Diskussionen zu Interessanten News, Sendungen, Links und sonstigen Aufregern des Tages

  • Nee, Rob. Der Staat darf auch dein Fahrradaus der Garage nehmen.

    Ja darf er und zwar im Zweifel auch unter Zwang und mit physischer Gewalt. Deshalb werden Wohnungsräumungen manchmal auch mit polizeilicher Hilfe durchgesetzt. Und auch das ändert nichts daran, dass dein Einwurf mit der Bedeutung institutioneller Gewalt im Zitat nichts zu tun hat.

    The surest way to tame a prisoner is to let him believe he's free.

  • Das, mit dem das Affentheater in die nächste "Erklär doch mal"-Runde startete und weswegen diese zu nichts führende Diskussion jetzt dahingehend abgedriftet ist. Das wäre jedenfalls der Einstiegspunkt.

  • Wie begründet sich eigentlich das Gewaltmonopol des Staates? Im Grunde Fußt es auf nichts, außer, dass der Staat halt existiert und damit die Ordnung erhalten werden kann und sich das historisch so entwickelt hat.

    Na das ist ein bisschen wie mit Geld. Wenn genug dran glauben, dann ist es Real (und kann im Zweifel Dein Fahrrad aus der Garage holen). Und wenn es dann Real ist, dann muss es auch richtig so sein. Nach einer Zeit scheint es dann auch Alternativlos.


    Irgendwie voll Eso, wenn man drüber nachdenkt.

  • Ich bin immer wieder erschrocken und fasziniert zugleich, wie hier zwar vermeintlich von allen deutsche Worte geschrieben und gesprochen werden und in eine mehr oder weniger deutsche Grammatik gepackt werden, am Ende jedoch auf der begrifflichen Ebene so unterschiedliche Sprachen gesprochen werden.

  • Wie begründet sich eigentlich das Gewaltmonopol des Staates? Im Grunde Fußt es auf nichts, außer, dass der Staat halt existiert und damit die Ordnung erhalten werden kann und sich das historisch so entwickelt hat.

    Vermutlich zwar nicht worauf du hinaus wolltest, aber fands trotzdem irgendwie nich uninteressant:


    https://www.bpb.de/themen/inne…ewaltmonopol-des-staates/

    Zitat

    [...]
    Die ersten Schritte hin zum Gewaltmonopol: Die Gottesfriedensbewegung

    [...]

    Gesellschaftsvertrag zum Gewaltmonopol

    [...]


    https://www.kas.de/de/web/extr…-gewaltmonopol-beim-staat

    Zitat

    Warum liegt das Gewaltmonopol beim Staat?

    [...]


    https://www.juraforum.de/lexikon/staatliches-gewaltmonopol

    Zitat
  • Wie begründet sich eigentlich das Gewaltmonopol des Staates? Im Grunde Fußt es auf nichts, außer, dass der Staat halt existiert und damit die Ordnung erhalten werden kann und sich das historisch so entwickelt hat.

    Ja genau JonnyMadFox , der Staat fiel vom Himmel leider durch ein, von freien Radikalen verursachtes, Loch in der O-so-Sozialistenschicht mitten in eine Cumu.. Kumulonimbu... weg mit den großen Wörtern Kapitalismuswolke, und zappp da war er, der Leviathan am Boden, selbstreferentiell und -erhaltend wie man es bis dahin nur von roten Affen kannte.


    Dass Menschen sich zusammengefunden haben um sich gegenseitig Schutz und Trutz zuzusichern (u.a.) sollte jetzt nicht überraschen. Das wurde auch ohne Gewaltmonopol versucht, z.B. durch das Fehderecht oder sowas wie den Kanun, blöd ist das nur dann wenn man einer mit weniger schlagkräftigen Argumenten gerüsteten Sippe angehört. Vielleicht hat sich das Gewaltmonopol deshalb durchgesetzt. Ein anderer Grund könnte sein, dass die Vereinheitlichung im Messwesen durch einen Staat leichter geht, als wenn jeder seinen Fuß, Elle, Stein usw. verwendet; bringt Handel Handwerk Wissenschaft einfach schneller weiter.

    Anders betrachtet haben wir auch kein uneingeschränktes Gewaltmonopol, Notwehr, Nothilfe, unterschiedliche Notstände, oder auch den Jedermannsparagrafen §127 StPO, oder Selbsthiferechte nach dem BGB §860f ( RobFord Gesinnungsgenosse dürfte sich da u.U. sein Fahrrad auch aus Nachbars Garage holen, Roy )...

  • Ja genau JonnyMadFox , der Staat fiel vom Himmel leider durch ein, von freien Radikalen verursachtes, Loch in der O-so-Sozialistenschicht mitten in eine Cumu.. Kumulonimbu... weg mit den großen Wörtern Kapitalismuswolke, und zappp da war er, der Leviathan am Boden, selbstreferentiell und -erhaltend wie man es bis dahin nur von roten Affen kannte.


