oder wie eine Kaffeemaschine, die mit Pads läuft.


    Tja...und wenn Du überall Missbrauch vermutest, dann ist es wohl in Deinen Augen angemessen einen Antrag gründlich zu prüfen oder? Sah Altmaier auch so und jetzt prüfen die Behörden halt besonders gründlich.... bei VW und Daimler in Deinen Augen halt nicht gründlich genug, aber ich denke schon, dass hier nicht ganz fair geurteilt wird. Es gibt Kurzarbeitergeld, für die Großen und die Kleinen. Wenn Du da jetzt auch noch ne monatelange Prüfung vorschieben möchtest wird alles kaputt gehen.

  • Ich find's vor allem deswegen bizarr, dass die Gewinne immer noch eingefahren werden, obwohl in den inzwischen echt vielen Branchen Lieferengpässe entstanden sind und die effektiv nicht mehr so viele Waren produizieren. Wäre es nicht sinnvoller, die werfen einfach alle Mitarbeiter raus und verkaufen auch nichts mehr? Imagine those dividends!

    Es ist ja eher Branchenüblich (Automobilindustrie) sich als Bankunternehmen eine Autowerkstatt zu halten. Dass dann ab und an gern mal der Schwanz mit dem Hund wedeln möchte hat man am besten beim Übernahmeversuch Porsche vs VW beobachten können.

  • Mit der neusten Folge des Coronavirus-Update ist Drosten nun seiner eigenen Variante von Impfpanik erlegen. Ei, jei, jei. Der NDR hat die dann auch dankbar "Die Uhr tickt" genannt. Außerdem war es die Ärztegewerkschaftsfolge - naja die Ärzte, um die es hauptsächlich ging, sind Unternehmer - also die Ärtzeinnungsfolge.


    Drosten hatte ja schon ein paar mal Andeutungen gemacht, dass er sich Sorgen macht. Jetzt ist etwas klarer, was er meint, aber immer noch nicht wirklich klar. Es bezieht sich auf Hintergrundgespräche mit Leuten in der "Planungsebene" und deren Vorstellungen machen ihm Sorgen. Die Folge ist praktisch eine Intervention. Wie gesagt, wirklich klar ist es nicht, einerseits spricht er von einer zu starken Tendenz zu zentraler Steuerung, klingt zunächst nach dem Bundesgesundheitsministerium, aber da die Organisation der Impfung von den Bundesländern gemacht wird und die im Zweifel entscheiden, kann es sich eigentlich nur auf deren Planung beziehen. Und dann stellt sich die Frage, mit wem hat er gesprochen? Mit den Planern in Berlin? In Brandenburg? Mit welchen aus verschiedenen Bundesländern? Im Endeffekt macht er so ein bisschen Lobbyismus dafür die Hausärzte und Betriebsärzte in die Impfkampagne einzubinden und bei ein paar der strengeren Auslegungen entsprechend der Grenzen des Erkenntnisstandes locker zu lassen, offensichtlich sympathisiert er da mit dem Vorgehen in Großbritannien.


    Mir kommt das so vor, als ob die Probleme, die er da sieht, sich von selbst heilen. Selbst wenn die Länder erstmal an ihren Impfzentren festhalten, weil die jetzt eingespielt sind, von 16 Bundesländern wird es sicherlich wenigstens eines geben, dass es mit den Hausärzten versucht (siehe den Artikel mit den Forderungen von Söder und Kretschmer) und wenn das wirklich eine so deutliche Beschleunigung bedeutet, dann wird das Modell auch sehr schnell kopiert werden. In jedem Fall sobald absehbar ist, dass die Liefermengen die Kapazitäten der Impfzentren übersteigen, ist sowieso vorgesehen auszuweichen.


    Es stimmt auch, dass jetzt einige Hürden für die Beteiligung von Hausärzten fallen können. Wobei, ob die Ständige Impfkommission AZD1222 bereits anhand der Studien, die Drosten in der Folge besprochen hat, auch für Ältere empfehlen wird, zeigt sich dann. Ich gehe aber davon aus, die EMA wird bei Pfizer/Biontech auch die Daten zu höheren Kühltemperaturen akzeptieren.


    Nur so viel mehr Impfstoff kommt im März dann doch nicht. Pfizer/Biontech wird wohl 1 M pro Woche liefern (wobei in der neusten Version des Lieferplans ein Warnhinweis drin steht, dass die Menge für März noch nicht voll produziert ist). Aber laut dem Plan von Astrazeneca liefern die in den nächsten Wochen erstmal wieder deutlich unter einer Million. Ad26.COV2.S von Janssen kommt vermutlich irgendwann im März dazu, aber da weiß man nicht, wieviel sofort zu erwarten ist. Mit den Moderna-Lieferungen kommt man insgesamt auf so 6 M (oder 7 M, wenn Astrazeneca diese Woche noch nicht geliefert hat). Allerdings verbrauchen die bestehenden Impfstrukturen für die Erstimpfungen > 100 K Dosen pro Arbeitstag und zuletzt auch am Wochenende mehr. Ich habe wenig Zweifel, dass die für den nächsten Monat ausgebucht sind. Die entsprechenden Termine wird man nicht alle absagen, um Dosen an die Hausärzte weitergeben zu können. Wenn der Verbrauch auf dem Niveau bleibt, gehen da 700 K pro Woche drauf und wenn auch weiter Dosen entsprechend zurückgelegt werden, ist man bei 1.4 M pro Woche also im Prinzip schon fast dem, was in vier Wochen geliefert wird. Was auch immer aus diesem laufenden Prozess an Menge abzweigt werden kann, wird also wiederum nicht genug sein, um mehr als eine Handvoll Hausarztpraxen einbinden zu können.


    Die Zahlen geben Drostens sehr eilig klingendes Bestehen auf dem Hausärzteeinsatz erstmal nicht her. Vielleicht wenn man weniger zurücklegt, aber da müsste man sehen, ob die Impfzentren das nicht auch noch absobieren würden, ich gehe eigentlich eher von einer Verbrauchssteigerung aus (die letzten beiden Tage hatten zum Beispiel schon 135 K und 145 K Erstimpfungen). Wenn es ihm um den April geht, hätte er das wiederum deutlicher machen müssen.

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