Diskussionen zu Interessanten News, Sendungen, Links und sonstigen Aufregern des Tages

  • Nicht zu vergessen die diversen Kartelle, die sich da schon gebildet haben und sich bestens untereinander abstimmen, um die weniger gut vernetzte Konkurrenz zu eliminieren und sich den Markt einfach ganz ohne Wettbwerb aufzuteilen.

    Ja und die Zentralisierung. Immer weniger Unternehmen beherrschen immer größere Anteile von den Märkten. Mehr und mehr Märkte werden von einigen wenigen Unternehmen kontrolliert.

  • Und was genau hat diese Antwort mit dem zitierten zu tun?

    na weil du gemeint hast, in den millionen städten kennen sich die leute nicht. Auf der Arbeit stehen sie aber in Kontakt zu anderen Unternehmen. So bilden sich durch die Arbeitsteilung neue Formen von Möglichkeiten des Kooperierens oder des "kennens". Und auch noch besser, auf ökonomischer wirtschaftlicher Grundlage, die Kooperation dann notwendig macht, sogar international dann. Ich muss für eine kooperative Wirtschaft gar nicht meine Nachbarn kennen.

  • na weil du gemeint hast, in den millionen städten kennen sich die leute nicht. Auf der Arbeit stehen sie aber in Kontakt zu anderen Unternehmen. So bilden sich durch die Arbeitsteilung neue Formen von Möglichkeiten des Kooperierens oder des "kennens". Und auch noch besser, auf ökonomischer wirtschaftlicher Grundlage, die Kooperation dann notwendig macht, sogar international dann. Ich muss für eine kooperative Wirtschaft gar nicht meine Nachbarn kennen.

    Waren wir nicht irgendwie gerade noch bei einer funktionierenden Gesellschaft?


    Ach, eigentlich auch egal. Das ist hier eh alles sinnlos.

  • Ja, die ökonomischen Grundlagen von egalitären Urwaldbewohnerstämmen sollten wir dringendst mal sauber durchdeklinieren.

    Wenn das dein Resumee ist dann ...

    Ach, eigentlich auch egal. Das ist hier eh alles sinnlos.


    Was ich bisher nicht verstehe ist, warum es deiner Meinung so ist dass Hierarchien in Komplexen Gesellschaften zwingend sind, bzw. Komplexe Gesellschaften ohne Herrscher nicht auskommen.


    Auf welche Quellen, Studien und Argumente stützt sich diese Meinung eigentlich?


    Ist das alles nur "so ein Gefühl"? Oder einfach mal geraten? Oder "eh klar", weil "Ist halt so"?


    Wenn auf ener Seite der Diskussion das Hauptargument "Ist halt so" zu sein scheint, dann führt das alles tatsächlich zu nix.

  • Von Herrschern habe ich nie gesprochen.

    Ich habe davon gesprochen, dass egalitäre Gesellschaften ohne Hierarchie bzw. abstrakte Administrationsebenen rein funktional ab einer Personenzahl, bei der nicht mehr jeder jeden kennen kann, Grenzen erreichen bzw. überschreiten.

    Das ist eigentlich auch selbsterklärend, basiert das egalitäre Element doch auf (kommunikativem) Austausch der Menschen in einer solchen Gemeinschaft untereinander, was bei zunehmender Anzahl eben einfach rein zeitlich irgendwann nicht mehr umsetzbar ist.

    Der Tag hat nur 24 Stunden, bei (frei gewähltes Beispiel) einer Stadt mit 30000 Einwohnern ergibt das ein offensichtliches Problem (welches in einer kleinen Dorfgemeinschaft von 20 Leuten nicht besteht), bei der es mir schwerfällt, die Frage nach einer wissenschaftlichen Quelle nachzuvollziehen.

    Man kann auch auf einem Fußballplatz 50 gegen 50 Spieler spielen lassen, dass das eine völlige Katastrophe wird, kann man sich aber auch ohne wissenschaftliche Untersuchung denken.

  • Von Herrschern habe ich nie gesprochen.

    Ich habe davon gesprochen, dass egalitäre Gesellschaften ohne Hierarchie bzw. abstrakte Administrationsebenen rein funktional ab einer Personenzahl, bei der nicht mehr jeder jeden kennen kann, Grenzen erreichen bzw. überschreiten.

    Das ist eigentlich auch selbsterklärend, basiert das egalitäre Element doch auf (kommunikativem) Austausch der Menschen in einer solchen Gemeinschaft untereinander, was bei zunehmender Anzahl eben einfach rein zeitlich irgendwann nicht mehr umsetzbar ist.

    Der Tag hat nur 24 Stunden, bei (frei gewähltes Beispiel) einer Stadt mit 30000 Einwohnern ergibt das ein offensichtliches Problem (welches in einer kleinen Dorfgemeinschaft von 20 Leuten nicht besteht), bei der es mir schwerfällt, die Frage nach einer wissenschaftlichen Quelle nachzuvollziehen.

    Man kann auch auf einem Fußballplatz 50 gegen 50 Spieler spielen lassen, dass das eine völlige Katastrophe wird, kann man sich aber auch ohne wissenschaftliche Untersuchung denken.

    Also übersetzt: "Ist halt So und muss man deshalb auch nicht prüfen". Danke für die Klarstellung.

