Der SARS-CoV-2-Thread

  • Tatsächlich, denn das DGPI ist ja nun die pädiatrische Monitoring-Instanz schlechthin.

    Die Höhe der Diskrepanz spricht ja dann doch dafür, dass das RKI auch die Fälle ausweist, die gar nicht wegen Covid hoapitalisiert waren, sondern auch jene, die währendessen nur positiv gestestet wurden.


    In diesem Fall wirkte das Szenario dann schon viel weniger dramatisch und das RKI müsste sich die Frage stellen lassen, warum sie diese wichtige Information nicht veröffentlichen, gerade da ja nun die Kinder als eines der Hauptargumente für die Aufrechterhaltung von Restriktionen herhalten müssen. Sieht man ja auch an unserem Diskurs, wohin das führt.


    Nachtrag. Was die Zuverlässigkeit der vom RKI ausgewiesenen Zahlen angeht, ist auch die Meldung über die möglicherweise zu geringe erfasste Impfquote interessant. Den Nudgern wirds gefallen.

  • In den USA hat man natürlich das Problem einer sehr inhomogenen Impfquote über das Land hinweg. Im Allgemeinen sind die republikanisch geführten Bundesstaaten sehr viel schlechter abgedeckt. Das Residual an Ungeimpften ist also viel größer als der Bundesschnitt andeutet. Dementsprechend viel epidemisches Potential gibt es noch. Bei uns wäre das am ehesten Sachsen.

  • Tatsächlich, denn das DGPI ist ja nun die pädiatrische Monitoring-Instanz schlechthin.

    Die Höhe der Diskrepanz spricht ja dann doch dafür, dass das RKI auch die Fälle ausweist, die gar nicht wegen Covid hoapitalisiert waren, sondern auch jene, die währendessen nur positiv gestestet wurden.


    Kann nicht sein. Das wären wie gesagt 230000 Fälle allein für 0-9.


    Dass man gegenüber den 2535 Einweisungen bei 0-4 Jahre in der Gruppe 5-14 Jahre nur 2177 Einweisungen hat, zeigt mir, dass gerade die ganz kleinen Kindern relativ schnell ins Krankenhaus aufgenommen wurden, um sich für den Fall von Komplikationen abzusichern. Wie gesagt ich vermute die DGPI zählt tatsächliche Behandlungen, keine Beobachtung im Krankenhaus.

  • Woher nimmst du denn jetzt die 230000? Haben wir überhaupt so viele Betten auf denen positiv getestete Kinder liegen können. Das wäre ja fast die Hälfte aller Betten im Land und alle müsste positiv sein


    Ah, jetzt verstehe ich erst. Du meinst da zählen alle Kinder, wo ein Krankenhausaufenthalt mit einem positivem Test auf SARS-CoV-2 zusammenfällt, ohne dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen beidem gibt. Ja, das mag auch sein.


    Zitat

    "Die dem RKI übermittelten COVID-19-Fälle nach Meldewoche, Altersgruppe und Angabe, dass eine Hospitalisierung vorlag für die Meldewochen KW 10 – 53/2020 und KW 01 - 31/2021"


    Kann man wohl auch so verstehen. Wobei die aggregieren sowieso nur, was die Gesundsheitsämter ihnen übermitteln. Wäre also die Frage, ob dort einfach nur erfasst wird, dass sich die infizierte Person gerade im Krankenhaus befindet. Ich nehme an das Recht zu erfahren, ob der Aufenthalt mit der Infektion zusammenhängt werden sie in Epidemiefall durchaus haben. Die Frage ist praktisch andersherum haben sie das Recht von einem nicht-CoViD-19-bezogenen Aufenthalt zu erfahren und ihn zu erfassen.

  • Derweil:


    https://www.mdpi.com/2673-8112/1/1/13/htm


    Eine Studie zur Zuverlässigkeit der statistischen Daten, die im Rahmen der Pandemie in verschiedenen Ländern erhoben wurde. Genauer wurden 182 Länder untersucht (von so 200).


    Im Prinzip haben die einfach nur getestet, ob bestimmte Zahlen in den Daten entsprechend einer statistischen Gesetzmäßigkeit verteilt sind. Eine Abweichung davon kann zum Beispiel auf Manipulation hindeuten.


    Wir gehören nach dieser Metrik zu den verlässlichen Datenerhebern:


    Zitat

    Notably, the UK, Australia, Spain, Israel, and Germany, followed by 22 different nations, provided the most reliable COVID-19 data within the same period.


    Die Mit-Sternchen-Gruppe sind ab die vier davor. Interessanterweise nicht Schweden:


    Zitat

    Most European countries, except Latvia, Luxembourg, the Netherlands, and Sweden, demonstrated conformity by satisfying at least one of the tests.


    Luxembourg? Das ist ja schon fast ein Fall von you-had-one-job.