    Dass Menschen sich zusammengefunden haben um sich gegenseitig Schutz und Trutz zuzusichern (u.a.) sollte jetzt nicht überraschen. Das wurde auch ohne Gewaltmonopol versucht, z.B. durch das Fehderecht oder sowas wie den Kanun, blöd ist das nur dann wenn man einer mit weniger schlagkräftigen Argumenten gerüsteten Sippe angehört. Vielleicht hat sich das Gewaltmonopol deshalb durchgesetzt. Ein anderer Grund könnte sein, dass die Vereinheitlichung im Messwesen durch einen Staat leichter geht, als wenn jeder seinen Fuß, Elle, Stein usw. verwendet; bringt Handel Handwerk Wissenschaft einfach schneller weiter.

    Anders betrachtet haben wir auch kein uneingeschränktes Gewaltmonopol, Notwehr, Nothilfe, unterschiedliche Notstände, oder auch den Jedermannsparagrafen §127 StPO, oder Selbsthiferechte nach dem BGB §860f ( RobFord Gesinnungsgenosse dürfte sich da u.U. sein Fahrrad auch aus Nachbars Garage holen, Roy )...

    Ach Marner , jetzt mach doch nicht schon wieder sowas unversöhnliches draus. Also ob hier jemand zur Blutrache oder dem Fehderecht zurück will. Du könntest auch anerkennen, dass es neben Hobbes Ungeheuerstaat auch Rousseaus Ansatz zum Ausgleich einer bedauernswerten historischen Entwicklung gibt. Überhaupt scheinen auch hier im Forum die Gegensätze entlang dieser Linie zu verlaufen.

  • Ach Marner , jetzt mach doch nicht schon wieder sowas unversöhnliches draus. Also ob hier jemand zur Blutrache oder dem Fehderecht zurück will. Du könntest auch anerkennen, dass es neben Hobbes Ungeheuerstaat auch Rousseaus Ansatz zum Ausgleich einer bedauernswerten historischen Entwicklung gibt. Überhaupt scheinen auch hier im Forum die Gegensätze entlang dieser Linie zu verlaufen.

    Fehde und Blutrache waren auch in Staaten, teils gesetzlich, teils gesellschaftlich gebilligt, Hamilton ist dran gestorben und Bismarck hatte mehr Glück. Hobbes tust du etwas Unrecht, gerade aus dem ungeheuerem Kampf Aller gegen Alle wollte er ja heraus, dass der Leviathan dann noch alle Gewalt hatte wurde dann u.a. von Rousseau weiter entwickelt mit der Teilung der Gewalt...

    Im Übrigen halte ich es teilweise mit Nietzsche* und finde tatsächlich alle Staaten für Ungeheuer, deren Einhegung ist uns noch nicht gelungen, weder in der Internationalen, noch im Völkerbund und in den Vereinten Nationen auch noch nicht aber das wird schon noch, es ist noch keine Entität entstanden die sich nicht erst zusammenraufen musste.


    *seine Begrifflichkeiten von Volk Staat und Nation sind so nicht mehr ganz haltbar und sinnvoll, oder mit den heutigen kongruent, aber da jetzt in ethnisch und hin- und hergewandert, deportiert und getrieben aufzulösen, bringt uns nicht weiter; eine längere Karussellfahrt wär es aber bestimmt.

  • Fehde und Blutrache waren auch in Staaten, teils gesetzlich, teils gesellschaftlich gebilligt, Hamilton ist dran gestorben und Bismarck hatte mehr Glück. Hobbes tust du etwas Unrecht, gerade aus dem ungeheuerem Kampf Aller gegen Alle wollte er ja heraus, dass der Leviathan dann noch alle Gewalt hatte wurde dann u.a. von Rousseau weiter entwickelt mit der Teilung der Gewalt...

    Im Übrigen halte ich es teilweise mit Nietzsche* und finde tatsächlich alle Staaten für Ungeheuer, deren Einhegung ist uns noch nicht gelungen, weder in der Internationalen, noch im Völkerbund und in den Vereinten Nationen auch noch nicht aber das wird schon noch, es ist noch keine Entität entstanden die sich nicht erst zusammenraufen musste.


    *seine Begrifflichkeiten von Volk Staat und Nation sind so nicht mehr ganz haltbar und sinnvoll, oder mit den heutigen kongruent, aber da jetzt in ethnisch und hin- und hergewandert, deportiert und getrieben aufzulösen, bringt uns nicht weiter; eine längere Karussellfahrt wär es aber bestimmt.

    Aber wo tue ich ihm Unrecht? Deine Qualifizierung der Staatsungeheuer scheint ja auch eine andere zu sein, als Hobbes Prämisse, der Staat müsse ein Ungeheuer sein, weil nunmal der „Mensch, des Menschens Wolf ist”. Und so wie Rousseau klar war, das der Geist nicht zurück in die Flasche kommt, ist es uns allen hier doch auch klar. Oder bezweifelst Du das?


    Die Frage der Tage ist ja, mit welchem Menschenbild entwickelt man die Gesellschaft und den Staat weiter? Und Hobbes' Menschenbild muss da eben nicht geteilt werden und sollte es eigentlich auch nicht, mMn.

