Der SARS-CoV-2-Thread

  • Ich finde allerdings die Grafik vom RKi ergibt schon halbwegs Sinn:


    Im ersten Lockdown, wo die meisten Geschäfte zu hatten und ganz viele Leute ins Homeoffice mussten, hat sich die Ansteckung im häuslichen privaten Umfeld stark erhöht. Als dann alles wieder geöffnet wurde und die Leute wieder zur Arbeit gehen durften, ist der Anteil der (erfassten) Ansteckungen am Arbeitsplatz am gesamten Infektionsaufkommen gegenüber dem Frühjahr deutlich größer geworden.


    Also aus meiner Sicht wäre das schon plausibel.

  • Wir wissen inzwischen allerdings auch schon länger, dass das Risiko für einen Großteil der Bevölkerung überschaubar ist und wir hatten genug Zeit Hygienekonzepte zu implementieren. Der Herbstanstieg kommt nicht unerwartet und unsere Erwartungshaltung sollte nicht sein, dass wir das Sommerniveau schnell wieder erreichen können. Ich finde es daneben, wenn man jetzt solche Schlagzeilen lesen muss: Deutschland im Partymodus.


    Und jetzt mal ganz billiger Populismus. Ich bin dafür, eine europaweite Coronasteuer auf Kapitalerträge von 25 % zu erheben, von mir aus mit halbwegs großzügigen Freibeträgen. Das asoziale Pack kann ruhig mal was zur Rettung seines Casinos beisteuern. Es könnte die Stunde Europas sein, aber Agrarsubventionen für die Großgrundbesitzer sind wichtiger.

  • Nunja Wemir, das Problem daran ist, das es eine wesentliche Kennzahl ist und sich diese Zahl nun verbreitet, da entsprechende Aussage vielfach zitiert wird, zum Beispiel hier. Ich wüsste halt gerne, ob sie stimmt und wenn ja, wie sie zustande kommt. Ansonsten dürfte sich das leicht korrigieren lassen. Kein Anlass für eine Grundsatzdiskussion.


    Also wenn ich mir die Aussage nochmal anschaue, würde ich vermuten, die Aussage zu den zwei Prozent ist aus den sechs Prozent geschätzt. Nämlich darüber, dass ein Drittel der Personen im Krankenhaus, dann auch intensivpflichtig werden:


    Zitat

    Stefan Kluge [...] Wir kriegen hier wirklich sehr gute Informationen vom RKI. Die Daten zeigen uns, dass im Moment sechs Pro­zent der positiv Getesteten stationär aufgenommen werden. Das ist eine ganz, ganz wichtige Zahl. Diese Quote lag bei über 20 Prozent, auch in Deutschland. Und dann ist die Belastung für das Gesundheitssystem natürlich viel höher. Wir wissen, dass ungefähr zwei Prozent der Test­positiven/Infizierten intensivpflichtig werden, aber erst am Tag zehn der Erkrankung. [...]

  • Also wenn ich mir die Aussage nochmal anschaue, würde ich vermuten, die Aussage zu den zwei Prozent ist aus den sechs Prozent geschätzt.


    Ah, hier die Bestätigung aus einem Interview mit Kluge vom Samstag:


    https://www.ndr.de/nachrichten…ik,intensivbetten102.html


    Zitat

    "Wir wissen, dass im Mittel sechs Prozent der Patienten mit einem positiven Covid-19-Test stationär aufgenommen werden müssen. Und von diesen sechs Prozent wird zirka ein Drittel intensivpflichtig, also zwei Prozent aller Infizierten", sagt Professor Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) im Gespräch mit NDR.de. "Wenn wir also die Zahl der Neuinfektionen nehmen und davon zwei Prozent errechnen, dann wissen wir, rein statistisch, wie viele Patienten mit Covid-19 nach zehn Tagen durchschnittlich auf deutschen Intensivstationen aufgenommen werden."


    (Ist natürlich unpräzise da von Infizierten zu sprechen.)

  • Wir alten müssen an dem Punkt wirklich überlegen ob wir dieses Risiko, dass es ein Prozent von uns wegreißt in Kauf nehmen sollten, bevor es uns gut 90 % der Kinder und Jugendlichen versaut.