  • Ganz zu Beginn wurde kurz mal diskutiert, die statistische Begleitung der Pandemie den Profis vom Bundesamt zu überlassen, wegen der dort vorhandenen und anderswo fehlenden Kompetenzen, z.B. dem RKI.

    Dann wäre uns vielleicht auch das Drama um die Zahlen vom Interessenverband der Krankenhausbetreiber (DIVI) früher aufgefallen.

  • Die Inkompetenz bei der "Datenerhebung" durch das Robert Koch-Institut ist ein Mediennarrativ, wenn du mich fragst. Jetzt nochmal aufgewärmt, nachdem das RKI seine eigene mögliche Untererfassung bei den gemeldeten Impfungen aufgedeckt hat.


    Du meinst das Statistische Bundesamt? Die haben zwar die doppelte Anzahl von Mitarbeitern, aber wie viele davon kennen sich mit Infektionskrankheiten aus? 14? Diese Datenzusammenführung ist eine ureigene Aufgabe des RKI.


    Auch zum Beginn einer Pandemie erstmal den Meldeweg komplett umzubauen, hätte bestimmt eine besonders gut aussehende Statistik ergeben. Weiß aber nicht, ob die dann noch dem Benfordschem Gesetz entsprochen hätte.

  • Ah, jetzt verstehe ich erst. Du meinst da zählen alle Kinder, wo ein Krankenhausaufenthalt mit einem positivem Test auf SARS-CoV-2 zusammenfällt, ohne dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen beidem gibt. Ja, das mag auch sein.


    Ne, ich denke das sind schon Hospitalisierungen wegen CoViD-19.


    Nochmal aus dem FAQ:


    https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/gesamt.html


    Zitat

    Wie funktioniert der Meldeweg und welche Informationen zu den Erkrankten werden ans RKI übermittelt?


    [...]


    Dabei können – sofern sie dem Gesundheitsamt vorliegen bzw. vom Gesundheitsamt ermittelt werden können – auch zusätzliche Informationen übermittelt werden, z.B. Erkrankungsbeginn, wahrscheinlicher Infektionsort, Symptome und ob der/die Betroffene ins Krankenhaus oder auf eine Intensivstation eingewiesen worden ist oder geimpft ist.[...] Bei COVID-19 kann es vorkommen, dass zunächst mild erkrankte Personen erst einige Tage später schwer erkranken und im Krankenhaus behandelt werden müssen, diese Information zum Verlauf aber den Gesundheitsämtern nicht immer vorliegt. Damit insbesondere die Informationen zur Hospitalisierung von COVID-Fällen schneller und vollständiger beim Gesundheitsamt vorliegen, wurde die Meldepflicht für Krankenhauseinweisungen mit Bezug zu COVID-19 erweitert. Siehe auch "Wie erfassen Gesundheitsämter Fälle, Ausbrüche und Infektionsumstände?" und "Wie werden Todesfälle erfasst?".


    Klingt für mich nach kausalem Zusammenhang. Die genaue Rechtsgrundlage habe ich allerdings nicht gefunden. Hier ist dann auch der Hinweis auf Untererfassung. Die Neureglung am Ende ist gerade erst aus dem letzten Monat: Verordnung über die Erweiterung der Meldepflicht nach § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 des Infektionsschutzgesetzes auf Hospitalisierungen in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019:


    https://www.bundesanzeiger.de/…0AT%2012.07.2021%20V1.pdf


    Zitat

    (1) Die Pflicht zur namentlichen Meldung nach § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 des Infektionsschutzgesetzes wird erweitert auf die Aufnahme einer Person in ein Krankenhaus in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19).


    Da nehmen sie nochmal direkt die Ärzte in die Pflicht, um Meldelücken zu schließen. Und hier ist es ganz deutlich Aufnahme in Bezug auf CoViD-19.

  • Lauterbach: "Die unterschiedliche Viruslast zwischen Alpha/Delta-Variante liegt bei Faktor 1000 für die Delta... "


    Puuuh ... 1000 mal mehr Viren ist schon ein ganzer Haufen, wenn man sich vorstellt das sich die Virenlast jede Stunde vervielfältigt und vervielfältigt und vervielfältigt ... eine Zellentod-Kettenreaktion.

  • Lauterbach: "Die unterschiedliche Viruslast zwischen Alpha/Delta-Variante liegt bei Faktor 1000 für die Delta... "

    könntest du dir vllt mal angewöhnen deine Zitate auch mit ner Quelle anzugeben?


    Puuuh ... 1000 mal mehr Viren ist schon ein ganzer Haufen, wenn man sich vorstellt das sich die Virenlast jede Stunde vervielfältigt und vervielfältigt und vervielfältigt ... eine Zellentod-Kettenreaktion.

    Der Faktor vervielfältigt sich aber doch nicht mit.