  • Aber wo tue ich ihm Unrecht? Deine Qualifizierung der Staatsungeheuer scheint ja auch eine andere zu sein, als Hobbes Prämisse, der Staat müsse ein Ungeheuer sein, weil nunmal der „Mensch, des Menschens Wolf ist”. Und so wie Rousseau klar war, das der Geist nicht zurück in die Flasche kommt, ist es uns allen hier doch auch klar. Oder bezweifelst Du das?


    Die Frage der Tage ist ja, mit welchem Menschenbild entwickelt man die Gesellschaft und den Staat weiter? Und Hobbes' Menschenbild muss da eben nicht geteilt werden und sollte es eigentlich auch nicht, mMn.

    Hobbes Staatsmonster muss sich aus dem theoretischen Monster das alle egoistischen Einzelkämpfer bilden erheben, in dem Bild der Anomie finde ich weder sein Saatsmonster, noch Menschenbild völlig falsch, der Werwolf wird da überspannt in seiner Bedeutung. Für Mitte 17. Jhd war er schon vorn dabei, und auch seine Kollegen Aüfklärer waren sich weitestgehend einig, dass Widerstand gegen die volonté générale zur Vernichtung führen kann/teils soll, was dann sehr konsequent gegen Royalisten in ganz Frankreich auch stattfand.

    Alles in allem war Hobbes ein guter Schritt voran.

  • Hobbes Staatsmonster muss sich aus dem theoretischen Monster das alle egoistischen Einzelkämpfer bilden erheben, in dem Bild der Anomie finde ich weder sein Saatsmonster, noch Menschenbild völlig falsch, der Werwolf wird da überspannt in seiner Bedeutung. Für Mitte 17. Jhd war er schon vorn dabei, und auch seine Kollegen Aüfklärer waren sich weitestgehend einig, dass Widerstand gegen die volonté générale zur Vernichtung führen kann/teils soll, was dann sehr konsequent gegen Royalisten in ganz Frankreich auch stattfand.

    Alles in allem war Hobbes ein guter Schritt voran.

    Und doch sollte nach ihm der Staat seinen Untertanen Angst machen und daraus Ordnung entstehen. Dass seine Kollegen dieses Konzept etwas einzufangen versuchten - unter dem Gesichtspunkt, dass „der Wolf im Menschen” gerade erst durch die gesellschaftlichen Strukturen hervorgebracht und eben nicht durch sie eingehegt wird - bleibt ebenso stehen.


    Und vielleicht ist es dann gar nicht so schlecht, sich unsere Staaten und Gesellschaften immer wieder unter diesen Gesichtspunkten anzuschauen und sich dabei die Frage zu stellen, welche Impulse eigentlich gesetzt werden.

  • Ja genau JonnyMadFox , der Staat fiel vom Himmel leider durch ein, von freien Radikalen verursachtes, Loch in der O-so-Sozialistenschicht mitten in eine Cumu.. Kumulonimbu... weg mit den großen Wörtern Kapitalismuswolke, und zappp da war er, der Leviathan am Boden, selbstreferentiell und -erhaltend wie man es bis dahin nur von roten Affen kannte.


    Dass Menschen sich zusammengefunden haben um sich gegenseitig Schutz und Trutz zuzusichern (u.a.) sollte jetzt nicht überraschen. Das wurde auch ohne Gewaltmonopol versucht, z.B. durch das Fehderecht oder sowas wie den Kanun, blöd ist das nur dann wenn man einer mit weniger schlagkräftigen Argumenten gerüsteten Sippe angehört. Vielleicht hat sich das Gewaltmonopol deshalb durchgesetzt. Ein anderer Grund könnte sein, dass die Vereinheitlichung im Messwesen durch einen Staat leichter geht, als wenn jeder seinen Fuß, Elle, Stein usw. verwendet; bringt Handel Handwerk Wissenschaft einfach schneller weiter.

    Anders betrachtet haben wir auch kein uneingeschränktes Gewaltmonopol, Notwehr, Nothilfe, unterschiedliche Notstände, oder auch den Jedermannsparagrafen §127 StPO, oder Selbsthiferechte nach dem BGB §860f ( RobFord Gesinnungsgenosse dürfte sich da u.U. sein Fahrrad auch aus Nachbars Garage holen, Roy )...

    Und wer sagt, dass das von einem zentralisierten Staat organisiert werden muss? ;) Wer, der nicht selbst an Macht interessiert ist, steht morgens auf und sagt: Ok, lass das von einer zentralisierten Macht machen. What could possibly go wrong?


    Der Staat wurde vom Bürgertum aus den Resten von halbstaatlichen Feudalstrukturen gegründet. Und die Legitimation dazu war das Geschwafel vom gemeinsamen Volk, das der Staat dann repräsentiert. Hobbes war übrigens Absolutist und wollte, dass ein Monarch alleine regiert. Aber allgemein würde ich sagen, dass die Entstehung des Staates schon viele und komplexe Ursachen hat. Aber es gab auch Gegenmodelle. Zum Beispiel war der Sozialismus anfänglich anti-staatlich bis ca. Ende des 19. Jahrhunderts, wo man dann in dem Staat die Macht gesehen hat, mit der man den Sozialismus oder wenigstens die Sozialdemokratie verwirklichen kann.

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