    Ich Neige mittlerweile zu Ja.

    Könnte mal der Bullshit gestoppt werden, es ginge hier um Alt vs Jung?


    Ich höre von haufenweise "Alten" die um ihre Kneipe und Tanzveranstaltungen sowie Konzerte, Theater, etc jammern und ich kenne mehrere "Junge", die Vorerkrankungen haben, die bedeuten könnten, dass sie mit Corona-Erkrankung ohne brauchbare Therapie echt am Arsch wären (nicht unbedingt tot, aber für viele Jahre oder gar den Rest des Lebens weit schwerer beeinträchtigt als aktuell).


    Ich sehe aber auch einen Zwischenweg als am Sinnvollsten, dass eben trotzdem ne Menge Instanzen weiterlaufen. Es muss aber dem Personal auch gestattet werden flexibel zu sein. Du kannst nen Lehrer schlecht zwingen, zu unterrichten, der Angst vor der Infizierung hat. Das heisst... doch ... kannste. Aber wollen wir das?


    In meiner Firma wollten in den letzten Monate einige Kollegen gerne im HomeOffice bleiben - in fast allen Fällen abgelehnt (war wieder alles gut). Nun ist eine Mitarbeiterin erkrankt und wir werden täglich mit Meldungen der Personalabteilung bombardiert.


    Es ist eben nicht nur so dass die Politik ziemlich stolpert und es dort reichlich Hick Hack und Chaos gibt - das ist quasi überall so. Logisch. Es gibt für so eine relative Naturkatastrophe keinen guten Weg. Nur die Dilemma-Wahl zwischen verschiedenen, schlechten Wegen.

  • Da die Nützlichkeit von Schutzmasken gerade wieder Thema war, hier ein Bericht über eine neuere Experimentalstudie dazu (kein Versuch mit Personen). Es gibt auch ein Video, das die Versuchsanordnung zeigt:


    https://www.japantimes.co.jp/n…-masks-block-coronavirus/


    Zitat

    A cotton mask on the receiver head reduced its viral uptake by up to 40% compared with no mask. An N95 mask, used by medical professionals, blocked up to 90%. However, even when the N95 was fitted to the face with tape, some virus particles still managed to get in.


    When a mask was attached to the coughing head, cotton and surgical masks blocked more than 50% of the virus transmission.


    “There was a synergistic effect when both the virus receiver and virus spreader wore masks,” the researchers wrote in a study published on Wednesday.


    Überhaupt scheint man in Ostasien bei der technischen Weiterentwicklung von Masken deutlich voraus zu sein:


    https://www.japantimes.co.jp/n…oronavirus-foggy-glasses/


    Ähnlich bei der Produktausdifferenzierung. Andererseits diese Lösung erscheint etwas fragwürdig:


    https://www.japantimes.co.jp/n…andheld-mask-coronavirus/


  • Würde behaupten, dass es so ist, weil die Todeszahlen und die Zahl der schweren Verläufe recht gering sind. Wenn die Krankenhäuser Alarm schlagen, dann kommen mehr Panik und Sorgen.

  • 7000 freie Intensivbetten sind nicht viel, wenn in jedem "roten Landkreis" nur eine Infektion in ein Altersheim getragen wird, dann geht das schnell - ich glaube wir werden noch Probleme mit den Plätzen bekommen.


    Vergessen wir nicht während der Influenzawelle liegen eh nochmal viele chronisch Kranke auf der Intensiv, zusätzlich zu Corona. Bei Influenza auch wieder viele Kinder und Schwangere.


    Ich habe nochmal nachgelesen, virale Pneumonie (akutes Lungenversagen, Herzlungenmaschine) bedeuted meist 6 Wochen Liegezeit auf der Intensivstation - mit einer hohen Sterblichkeit.

  • Merkwürdiger Streeck-Artikel auf Spiegel Online (Spiegel Plus):


    https://www.spiegel.de/wissens…02-0001-0000-000173654768


    Die Rahmung:


  • ey krass ey

    habt ihr bestimmt schon gesehen, ein Busfahrer in Thüringen "befreit" die Fahrgäste von der Maskenpflicht


    und so ist es dann wohl ausgegangen:

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