  • könntest du dir vllt mal angewöhnen deine Zitate auch mit ner Quelle anzugeben?



    Ich meine es ja nur ja gut, wer will schon lange Fakten checken wenn ich es so aufs wesentliche reduziert habe. Manchmal muss man auch einfach mal Leuten vertrauen, speziell im Internet fährt man damit immer gut : )


    Faktor 5, Faktor 1000 - mir scheint jeder Wissenschaftler hat da seine eigene Realität und kann sie mit Studien belegen. Mich machen Zahlen immer nervös ... zuviele Zahlen und ich schalte automatisch in den Ruhemodus : )

  • Ich meine es ja nur ja gut, wer will schon lange Fakten checken wenn ich es so aufs wesentliche reduziert habe. Manchmal muss man auch einfach mal Leuten vertrauen, speziell im Internet fährt man damit immer gut : )

    Dein Wesentliches muss ja nicht auch mein Wesentliches sein...

    Hat auch nich direkt was mit Fakten checken und/oder nicht vertrauen zu tun, sondern schlicht damit, dass man eventuell mehr Hintergrund und Zusammenhang sammeln möchte, da man das als notwendig erachtet um sich nen genaues Bild der Lage zu machen und so ein Zitat bzw die eigentliche Aussage einordnen und nachvollziehen zu können.

    Gehört für mich einfach zum guten Ton, wenn man schon zitiert oder Aussagen tätigt für welche man Quellen hat, diese auch direkt mit anzugeben. So erspart man den anderen dann auch das nochmalige Suchen und verhindert zudem auch mögliche Missverständnisse.


    mir scheint jeder Wissenschaftler hat da seine eigene Realität

    genau für sowas brauchts dann Hintergrund und Zusammenhang

  • Zur Einordnung: Das Folgende ist aus Jones et al., 2021 - entweder eine Nachfolgearbeit der "Drosten-Studie" oder es ist die Arbeit und sie haben noch so lange daran geschraubt, dass sie erst dieses Jahr veröffentlicht wurde.


    https://science.sciencemag.org/content/373/6551/eabi5273



    In der ersten Abbildung wird die gemessene Viruslast einer großen Zahl von Patienten dargestelt. Angegeben als dekadischer Logarithmus der Anzahl mRNA-Kopien in der Probe. Die Spanne der Messwerte ist 3-10, also sieben Größenordnungen oder 10^7, 1000 sind drei Größenordnungen, man würde 3 auf der Skala nach oben gehen. Das ist schon eine deutliche Erhöhung der Viruslast, aber die Veränderung ist immer noch kleiner als die Variabilität, die man überhaupt zwischen Probanden sieht. Die Alpha-Variante (B.1.1.7) hat laut dieser Arbeit übrigens eine zehnfach höhere mittlere Viruslast gegenüber den vorherigen Varianten von SARS-CoV-2.

  • Hm, diese Woche müssten die Zweitimpfungen eigentlich auch wegbrechen.


    Tatsächlich etwas stärker zurückgegangen, aber noch nicht so sehr, wie ich dachte. Ich hätte jetzt gesagt, vielleicht sind das in der Statistik fehlende Erstimpfungen, aber bei Comirnaty ist der Standardabstand 6 Wochen. Der Fall unter die Million müsste erst nächste Woche kommen.


    Immerhin die Erstimpfungen haben sich gehalten. Aber für das jetztige Ausbruchsgeschehen ist das, zumal bei dem niedrigen Niveau, alles nicht mehr so entscheidend.

  • Corona in Schweden: Der lockere Sonderweg ist gescheitert


    https://www.fr.de/politik/coro…ocket-newtab-global-de-DE


    Der Autor scheint einen Artikel von letztem Jahr recycelt zu haben. In der Einleitung erwähnt er die derzeitige Inzidenz von Schweden, spricht dann aber nur noch über Zahlen von letztem Jahr. Eigentlich steht in den Kommentaren unter dem Artikel bereits, wieso dieser Artikel ignoriert werden sollte, aber trotzdem:

    - Die Wirtschaft/Das Bruttoinlandsprodukt ist in Schweden letzten Jahr nicht so stark geschrumpft, wie bspw. das von Deutschland. (Auch wenn das BIP etwas ist, auf das man wenig Wert legen sollte.)
    - Schwedens Krankenhausauslastung und die täglichen Toten sind gerade wesentlich geringer als vor zwölf Monaten.
    - In Schweden sinkt die Zahl der Neu-Infizierten im 7-Tage-Schnitt, im Gegensatz zu Deutschland (-6,9% zu +56,22%)
    - Im Gegensatz zu Schweden, sterben in Deutschland innerhalb einer Woche wieder mehr Menschen (0% zu +28,13%)


    Quelle: Weltgesundheitsorganisation

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