Okay, also ich würde sagen, das sieht jetzt in der Tat nach einer deutlichen R-Erhöhung durch B.1.1.7. Das ist eine Entwicklung der Neuinfektionen wie man es auch bei einigen kleineren Ländern gesehen hat, wo die Variante schneller dominant geworden ist.
Zumal:
Im geringeren Maße, gilt die Absenkung für die Herdenimmunitätsschwelle auch bei uns, nach dem größeren Ausbruch im Winter und fast 4.3% vollständig Geimpfte, wenn man bei den restlichen 5% Geimpften noch ein größeres Fragezeichen dahinter setzen will. Unser Maßnahmenniveau sollte also sogar etwas effizienter sein, hätte ich vielleicht in die Überlegung einbeziehen sollen. Davon ausgehend, dass die Jüngeren als Indikatorpopulation einen größeren Anteil mildere Verläufe haben und dem entsprechend die Häufung schwerer Fälle später auftritt, sind wir vielleicht gerade in einem enorm intensiven Ausbruchsgeschehen mit schnellerer Steigerung des Anstiegs, nur durch das übliche Rückblicksfenster ist das auch immer erst im Nachhinein sichtbar.
Man kann eigentlich nur hoffen, dass der schon wieder erfolgte Mobilitätsrückgang, auf Bremsung hindeutet, denn sonst sind wir in einer Woche auf der Höhe des Dezemberausbruchs.
Hm, mein Vorsatz die Finger von der Modellierung zu lassen, hat mir möglicherweise den Blick auf das tatsächliche Geschehen verstellt. Ich war natürlich dafür die Inzidenz runter zu bringen, aber meine Skepsis gegenüber der Übertragbarkeit der B.1.1.7-Steigerung von R habe ich nie verloren. Für die Leute, die das einfach akzeptiert haben, muss unser kleines Öffnungsintermezzo ja total bescheuert aussehen.