  • Also in Rohava, der anarchistischen / sozialistischen Region in Syrien leben 1,9 Mio Menschen. Die machen das jetzt seit 10 Jahren ohne Herrscher und ohne Representative Organe, sondern mit Stellvertretern die gebunden sind an den gesellschaftlichen Konsens. Die wissen wahrscheinlich einfach nicht dass das nicht geht.

  • Ich lasse mich gerne von guten Argumenten davon überzeugen, wie soetwas gehen soll. Ich lerne ja gerne dazu.

    So funktioniert das nicht mit dem Überzeugen. Wissen ist eben die gut Begründete Überzeugug. Nicht gut begründete Übrzeugung ist eben Raten.


    Wenn man eine Überzeugung hat muss man sich diese schon gut begründet haben, auch damit man diese ändern kann wenn es bessere Gründe für eine andere Überzeugung gibt


    Wenn man es sich einfach macht und eine Mehrheitsmeinung mit Wissen verwechselt, dann ist man leider sehr Anfällig für Mythen und Ideologien.

  • Also in Rohava, der anarchistischen / sozialistischen Region in Syrien leben 1,9 Mio Menschen. Die machen das jetzt seit 10 Jahren ohne Herrscher und ohne Representative Organe, sondern mit Stellvertretern die gebunden sind an den gesellschaftlichen Konsens. Die wissen wahrscheinlich einfach nicht dass das nicht geht.

    Stellvertreter, soso...

    Das klingt ja fast nach "Repräsentanten".

    Und wenn man sich dann mal kurz den Absatz zur Politik durchliest, den man zumindest bei Wikipedia präsentiert bekommt, dann wird das Bild doch deutlich differenzierter.

    Wenn man sich dann noch daran erinnert, dass da Bürgerkrieg herrscht, könnte man das vielleicht auch noch einpreisen.

    Und mit einer quasi-Verfassung und einer mehr oder weniger ein-Parteien-Dominanz, sind wir dann doch vielleicht ein ganz kleines Stück weit weg von dem, was Jonny hier zu beginn präsentiert hat? Oder sehe ich das falsch?


    Dass das ganz andere Strukturen sind, als die, die wir aus vielen anderen Ländern kennen, geschenkt.

  • Ja, wenn du das Rojava Modell als Akzeptierbar empfindest bin ich schon zufrieden. Nach allem was ich weiss sind die Repräsentanten nix weiter als Administratoren, also sowas wie hilfreiche Beamte, die aber kein Mandat haben, wie bei uns. Alle Entscheidungen laufen über die Bürgerversammlungen und werden in Konsens getroffen.


    Und ntürlich hat auche eine anarchistische Gesellschaft eine Verfassung und Beamte usw. Was hast du geglaubt?

  • Stellvertreter, soso...

    Das klingt ja fast nach "Repräsentanten".

    Und wenn man sich dann mal kurz den Absatz zur Politik durchliest, den man zumindest bei Wikipedia präsentiert bekommt, dann wird das Bild doch deutlich differenzierter.

    Wenn man sich dann noch daran erinnert, dass da Bürgerkrieg herrscht, könnte man das vielleicht auch noch einpreisen.

    Und mit einer quasi-Verfassung und einer mehr oder weniger ein-Parteien-Dominanz, sind wir dann doch vielleicht ein ganz kleines Stück weit weg von dem, was Jonny hier zu beginn präsentiert hat? Oder sehe ich das falsch?

    Ich finde es interessant, dass man, nachdem man zunächst um Begriffichkeiten und Herrschaftsdefinition gerungen hat, jetzt ausgerechnet ein durchaus umkämpftes Autonomiegebiet als Exempel ins Feld führt, dessen Existenz ausgerechnet vom Wohlwollen und der Unterstützung des bürgerlichen amerikanischen Imperiums abhängig ist und das dieses nur deshalb dort instalieren zuließ, um den syrischen Staat zu schwächen und seinen Herrschaftsanspruch über die Region durchsetzen zu können. Aber wenn man diesen Aspekt außen vorlässt, kann man das wohl durchgehen lassen.


    Zum Glück kontrollieren sie nicht die US-besetzten Erdölfelder, denn das würde den Gleichheitsanspruch vor große Herausforderungen stellen.

  • Ja, wenn du das Rojava Modell als Akzeptierbar empfindest bin ich schon zufrieden. Nach allem was ich weiss sind die Repräsentanten nix weiter als Administratoren, also sowas wie hilfreiche Beamte, die aber kein Mandat haben, wie bei uns. Alle Entscheidungen laufen über die Bürgerversammlungen und werden in Konsens getroffen.


    Und ntürlich hat auche eine anarchistische Gesellschaft eine Verfassung und Beamte usw. Was hast du geglaubt?

    Was genau ist denn dann die Aufgabe dieser Administratoren? Entscheiden die irgendwas oder sind das nur die Äquivalente zu unseren Sachbearbeitern im wasweißich Einwohnermeldeamt? Dann wäre es ja völliger Quatsch, die zu wählen. Offenbar gibt es da allerdings auch Parteien, die politische Macht tragen, ganz so egalitär scheint mir das nicht zu sein.


    Das klingt bei Jonny allerdings ganz anders. Da gibt es keinen Staat und somit auch keine Verfassung.

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